Humanoide, Roboter

Humanoide Roboter: Zaragoza eröffnet Spaniens erstes Trainingszentrum

Veröffentlicht am: 28.09.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

In Zaragoza werden AGIBOT-Systeme für Industrie und Dienstleistungen trainiert; zugleich treiben Unternehmen weltweit Fertigung und Erprobung voran.

Grupo UB eröffnet Spaniens erstes Trainingszentrum für humanoide Roboter
Eine weitläufige, moderne Industriehalle mit poliertem Betonboden und modular angeordneten, leeren Montagebereichen. Illustration mit AI erstellt.

Die Grupo UB hat in der Logistikplattform PLAZA im spanischen Zaragoza das erste Trainingszentrum des Landes für humanoide Robotik eröffnet. Wie aus einem Bericht vom 28. September 2026 hervorgeht, sollen an dem neuen Standort humanoide Systeme gezielt auf vielfältige Einsätze in Industrie und Dienstleistung vorbereitet werden. Eine künftige Fertigung am Standort Zaragoza schloss das Unternehmen dabei nicht aus.

Training für industrielle Montage und Servicedienste

In der neuen Einrichtung werden Roboter des Herstellers AGIBOT aus den Modellreihen Tekio X, A, D, G und C geschult. Das Programm umfasst Einsatzbereiche wie Inspektion, Kundenservice, Kommissionierung, Reinigung sowie die industrielle Präzisionsmontage. Flankiert wird der Schritt von Tekio Robotics: Das Unternehmen wurde zum Master-Distributor von AGIBOT für Spanien, Portugal und Afrika ernannt.

Das spanische Vorhaben fügt sich in eine weltweite Dynamik ein, bei der Unternehmen ihre Kapazitäten zur Erprobung und Skalierung humanoider Systeme beschleunigt ausbauen.

Partnerschaften treiben Fertigung und Industrialisierung

Auch im asiatischen Raum intensivieren Branchenakteure die Zusammenarbeit, um die Technologie von Entwicklungsstadien in die Serienfertigung zu überführen. So starteten Foxconn und Alter das Joint Venture Beijing Futecon Intelligent Robot Technology. Alter steuert dabei rund 20 Jahre Fahrzeugentwicklung und Erfahrung mit etwa 500 Fahrzeugmodellen bei.

Futecon plant, Forschung, technische Validierung und Fertigung zu verknüpfen und will Produktionskosten durch gemeinsame Beschaffung und Lieferantennetzwerke senken. Zum Start schloss das Gemeinschaftsunternehmen Kooperationsvereinbarungen mit Songyan Power, Yingzhi Technology und Robot Era.

Ebenfalls in China nahm UBTECH seine Fabrik für humanoide Roboter im Gebiet Liuzhou in Guangxi in Betrieb; der operative Start erfolgte am 12. September 2026. Die Anlage umfasst laut Berichten 14.000 Quadratmeter und ist für mehr als 10.000 Einheiten jährlich ausgelegt, wobei die Linie darauf ausgelegt sei, alle 10 Minuten einen Roboter fertigzustellen.

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Gefertigt werden vor allem die Modelle Walker S und Cruzr unter Einsatz von Robotern, kollaborativen Armen und autonomen Fahrzeugen. Laut Berichten durchläuft jede Einheit über vier Stunden Tests und eine 360-Grad-Prüfung; das dortige automatisierte Lager nimmt auf 65 Quadratmetern 112 Roboter auf.

Für 2025 hatte UBTECH zuvor einen Absatz von 1.079 Robotern gemeldet. Bis 2030 strebt das Unternehmen eine jährliche Senkung der Herstellungskosten um 20 bis 30 Prozent sowie Produktionskosten von unter 20.000 US-dollar je Einheit an.

Zudem begann UBTECH am 22. September 2026 in Jinghai bei Tianjin mit dem Bau einer Basis für verkörperte künstliche Intelligenz in der Region Beijing-Tianjin-Hebei. Das Projekt zielt auf die Verbindung von Fertigung, Daten, Ausbildung und Robotikdiensten ab.

Innerhalb von drei Jahren sollen mindestens 10.000 Wartungsingenieure für verkörperte KI ausgebildet werden; ein siebenwöchiges Programm startet Mitte Oktober. Ein regionaler Aktionsplan für Tianjin sieht für den Zeitraum 2026 bis 2028 mindestens 20 Trainingsräume und über 100 Demonstrationsanwendungen vor.

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Etablierte Industrie- und Autokonzerne ziehen nach

Auch andere Technologiekonzerne treiben die praktische Erprobung voran. HD Hyundai Robotics entwickelt Humanoid-Prototypen für Manipulationsaufgaben und plant Tests an der eigenen Controller-Montagelinie, um Daten unter realen Bedingungen zu sammeln.

Am 15. September 2026 investierte das Unternehmen 13 Milliarden Won in AIDIN Robotics; gemeinsam planen die Partner eine Fünf-Finger-Hand für die Schwerindustrie. Der CTO Ahn Sung-hwan erklärte, man wolle Fähigkeiten wie Wahrnehmung, Kraft- und Tastsensorik sowie Aufgabenplanung aus dem Humanoid-Programm auch auf Industrie- und kollaborative Roboter übertragen.

Die Hyundai-Tochter Boston Dynamics trainiert das Modell Atlas für Teile-Sequenzierung und schweres Heben; Komponentenmontage ist bis 2030 vorgesehen. Hyundai plant den Einsatz von bis zu 25.000 Einheiten in Werken von Hyundai und Kia sowie eine US-Fabrik mit einer Zielkapazität von bis zu 30.000 Einheiten jährlich. Für 2027 plant Boston Dynamics zudem ein rund zehnmal größeres Zentrum.

Parallel arbeitet Tesla an der Skalierung: Laut einem Bericht vom 25. September 2026 baute das Unternehmen im August 2026 mehrere hundert Einheiten des Optimus V3 pro Woche und zielt bis Ende 2026 auf mehr als 1.000 pro Woche. Das Trainingsdatenvolumen aus fünf Zentren in Colorado, Arizona und Florida umfasste dabei mehr als 500.000 Stunden Videomaterial.

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