Humanoide, Roboter

Humanoide Roboter: Futurist kostet 82.000 Euro, Codey unter 9.000

23.06.2026 - 23:42:02 | boerse-global.de

Mehrere Hersteller präsentieren erschwingliche soziale Roboter für den Massenmarkt. Sicherheitsstandards und emotionale KI rücken in den Fokus.

Humanoide Roboter erobern Alltag: Neue Modelle für Schulen und Pflege
Humanoide - A humanoid robot with a friendly face interacts with children in a classroom, symbolizing AI in educational robotics. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Die Entwicklungen zeigen: Künstliche Intelligenz erobert nicht nur Fabrikhallen, sondern auch Klassenzimmer und Wohnzimmer.

Neue Plattformen für soziale und pädagogische Robotik

Faraday Future präsentierte am Montag auf der Automate-Messe in Chicago seine vollständige EAI-Roboterwelt. Das Sortiment umfasst sechs Serien: die humanoiden Roboter Futurist, Master und Nova, die vierbeinigen Modelle Aegis und Navi sowie den mobilen Manipulator Faber. Der Futurist-Humanoide kostet rund 82.000 Euro inklusive Skills-Paket und ist nach Herstellerangaben der erste vollwertige Humanoide in den USA, der nativ das NVIDIA Sonic-Bewegungssteuerungssystem unterstützt. Noch im Juni sollen über 100 Einheiten ausgeliefert werden.

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Aus Seattle kommt mit Codey ein weiterer sozialer Roboter. Das 90 Zentimeter große Modell von Mind Children Robotics ist für Schulen, Krankenhäuser und die Altenpflege konzipiert. Das 2023 gegründete Startup nutzt die OpenAI-Schnittstelle und verlangt unter 9.000 Euro für den humanoiden Helfer. Erste Pilotstudien sind in südkoreanischen Schulen geplant.

UBTech Robotics meldet für seinen emotionalen Begleitroboter U1 bereits über 3.000 Vorbestellungen. Die Auslieferungen beginnen am 30. Juni. Parallel dazu hat der Erfinder des Roomba-Staubsaugers mit „Ami“ einen tierähnlichen KI-Begleiter vorgestellt, der auf taktile Interaktion und lokale Datenverarbeitung setzt.

Sicherheitsstandards und emotionale Intelligenz im Fokus

Mit der zunehmenden Verbreitung von Robotern in menschlichen Umgebungen gewinnen Sicherheitsprotokolle an Bedeutung. NVIDIA hat mit „Halos for Robotics“ ein funktionales Sicherheitssystem für physische KI auf den Markt gebracht. Das System basiert auf dem IGX Thor Compute-Modul und nutzt Erfahrungen aus 18.000 Entwicklerjahren in der autonomen Fahrzeugsicherheit. Es erfüllt den IEC 61508 SIL 3-Standard. Partner wie Agility und Boston Dynamics setzen die Plattform bereits ein.

Auf dem Summer Davos in Dalian (23. bis 25. Juni) präsentieren Experten Fortschritte bei emotionaler KI. Systeme wie „Robots as Mirrors“ und das „Cloud Brain“ zur Emotionsanalyse sollen das Verständnis zwischen Mensch und Maschine vertiefen – durch Echtzeit-Rückmeldungen.

Bildungseinrichtungen setzen auf Robotik

Die Jeonbuk National University in Südkorea hat ein neues Physical-AI-Testlabor eröffnet, das mit umgerechnet rund 14 Millionen Euro gefördert wird. Pilotprojekte mit Automobilzulieferern führten dort zu Produktionssteigerungen zwischen 5,1 und 11,4 Prozent bei gleichzeitiger Reduzierung der Bearbeitungszeiten um zehn Prozent.

KUKA erweitert sein Bildungsangebot um modulare Lernzellen und Simulationen. Die neue iiQKA Education Cell lite soll ab Juli 2026 verfügbar sein – mit 50 Prozent Rabatt für Bildungseinrichtungen.

Wettbewerbe und Forschung belegen wachsende Bedeutung

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Das Deutschlandfinale der World Robot Olympiad in Trier zog am 19. und 20. Juni über 3.000 Besucher an. Von 136 teilnehmenden Teams qualifizierten sich 22 für die internationalen Finals in Kroatien und Puerto Rico.

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Am heutigen Dienstag fanden in Leverkusen und Fulda regionale Wettbewerbe statt. In Fulda traten 70 Schüler in einem spezialisierten Ingenieurwettbewerb an, während in Leverkusen Teams mit selbst konstruierten KI-Systemen gegeneinander antraten.

Eine Studie der Fachzeitschrift Frontiers of Digital Education belegt zudem den therapeutischen Nutzen: Der Einsatz von NAO-Robotern verbesserte bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung (Alter 9 bis 11 Jahre) nachweislich Konzentration und emotionale Stabilität.

Die Berufsfachschule Dr. Kalscheuer gewann gemeinsam mit der Queen Mary University of London einen nationalen „AI Literacy“-Wettbewerb und erhält 10.000 Euro, um Künstliche Intelligenz weiter in den Schulalltag zu integrieren.

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