Humanoiden-Roboter, Massenproduktion

Humanoiden-Roboter: Massenproduktion und offene KI-Modelle verändern den Markt

07.05.2026 - 23:50:47 | boerse-global.de

Die Robotik-Branche startet mit Serienproduktion und neuen KI-Modellen in eine neue Ära. Hersteller wie 1X Technologies und Figure AI treiben die Massenfertigung voran.

Humanoiden-Roboter: Massenproduktion und offene KI-Modelle verändern den Markt - Foto: über boerse-global.de
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Gleichzeitig treiben offene KI-Modelle die Entwicklung rasant voran.

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Offene Daten und der Wettlauf um „Physical AI“

Ein zentrales Problem der Robotik war bislang der Mangel an hochwertigen Trainingsdaten für komplexe Bewegungsabläufe. Das Allen Institute for AI (Ai2) hat am 5. Mai 2026 mit MolmoAct 2 ein offenes Modell veröffentlicht, das Roboter in realen Umgebungen intelligenter macht. Die neue Version arbeitet Berichten zufolge bis zu 37-mal schneller als ihr Vorgänger. Herzstück ist der Datensatz „MolmoAct 2-Bimanual YAM“ mit über 720 Stunden Roboter-Interaktionsdaten – einer der größten öffentlich zugänglichen Datensätze seiner Art. Erste Tests laufen in Genlaboren der Stanford University. Die Entwickler räumen jedoch ein, dass Herausforderungen bei der visuellen Abdeckung und der Feinkoordination bestehen bleiben.

Nur einen Tag später, am 6. Mai, zog das Startup Genesis AI nach. Mit einer Seed-Finanzierung von 105 Millionen Euro (rund 115 Millionen US-Dollar) von Investoren wie Khosla Ventures und Eclipse präsentierte das Unternehmen sein Modell GENE-26.5. Die Besonderheit: eine eigens entwickelte, menschengroße Roboterhand zur Verbesserung der Datenerfassung. In Vorführungen gelangen dem System heikle Aufgaben – Eier aufschlagen, Tomaten schneiden, einen Zauberwürfel lösen. Die Simulationsplattform des Startups soll 430.000-mal schneller als in Echtzeit arbeiten, was eine rasche Optimierung von Bewegungsmustern ermöglicht.

Parallel dazu eröffnete Tutor Intelligence Anfang Mai nahe Boston die „Data Factory One“. Rund 100 humanoide Roboter sammeln dort die riesigen Datenmengen, die für den industriellen Einsatz nötig sind. Ziel ist eine Abdeckung von 25 bis 40 Prozent der gängigen Lagerartikel (SKUs) für die Kunden.

Vom Labor ins Wohnzimmer: Die Serienproduktion beginnt

Während die Software immer ausgereifter wird, fahren die Hersteller die Produktion hoch. Am 6. Mai 2026 gab 1X Technologies den Start der Serienfertigung seines humanoiden Roboters NEO bekannt. Das Werk im kalifornischen Hayward erstreckt sich über 5.400 Quadratmeter. Der NEO ist speziell für den Haushalt konzipiert, arbeitet leiser als ein Kühlschrank und nutzt die NVIDIA Jetson Thor-Plattform. Die erste Jahresproduktion von 10.000 Einheiten war innerhalb von fünf Tagen ausverkauft. Die Auslieferung an Privatkunden soll noch 2026 beginnen.

Auch andere Player legen zu. Figure AI hat die Produktion in Sunnyvale auf einen Roboter pro Stunde gesteigert. Das Modell Figure 03 wird für Hausarbeiten wie Wäsche und Geschirrspülen beworben – im Leasingmodell für rund 600 Euro pro Monat. Tesla bestätigte Pläne, den Optimus-Roboter 2026 in Fremont zu produzieren; ein zweites Werk in Giga Texas soll im Sommer 2027 folgen.

In Europa positioniert sich der Industriekonzern Schaeffler als Zulieferer für diesen Markt. Das Unternehmen prognostiziert, dass sein Auftragsbuch für humanoide Roboter-Komponenten bis 2030 auf mehrere hundert Millionen Euro anwachsen könnte. Schaeffler arbeitet mit rund 45 Herstellern zusammen und will zehn Prozent des adressierbaren Marktes für Robotermaterialkosten abdecken – vorausgesetzt, die weltweite Produktion erreicht bis Ende des Jahrzehnts mindestens eine Million Einheiten.

