Hundertjährige, Spezielle

Hundertjährige: Spezielle Immunzellen schützen vor Krebs

Veröffentlicht am: 21.08.2026 um 09:06 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Japanische Forscher finden bei Hochbetagten gehäuft CD4-CTLs, die möglicherweise zur Krebsabwehr beitragen. Ein Kausalzusammenhang bleibt jedoch ungeklärt.

Osaka-Studie: Spezielle Immunzellen bei Hundertjährigen entdeckt
Nahaufnahme der Hände eines älteren Menschen, die sanft auf einer Holzoberfläche ruhen, in weichem, natürlichem Licht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

In der Erforschung des menschlichen Alterungsprozesses konzentriert sich die Wissenschaft verstärkt auf Personen, die ein Alter von 100 oder sogar 110 Jahren überschreiten.

Eine am 19. August 2026 im Fachjournal Cell Reports veröffentlichte Untersuchung der Universität Osaka liefert neue Erkenntnisse darüber, welche immunologischen Besonderheiten bei japanischen Hundertjährigen und sogenannten Supercentenarians (Personen über 110 Jahre) vorliegen.

Unter der Leitung von Kosuke Hashimoto identifizierten die Forscher spezifische Immunzellen als potenziellen biologischen Faktor für eine außergewöhnliche Lebensspanne.

Signifikante Zunahme von CD4-CTLs im Alterungsprozess

Die Studie basiert auf der Analyse von über 40.000 T-Zellen, die von insgesamt 28 Probanden stammten. Die Teilnehmergruppe gliederte sich in acht Personen im Alter zwischen 70 und 99 Jahren, zehn Hundertjährige sowie zehn Supercentenarians. Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung ist die Beobachtung, dass der Anteil der CD4-zytotoxischen T-Lymphozyten (CD4-CTLs) mit steigendem Alter deutlich zunimmt.

Während diese Zellen bei der Vergleichsgruppe der 70- bis 99-Jährigen lediglich einen Anteil von 4 % an der untersuchten Zellpopulation ausmachten, stieg dieser Wert bei den Hundertjährigen auf 9,6 %.

Anzeige

Wer sich mit den biologischen Grundlagen des Alterns befasst, sollte auch die körperliche Fitness nicht vernachlässigen. Dieser kostenlose Report eines Orthopädie-Experten zeigt den überraschend einfachen Weg, um bis ins hohe Alter kraftvoll und aktiv zu bleiben. Mit 70, 80 oder sogar 100 Jahren noch kraftvoll sein – hier erfahren Sie wie

Bei den über 110-jährigen Probanden erreichten die CD4-CTLs einen Anteil von 17,6 %. In Proben aus dem Blut von Supercentenarians machten diese spezialisierten Immunzellen sogar fast ein Fünftel (20 %) aller T-Zellen aus.

Charakteristika und klonale Expansion der Hybridzellen

Bei den CD4-CTLs handelt es sich um eine Art von Hybridzellen, die in der Lage sind, Erreger direkt zu erkennen und zu zerstören. Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass diese Zellen ab dem 100. Lebensjahr nicht nur zahlenmäßig zunehmen, sondern sich auch klonal expandieren. Das bedeutet, dass sie sich durch Teilung vervielfältigen und dabei hochaktiv bleiben, ohne Anzeichen einer zellulären Erschöpfung zu zeigen.

Die statistische Auswertung der klonalen Expansion ergab, dass der häufigste Klon im Durchschnitt 33,3 % der CD4-CTLs repräsentierte. In einem Einzelfall bei einem Hundertjährigen machte ein spezifischer Klon sogar 53,8 % dieser Zellgruppe aus. Die Forscher vermuten hinter dieser Entwicklung eine spezifische Immunanpassung, die bei Menschen auftritt, die die Schwelle von 100 Jahren erreichen.

Anzeige

Neben der zellulären Fitness spielt die Erhaltung der Muskelkraft eine entscheidende Rolle für ein langes, selbstbestimmtes Leben. Ein renommierter Sportmediziner verrät im Gratis-PDF, wie gezieltes Training den Alterungsprozess stoppt und die Vitalität fördert. Deutschlands renommierter Sportmediziner gibt sein Wissen jetzt kostenlos weiter

Parallelen zur Krebsimmunologie und wissenschaftliche Einordnung

Ein weiterer Aspekt der Untersuchung betrifft die Rezeptoren der identifizierten CD4-CTLs. Diese weisen Ähnlichkeiten mit Immunzellen auf, die in der Onkologie zur Bekämpfung von Tumoren beobachtet werden. Es wurden Übereinstimmungen mit Zellen gefunden, die gegen Lungen-, Brust- und Leberkrebs aktiv sind. Dies ist insofern bemerkenswert, als die untersuchten Probanden zu keinem Zeitpunkt an Krebs erkrankt waren.

Fachleute ziehen daraus den Schluss, dass diese Zellen möglicherweise in der Lage sind, bösartige Veränderungen frühzeitig zu erkennen und zu eliminieren.

Trotz dieser detaillierten Beobachtungen mahnen Experten zur Vorsicht bei der Interpretation der Daten. Bisher konnte kein direkter kausaler Zusammenhang zwischen dem Vorhandensein von CD4-CTLs und der Langlebigkeit der Individuen belegt werden. Es fehle derzeit an Beweisen dafür, dass diese Zellen ursächlich für eine Krebsprävention oder die Ausweitung der Lebensspanne verantwortlich sind.

Die Ergebnisse der Universität Osaka werden daher als wichtiger Beitrag zur Grundlagenforschung gewertet, bedürfen jedoch weiterer Validierung, um den therapeutischen Nutzen oder den prädisponierenden Charakter dieser Immunzellen abschließend beurteilen zu können.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 69979431 |