Humanoide Roboter: Figure AI beschäftigt mehr Maschinen als Menschen
21.06.2026 - 22:13:44 | boerse-global.de
Erstmals beschäftigt ein führender Hersteller mehr Maschinen als Menschen – und die Industrie zieht nach.
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Figure AI: Roboter in der Überzahl
Im zweiten Quartal 2026 hat Figure AI einen historischen Schritt vollzogen: Die Flotte aktiver Roboter des Unternehmens übersteigt nun zahlenmäßig die menschliche Belegschaft. Das ist kein PR-Gag, sondern ein Signal für den Wandel in der gesamten Branche. Die Hersteller steigen von Pilotprojekten auf die großflächige Integration in der Industrie um.
BMW setzt auf humanoide Helfer
Besonders eindrucksvoll zeigt sich der Fortschritt in der Automobilproduktion. Im BMW-Werk Spartanburg in South Carolina halfen Figure-AI-Roboter bei der Fertigung von 30.000 BMW X3 – mit einer Trefferquote von über 99 Prozent bei der Bauteilgenauigkeit. Das sind Werte, die selbst erfahrene Facharbeiter nur selten erreichen.
Die Konsequenz: BMW hat in Leipzig ein eigenes Kompetenzzentrum für „Physical AI in Production" eingerichtet. Auch die Zulieferer ziehen mit. Schaeffler bestellte bis zu 2.000 humanoide Roboter – Lieferung bis 2032. Das Unternehmen wurde auf der Hannover Messe mit dem Hermes Award 2026 ausgezeichnet, und zwar für eine Aktuator-Plattform, die den Einbauraum für humanoide Komponenten um 20 Prozent schrumpft.
Milliardenschwere Wetten auf die Zukunft
Die Geldgeber sind überzeugt: Allein im ersten Halbjahr 2026 sammelten vier große Firmen über 3,6 Milliarden Euro für „Physical AI" ein. Die größten Deals:
- Skild AI: 1,4 Milliarden Euro im Januar – Bewertung: 14 Milliarden Euro
- NEURA Robotics: 1,2 Milliarden Euro Series C im März
- Apptronik: 520 Millionen Euro im Februar – Bewertung: 5,5 Milliarden Euro
Zum Vergleich: Der gesamte Robotik-Sektor zog zwischen 2023 und 2025 jährlich durchschnittlich 40,7 Milliarden Euro an Wagniskapital an. Für 2026 prognostizieren Analysten, dass allein die Investitionen in humanoide Robotik 20 Milliarden Euro übersteigen könnten. Schwergewichte wie Microsoft, NVIDIA und OpenAI bleiben an Bord.
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China dominiert – aber Europa und USA holen auf
Die globale Rangliste hat einen klaren Spitzenreiter: China. 2025 kamen rund 85 bis 87 Prozent der weltweit 13.000 ausgelieferten humanoiden Roboter aus dem Reich der Mitte. Und der Trend beschleunigt sich: Im ersten Quartal 2026 stiegen die chinesischen Exporte humanoider Systeme um 210 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.
Während amerikanische und europäische Firmen auf hochwertige Industrieintegration setzen, drängen neue Anbieter auf den Markt:
- Faraday Future startete am 16. Juni 2026 sein „Embodied-AI"-Portfolio mit sechs Serien. Das Flaggschiff „New Futurist" ist 1,73 Meter groß und erreicht 18 km/h.
- AstraBot aus Bengaluru brachte den X1 für den indischen Markt – spezialisiert auf Logistik und Montage mit 15 kg Nutzlast.
- Genesis AI aus Frankreich, unterstützt von Ex-Google-Chef Eric Schmidt, geht mit „Eno" einen anderen Weg: ein Roboter auf Rädern mit 20 aktiven Freiheitsgraden in den Händen.
Schnellere Software, offene Modelle
Auch bei der Steuerung tut sich was. Galaxy General-Purpose Robot veröffentlichte ein Open-Source-Bewegungsmodell, trainiert auf 20.000 Stunden Daten. Es ermöglicht „Zero-Shot"-Fähigkeiten – der Roboter führt komplexe Aktionen aus, ohne sie vorher gelernt zu haben. Die Reaktionszeit liegt unter 1,5 Millisekunden auf handelsüblicher Hardware.
Ausblick: Automate 2026 und die WM
Die Branche trifft sich vom 22. bis 25. Juni auf der Automate 2026 in Chicago. Erstmals gibt es einen Humanoid Robot Pavilion, gesponsert von NVIDIA. Faraday Future und andere Hersteller zeigen dort die zweite Hälfte ihrer aktuellen Hardware-Palette.
Und dann kommt die FIFA-Weltmeisterschaft 2026: Boston Dynamics wird bei Sicherheitspatrouillen und Fan-Interaktionen in nordamerikanischen Stadien helfen. Die humanoide Revolution wird also nicht nur in Fabrikhallen sichtbar – sondern bald auch im Stadion nebenan.
