Humanoide, Roboter

Humanoide Roboter: Südkorea bündelt 2,2 Billionen Won für Zulieferer

Veröffentlicht am: 21.10.2026 um 20:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Südkorea fördert Komponentenhersteller, Thailand genehmigt neue Werke und China erwartet 2026 mehr als 100.000 Roboter.
Eine hochmoderne Industriehalle mit Präzisionsmaschinen zur Fertigung von mechanischen Bauteilen für die Robotik. Illustration mit AI erstellt.

Der weltweite Wettlauf um humanoide Robotik verlagert sich zunehmend auf die industrielle Basis. Mehrere Industrie- und Schwellenländer treiben derzeit umfangreiche Programme voran, um spezialisierte Zulieferketten im eigenen Land zu etablieren.

Während sich die Vereinigten Staaten vor allem auf Wahrnehmungs- und Steuerungssoftware konzentrieren, forcieren asiatische Volkswirtschaften den hardwareseitigen Hochlauf bei Gelenkmodulen, Aktuatoren und Präzisionsgetrieben.

Südkoreas Industrieoffensive und der Druck zur Lokalisierung

In Südkorea bündelt die Regierung ihre Kräfte in Daegu. Für ein Förderprogramm mit einem Volumen von 2,2 Billionen südkoreanischen Won, was rund 1,66 Milliarden US-Dollar entspricht, wurden zwölf Unternehmen ausgewählt. Dabei handelt es sich vorrangig um Zulieferer aus dem Maschinen- und Fahrzeugbau, die Kernkomponenten für humanoide Systeme fertigen sollen. Da ein humanoider Roboter je nach Handdesign zwischen 25 und 40 Gelenkmodule benötigt, entstehen dort erhebliche Beschaffungsvolumina.

Als maßgebliche Nachfrageanker fungieren Konzerne wie Hyundai mit Boston Dynamics sowie Samsung und LG über Kooperationen mit Rainbow Robotics und Bear Robotics. Auf einem südkoreanischen Parlamentsforum wies die Abgeordnete Lee Eon-ju auf bestehende strategische Lücken hin.

Das Land bleibe bei Schlüsselkomponenten wie Reduktoren, Servomotoren und Präzisionssensoren stark von ausländischen Anbietern abhängig, während China mit staatlicher Unterstützung rasch Marktanteile gewinne.

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Park Taehyeon vom südkoreanischen Handelsministerium stellte den Einsatz von Robotern im öffentlichen Sektor in Aussicht, um Pilotmärkte und Trainingsdaten zu generieren. Zudem arbeitet das Forschungsinstitut KEIT unter Park Ilwoo an Robotersimulatoren und spezialisierten Datenfabriken.

Thailands Ausbau zum südostasiatischen Komponenten-Zentrum

Auch Südostasien positioniert sich in der neuen Lieferkette. Die thailändische Investitionsbehörde BOI genehmigte Investitionen von insgesamt über zehn Milliarden Baht für mehrere Komponentenwerke im Eastern Economic Corridor. Ziel der Behörde ist die Schaffung von über 1.000 hochqualifizierten Arbeitsplätzen und die Zulieferung an globale Programme wie Teslas Optimus-Roboter.

Die Investitionen verteilen sich auf fünf spezialisierte chinesische Hersteller:
- Xusheng Group investiert 2,7 Milliarden Baht in leichte Strukturteile, Roboterkörper und Gelenke in Rayong.
- Hangzhou Seenpin wendet 2,12 Milliarden Baht für Planetenrollen- und Kugelgewindetriebe in Chonburi auf.
- Sanhua Intelligent Drives errichtet für 1,8 Milliarden Baht eine Fertigung für Aktuatoren in Chonburi.
- Beite Technology investiert 1,67 Milliarden Baht in Planetenrollengewindetriebe in Chonburi und hat einen weiteren Antrag über drei Milliarden Baht eingereicht.
- Tuopu Technology baut für 930 Millionen Baht ein Werk für Aktuatoren in Chachoengsao.

Chinas Skalierungsvorsprung und globale Marktprognosen

In China beschleunigt sich die industrielle Fertigung durch staatliche Vorgaben und massive Investitionen. Chinas Industrieministerium und die Vermögensaufsicht wiesen Lokalregierungen und Staatsbetriebe an, humanoide Roboter verstärkt in Fertigung, Logistik und Pflege einzusetzen, mit dem Ziel von 10.000 Einheiten bis Ende 2026. Nach Angaben von Wei Wei aus dem Ministerium wird für das Gesamtjahr 2026 mit einer inländischen Produktion von über 100.000 Einheiten gerechnet, nachdem im ersten Halbjahr bereits mehr als 400 Modelle und über 40.000 Einheiten registriert worden seien.

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Zugleich investieren westliche Konzerne vor Ort: Schaeffler betreibt in Taicang eine rund 7.500 Quadratmeter große Fabrik, in der sechs humanoide Roboter an fünf Stationen lineare und rotatorische Aktuatoren montieren.

Branchenanalysten sehen den Markt vor einem schnellen Wachstum. Zheshang Research rechnet nach rund 18.000 ausgelieferten humanoiden Einheiten weltweit im Jahr 2025 mit etwa 60.000 Einheiten im Jahr 2026 und einem Anstieg auf 500.000 Einheiten bis 2030. IDC prognostiziert bis 2030 ein globales Liefervolumen von über 510.000 Einheiten, während Fortune Business Insights dem Gesamtmarkt einen Zuwachs von 6,24 Milliarden US-Dollar im Jahr 2026 auf 165,13 Milliarden US-Dollar bis 2034 zuschreibt. Vor allem die Komponentenhersteller für Gelenke, Motoren und Getriebe realisieren dabei die ersten Skaleneffekte.

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