Humanoide, Roboter

Humanoide Roboter: UBTech und BMW starten Fabrik-Offensive

03.07.2026 - 07:03:13 | boerse-global.de

Chinesische und deutsche Konzerne setzen auf rollende und zweibeinige Roboter für Logistik und Produktion. Milliardeninvestitionen treiben den Markt.

UBTech und BMW: Neue humanoide Roboter erobern die Industrie
Humanoide - Ein radgetriebener humanoider Roboter mit Gelenkarmen arbeitet an einem Fließband in einer modernen Fabrik. 03.07.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der Trend zur humanoiden Automatisierung gewinnt rasant an Fahrt.

UBTech bringt Spezialroboter für die Industrie

Der chinesische Technologiekonzern UBTech hat mit dem Cruzr Y1 einen neuen rollenden Humanoiden vorgestellt. Das Gerät ist speziell für Industrieaufgaben wie Be- und Entladen sowie Sortieren konzipiert. Dank 360-Grad-Rädern und einer vertikalen Hebevorrichtung navigiert der Roboter flexibel durch Fabrikhallen und handhabt unterschiedlichste Pakete.

Angetrieben wird der Cruzr Y1 von heimischen Digua S100P- und S600-Chips. Für die Wahrnehmung seiner Umgebung nutzt er die ROSA-Plattform in Kombination mit einem sogenannten Vision-Language-Action-Modell (VLA). Mehrere Sensoren, darunter Lidar und Tiefenkameras, sorgen für Sicherheit und präzise Navigation.

Der industrielle Vorstoß kommt nach einem starken Geschäftsjahr: 2025 erzielte UBTech mit humanoiden Robotern einen Umsatz von umgerechnet rund 100 Millionen Euro – das entspricht 41,1 Prozent des Gesamtumsatzes. Parallel dazu verzeichnet das Unternehmen großes Interesse an seiner Konsumenten-Serie U1. Seit dem Start der Vorbestellungen am 2. Juni gingen über 11.000 Reservierungen ein. Die Preise für die Privatmodelle liegen zwischen umgerechnet rund 16.000 und 135.000 Euro. Die ersten Auslieferungen sind für die zweite Jahreshälfte geplant.

Autohersteller setzen auf Roboter-Power

Die Automobilbranche erweist sich als wichtigstes Testfeld für die neue Technologie. Am 2. Juli 2026 hat SAIC-GM den rollenden Humanoiden Nengzai No. 1 in der Buick-Batteriemontage in Betrieb genommen. Der Roboter greift und lädt Batteriezellen mit einer Taktzeit von rund zwei Sekunden pro Stück. Parallel testet das Unternehmen zweibeinige Humanoiden für weitere Produktions- und Logistikaufgaben.

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Auch BMW baut den Robotereinsatz aus. Am 1. Juli 2026 ging im Werk Spartanburg der Figure 03 an den Start. Der Humanoide übernimmt dort Logistikaufgaben und sortiert Teile. Angetrieben von der KI-Plattform Helix 02, folgt er auf das erfolgreiche Vorgängermodell Figure 02, das über zehn Monate hinweg an der Produktion von 30.000 BMW X3-Modellen beteiligt war. Die Roboter bewegen sich eigenständig, ziehen Transportwagen und laden ihre Akkus ohne menschliches Zutun.

Trainingszentren und neue Partnerschaften

Um die rasanten Fortschritte zu unterstützen, investieren Robotikfirmen massiv in Trainingsinfrastruktur. Am 1. Juli 2026 eröffnete Apptronik im texanischen Austin einen rund 8.400 Quadratmeter großen „Robot Park". Die Anlage dient als Trainings- und Datensammelzentrum für den Humanoiden Apollo 2, der wahlweise auf zwei Beinen oder auf Rädern erhältlich ist.

Apptronik arbeitet mit Partnern wie Google DeepMind, Mercedes-Benz und GXO zusammen, um Betriebsdaten in das KI-Framework Gemini Robotics einzuspeisen. Ein Nachfolgemodell Apollo 3 mit erweiterten KI-Fähigkeiten ist bereits in Planung.

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In Deutschland hat Siemens gemeinsam mit dem Startup Humanoid den Roboter HMND 01 Alpha in einer Elektronikfabrik in Erlangen in Betrieb genommen. Seit dem 2. Juli 2026 erledigt das Gerät dort eigenständige Logistikaufgaben. Die Technik basiert auf Nvidias Plattformen Jetson Thor und Isaac Sim. Die Erfolgsquote beim Greifen und Platzieren liegt bei über 90 Prozent, die Betriebszeit bei mehr als acht Stunden. Die Entwicklung des Prototyps dauerte lediglich sieben Monate.

Milliardenmarkt in Sicht

Der Boom wird durch gewaltige Investitionen und optimistische Prognosen befeuert. Allein 2025 flossen umgerechnet rund 38 Milliarden Euro an Risikokapital in die Robotikbranche. Analysten von RBC Capital Markets prognostizieren dem globalen Markt für humanoide Roboter ein Volumen von umgerechnet rund acht Billionen Euro bis zum Jahr 2050.

Auch kleinere Spezialfirmen drängen in den Markt. Mirsee Robotics entwickelt derzeit den MH3, einen rollenden Humanoiden, der pro Arm 30 Kilogramm heben kann und eine Laufzeit von zehn Stunden bietet. Bislang existieren erst acht Exemplare, doch das Unternehmen plant, die Produktion binnen drei Jahren auf mehrere tausend Einheiten hochzufahren. Ziel sind Tätigkeiten, die bislang als körperlich besonders belastend für den Menschen galten.

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