Humanoide, Roboter

Humanoide Roboter: US-Start-up vermietet Reinigungsmaschinen ab 30 Dollar

Veröffentlicht am: 31.07.2026 um 20:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Tau Robotics startet Reinigungsservice mit ferngesteuerten humanoiden Robotern in San Francisco. Datenschutzbedenken und geteilte Expertenmeinungen prägen die Debatte.

Tau Robotics: Ferngesteuerte Roboter putzen Wohnungen für 30 Dollar pro Stunde
Ein humanoider Roboter erledigt Haushaltsarbeiten in einer modernen Küche. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Ein US-Start-up vermietet ab sofort humanoide Roboter für die Wohnungsreinigung – zum Preis von 30 Dollar pro Stunde. Das Besondere: Die Maschinen werden von Menschen ferngesteuert.

Der kalifornische Anbieter Tau Robotics hat seinen Reinigungsservice mit humanoiden Robotern offiziell gestartet. Nach der Ankündigung am 28. Juli bietet das Unternehmen den Dienst seit dem 29. Juli in San Francisco an. Die Nachfrage nach automatisierter Haushaltshilfe ist groß – die Warteliste umfasst bereits mehrere hundert Interessenten.

Mensch-Maschine-Team statt Vollautonomie

Anders als viele Konkurrenzprodukte setzt Tau Robotics nicht auf vollautonome Bewegungen. Stattdessen steuern menschliche Operateure die Roboter aus der Ferne, unterstützt von künstlicher Intelligenz. Die Hardware liefert der chinesische Hersteller Unitree, während Tau Robotics eigene Kamerasysteme und Recheneinheiten integriert.

Videos des Unternehmens zeigen die Maschinen bei typischen Hausarbeiten: Staubsaugen, Abwischen von Küchenflächen und Müllentsorgung. Drei spezialisierte Modelle kommen zum Einsatz: „Chelsea" übernimmt Küche und Bad, „Elon" lernt die richtige Platzierung von Haushaltsgegenständen, „Tony" ist für die Grundreinigung zuständig.

Datenschutz als kritischer Punkt

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Die Teilnahme am Service ist an Bedingungen geknüpft. Kunden müssen während des Einsatzes zu Hause sein. Zudem zeichnet Tau Robotics jede Reinigungssitzung vollständig auf – die Aufnahmen dienen dem Training der KI-Modelle und werden standardmäßig unbegrenzt gespeichert. Zwar verspricht das Unternehmen, Aufnahmen auf Anfrage zu löschen, doch Datenschützer sehen kritische Fragen: Was passiert mit sensiblen Daten aus privaten Haushalten, die dauerhaft archiviert werden?

Fachwelt gespalten

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Die Expertenmeinungen zur kommerziellen Tragfähigkeit gehen auseinander. Ken Goldberg, Professor an der UC Berkeley, hält den Schritt für verfrüht. Humanoide Roboter seien für die Komplexität unübersichtlicher Haushaltsumgebungen noch nicht bereit. Befürworter verweisen dagegen auf den anhaltenden Arbeitskräftemangel im Dienstleistungssektor und die hohe Nachfrage nach bezahlbarer Haushaltshilfe in der Bay Area.

Der Zugang zu den Robotern erfolgt zunächst über ein Einladungssystem. Ob der Service über San Francisco hinaus expandiert, ließ das Unternehmen offen.

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