Humanoide, Roboter

Humanoide Roboter: Open-Source-Modelle für 2.300 Euro fordern Tesla heraus

01.06.2026 - 04:33:14 | boerse-global.de

Hugging Face senkt mit LeRobot Humanoid die Einstiegshürden für humanoide Roboter drastisch und bringt die Branche in Bewegung.

Sterblichkeit: 15 Minuten tägliches Gehen senkt Risiko um 20% - Bild: über boerse-global.de
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Die Robotik-Branche erlebt einen radikalen Wandel: Open-Source-Initiativen machen humanoide Roboter erschwinglich und fordern etablierte Hersteller heraus.

Hugging Face, bekannt für KI-Modelle, hat mit LeRobot Humanoid ein Projekt gestartet, das die Forschung an humanoiden Robotern demokratisieren soll. Für umgerechnet rund 2.300 Euro können Forscher und Entwickler einen zweibeinigen Roboter aus 3D-gedruckten Teilen und handelsüblichen Komponenten nachbauen. Das System umfasst Baupläne, Montageanleitungen und KI-Trainingswerkzeuge.

Zum Vergleich: Der kommerzielle Unitree G1 kostet rund 14.700 Euro, der Tesla Optimus liegt zwischen 18.400 und 27.600 Euro. Die LeRobot-Plattform beherbergt inzwischen über 58.000 Datensätze für das Robotertraining.

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Forschung und Innovation aus der Wissenschaft

Auch die akademische Welt treibt die Entwicklung voran. Forscher der University of Michigan stellten „The Robot of Theseus“ (TROT) vor – einen viereckigen Roboter für rund 3.700 Euro. Das zehn Kilogramm schwere System nutzt 3D-gedruckte Halterungen und rückwärtsdrehende Motoren, die Energie zurückgewinnen können.

KI-Modelle für die Robotersteuerung

Die Software-Seite erlebt ebenfalls einen Durchbruch. Ende Mai veröffentlichte Agibot sein Modell tau0-WM, ein Weltmodell mit fünf Milliarden Parametern. Es wurde mit rund 30.000 Stunden Daten trainiert – darunter menschliche Videos und echte Robotersteuerung. Die Erfolgsrate bei unbekannten Aufgaben stieg von 43 auf 60 Prozent.

Parallel dazu brachte ein chinesisches Team Wall-OSS-0.5 heraus, ein Modell für die direkte Steuerung von Robotern ohne vorheriges Training. Genesis AI veröffentlichte mit Genesis World 1.0 eine Physik-Plattform, die Simulationen deutlich schneller macht als herkömmliche Methoden.

Kommerzielle Konkurrenz schläft nicht

Während Open-Source-Projekte auf Zugänglichkeit setzen, arbeiten kommerzielle Hersteller an High-End-Lösungen. Tesla Bot Gen 3 verfügt über ein verteiltes Steuerungssystem mit lokalen Motorkontrollen – das verbessert Reaktionszeiten und den Umgang mit empfindlichen Objekten.

LimX Dynamics präsentierte den LimX Luna für rund 37.700 Euro. Der 1,60 Meter große Roboter hat 27 Freiheitsgrade und einen vier Stunden haltenden, wechselbaren Akku. Zielmärkte: Einzelhandel, Freizeitparks und Forschungseinrichtungen.

Markt boomt – China dominiert

Der humanoide Robotermarkt wächst rasant. Unitree Robotics lieferte 2025 über 5.500 Einheiten aus und sicherte sich 32,4 Prozent des Weltmarkts. Insgesamt wurden 16.000 humanoide Roboter installiert – 80 Prozent davon in China. Unitree hat einen Börsengang im Wert von 560 Millionen Euro an der Shanghaier Börse beantragt, nachdem die Umsätze um 335 Prozent gestiegen waren.

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Militärische Anwendungen und neue Grenzen

Das Startup Foundation Future Industries testet seine Phantom-MK-1-Roboter in der Ukraine. Mit 22 Millionen Euro an US-Forschungsaufträgen strebt das Unternehmen eine vollständige Militärnutzung innerhalb von 12 bis 18 Monaten an.

Auch in der Luft: Forscher von MIT und UPenn stellten MIGHTY vor, einen Open-Source-Bahnplaner für Drohnen. Das System erreicht Geschwindigkeiten von 6,7 Metern pro Sekunde bei gleichzeitiger Hindernisvermeidung – und benötigt weniger Rechenleistung als bisherige Methoden.

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