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Einheitliche Steuerung für verschiedene Roboter-Plattformen

Die wachsende Zahl unterschiedlicher Roboter erfordert übergreifende Managementsysteme. LG CNS stellte am 7. Mai 2026 „PhysicalWorks“ vor, eine Plattform zur Vereinheitlichung der Steuerung mehrerer Hersteller. Die Trainings- und Simulationskomponente „Forge“ soll die Einlernzeit von Robotern von mehreren Monaten auf vier bis acht Wochen verkürzen. Die Komponente „Baton“ erlaubt die gleichzeitige Steuerung von über 100 verschiedenen Robotern, darunter fahrerlose Transportsysteme (AGVs) und autonome mobile Roboter (AMRs). LG CNS erwartet eine Produktivitätssteigerung von 15 Prozent bei einer Kostensenkung von bis zu 18 Prozent.

ABB Robotics erweitert ebenfalls sein Angebot. Am 5. Mai brachte das Unternehmen die OmniVance Collaborative Surface Finishing Cell auf den Markt – eine Plug-and-Play-Einheit für kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Durch den Wegfall komplexer Programmierung sollen sich die Einrichtungszeiten um 90 Prozent reduzieren. ABB zielt auf eine prognostizierte Lücke von 1,9 Millionen unbesetzten Fertigungsstellen bis 2033. Einen Tag später folgte PickMaster Lite, eine bildgeführte Greifsoftware, die den Engineering-Aufwand um 30 Prozent reduziert – für Unternehmen in der Lebensmittel-, Pharma- und E-Commerce-Branche.

Regulierung: Neue Regeln für autonome Systeme

Mit dem Einzug autonomer Systeme in den öffentlichen Raum verschärfen die Behörden die Auflagen. In Kalifornien hat die Department of Motor Vehicles (DMV) neue Regeln erlassen, die am 1. Juli 2026 in Kraft treten. Künftig kann die Polizei Verkehrsverstöße direkt an die Hersteller autonomer Fahrzeuge adressieren – und schließt damit eine Gesetzeslücke, die fahrerlose Fahrzeuge bislang vor Strafzetteln schützte.

Zudem müssen Hersteller „First Responder Interaction Plans“ vorlegen und sicherstellen, dass ihre Systeme innerhalb von 30 Sekunden auf Notfallbefehle reagieren. Parallel dazu genehmigte die DMV Tests für schwere autonome Lkw (über 4,5 Tonnen) auf öffentlichen Straßen – vorausgesetzt, sie haben 800.000 Kilometer Testfahrten mit einem Sicherheitsfahrer absolviert.

Forscher der Iowa State University und der ETH Zürich veröffentlichten im Fachblatt IEEE Transactions on Robotics das „Rulebooks“-Framework. Dieses System ersetzt rein mathematische Entscheidungsfindung durch eine priorisierte Hierarchie von Regeln. Sicherheitsprotokolle dürfen demnach niemals zugunsten von Effizienz zurückgestellt werden.

Ausblick: Roboter erobern den Alltag

Die Robotik-Branche geht in die Phase der Massenauslieferung. In Asien startet Japan Airlines im Mai 2026 einen zweijährigen Test mit humanoiden Robotern am Flughafen Haneda. Einheiten von Unitree und UBTech übernehmen Gepäckabfertigung und Kabinenreinigung. In China treibt die „AI Plus“-Initiative die Integration von Robotern voran: 15 Verkehrsleiteroboter sind in Hangzhou im Einsatz, ein humanoider Reinigungsdienst arbeitet seit März 2026 in mehreren Großstädten.

Die langfristige Wirtschaftlichkeit bleibt ein zentraler Punkt für Investoren. Während frühe Prototypen wie die von StMicroelectronics rund 140.000 Euro kosteten, peilt das Unternehmen für 2027 Kosten zwischen 70.000 und 80.000 Euro pro Industrie-Einheit an. Sinken die Betriebskosten auf umgerechnet etwa zwei Euro pro Stunde, dürfte sich der Fokus der Branche von der reinen Fortbewegung hin zur Verfeinerung anspruchsvoller beidhändiger Manipulation und herstellerübergreifender Kompatibilität verschieben.

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