Humanoide, Roboter

Humanoide Roboter: Serbien eröffnet erste europäische Fabrik

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 16:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein Großmanöver in Fort Irwin prüfte Drohnen, Netzwerke und autonome Technik, während mehrere Staaten militärische Robotik weiterentwickeln.

US-Armee testet autonome Systeme im urbanen Gefecht
Eine karge Wüstenlandschaft mit verwitterten Betonstrukturen in einem militärischen Testgelände bei hellem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Im Rahmen des Programms Project Convergence Capstone hat die US-Armee in Fort Irwin einen großflächigen urbanen Angriff durchgeführt, um den Einsatz moderner Technologien unter realistischen Bedingungen zu testen.

An der Übung waren knapp 10.000 Soldaten beteiligt, wobei das 11. Panzerkavallerieregiment, auch bekannt als Blackhorse, eine zentrale Rolle einnahm. Das Manöver diente der Erprobung neuer Taktiken und der Integration autonomer Systeme in komplexe Gefechtsszenarien.

Herausforderungen bei Vernetzung und Aufklärung

Während des Einsatzes in Fort Irwin kamen unter anderem Black-Widow-Drohnen zum Einsatz, die für Aufklärungszwecke in einem Radius von etwa 4 Kilometern genutzt wurden. Diese unbemannten Systeme sollen die operative Sichtweite der Einheiten im städtischen Raum erhöhen.

Begleitet wurden die Tests von Untersuchungen des NGC2-Netzwerks. Berichten zufolge traten dabei Probleme bei der Verbindungsstabilität sowie Störungen auf. Führungskräfte der US-Armee werteten diese gemischten Ergebnisse jedoch als wertvolle Lernmöglichkeit, um die Resilienz der Kommunikationssysteme in künftigen Konflikten zu verbessern.

Internationaler Wettbewerb bei humanoiden Robotern

Parallel zu den Feldversuchen der US-Armee forcieren andere Akteure die Entwicklung spezialisierter Robotik für das Militär. Das US-Roboter-Startup Foundation Robotics Labs plant, innerhalb der nächsten 18 Monate humanoide Roboter in der Ukraine zum Einsatz zu bringen. Diese Systeme sollen gefährliche Aufgaben wie Logistik, Aufklärung und die Evakuierung von Verwundeten übernehmen, um die Risiken für menschliche Soldaten zu minimieren.

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Auch die chinesische Volksbefreiungsarmee (PLA) treibt die Forschung an humanoiden Robotern voran. Die staatliche Militärzeitung PLA Daily forderte eine Beschleunigung des Technologietransfers, um Roboter als Kombattanten einsatzfähig zu machen.

Chinesische Institutionen testen bereits Systeme für Logistik, Aufklärung und den direkten Kampf. Im Jahr 2025 entfielen rund 95 % der weltweiten Lieferungen von humanoiden Robotern auf chinesische Hersteller. Zudem budgetierte die PLA im Juni 2026 etwa 300.000 US-Dollar für die gezielte Datensammlung in diesem Bereich.

Ausbau der Produktionskapazitäten in Europa

In Serbien wird die industrielle Basis für diese Technologien massiv erweitert. Die Minth Group hat zusammen mit AGIBOT in Sabac die europaweit erste Fabrik für die Massenproduktion humanoider Roboter eröffnet. Die Anlage ist auf eine jährliche Kapazität von 20.000 Einheiten ausgelegt.

Die Investitionssumme für den Standort Sabac beläuft sich auf 20 Mio. Euro, während weitere 200 Mio. Euro in einen Robotik-Industriepark in Indjija fließen sollen. In diesem Zusammenhang kündigte der serbische Präsident Vucic zudem militärische Tests von Roboterhunden an, die mit Waffen ausgerüstet werden können.

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Strategische Partnerschaften und neue Einheiten

In Japan erweitern Mitsubishi Heavy Industries und NEC ihre Verteidigungspartnerschaft. Der Fokus liegt auf der Entwicklung von Drohnentechnologien und künstlicher Intelligenz für die Einsatzplanung sowie die Führung und Kontrolle der Selbstverteidigungsstreitkräfte. Dies folgt dem Plan der japanischen Regierung, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen und verstärkt auf kostengünstige unbemannte Systeme zu setzen.

Boeing bietet dem japanischen Verteidigungsministerium in diesem Kontext die Drohne MQ-28 Ghost Bat an. Das rund 12 Meter lange System wurde ursprünglich gemeinsam mit der Royal Australian Air Force entwickelt. Bereits Anfang 2025 hatte Japan einen Auftrag über rund 155 Mio. Yen (997.000 US-Dollar) für die Simulation unbemannter Flugzeuge an Boeing vergeben. Auch Airbus prüft derzeit einen Einstieg in den japanischen Drohnenmarkt.

Die Schweizer Armee reagiert ebenfalls auf die technologische Entwicklung. Wie Ende August 2026 durch Verteidigungsminister Martin Pfister und Armeechef Benedikt Roos in Thun bekannt gegeben wurde, soll ab 2028 ein eigenes Drohnenbataillon aufgebaut werden. Geplant sind neben einer spezialisierten Rekrutenschule auch ein zivil-militärisches Kompetenzzentrum für Drohnen und Robotik, um Aufklärung und Verteidigungsoperationen zu modernisieren.

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