Humanoide Roboter: Erste Europafabrik in Serbien startet Massenproduktion
Veröffentlicht am: 02.09.2026 um 07:00 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Mit der Inbetriebnahme eines neuen Werks in Šabac setzen die chinesische Minth Group und das Technologieunternehmen AGIBOT einen Meilenstein für die europäische Robotikbranche. Es handelt sich um die erste Massenproduktionsstätte für humanoide Roboter in Europa, die eine jährliche Kapazität von mehreren tausend Einheiten anstrebt.
Am 29. August 2026 eröffneten die Minth Group und AGIBOT offiziell ihre neue Fabrik für humanoide Roboter im serbischen Šabac. Das Projekt markiert den Einstieg in die großskalierte Fertigung hochentwickelter Robotersysteme auf dem europäischen Kontinent. In der ersten Phase wurden rund 20 Millionen Euro in den Standort investiert, der eine Fläche von circa 3.000 Quadratmetern umfasst.
Produktionskapazitäten und technologische Basis
Die Fertigung in Šabac basiert auf der Technologie von Zhiyuan Robotics. Das erklärte Ziel der Partnerunternehmen ist die Produktion von über 5.000 Robotern pro Jahr. Zu Beginn sollen am Standort etwa 200 bis 250 Mitarbeiter beschäftigt werden. Langfristig ist jedoch ein deutlicher Ausbau der Belegschaft geplant: Im Zuge der weiteren Expansion wird die Schaffung von insgesamt rund 5.000 Arbeitsplätzen angestrebt.
Ein erster konkreter Einsatzbereich für die neue Technologie ist bereits definiert. Eine Charge von 500 Robotern aus der ersten Produktion ist für die Belgrader Expo 2027 vorgesehen. Über die regionale Nutzung hinaus kündigte der serbische Präsident Aleksandar Vu?i? an, dass die in Šabac produzierten Systeme künftig auch in die Europäische Union exportiert werden sollen.
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Ausbau zum Robotik-Industriepark in In?ija
Die Eröffnung in Šabac gilt als Auftakt für eine umfassendere Investitionsstrategie der Minth Group, die seit 2018 bereits zehn Fabriken in Serbien betreibt. Geplant ist der Aufbau eines großflächigen Robotik-Industrieparks in In?ija. Für dieses Vorhaben ist eine Gesamtinvestition von etwa 200 Millionen Euro vorgesehen. Nach Fertigstellung soll die Kapazität dort auf bis zu 20.000 Einheiten pro Jahr steigen.
Parallel dazu treibt die serbische Regierung die lokale Zulieferstruktur voran. Am 31. August 2026 wurde ein Rahmenabkommen mit dem Unternehmen Jiangsu Reliance Energy Tech unterzeichnet. Dieses sieht den Bau einer 100,5 Millionen Euro teuren Batteriefabrik in In?ija vor.
Die dort produzierten Energiespeicher sollen speziell in Drohnen, humanoiden Robotern und unbemannten Fahrzeugen zum Einsatz kommen. Der Baubeginn ist für Ende Oktober 2026 angesetzt, wobei rund 250 neue Arbeitsplätze entstehen sollen.
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Strategische Bedeutung und militärische Perspektiven
Die Ansiedlung der chinesischen Robotik-Produktion erfolgt in einem dynamischen geopolitischen Umfeld. Während die US-Regierung Ende Juli 2026 Importe fortschrittlicher ausländischer Roboter aus Gründen der nationalen Sicherheit untersagte, positioniert sich Serbien als zentraler Hub für diese Technologie in Europa.
Präsident Vu?i? betonte zudem die sicherheitspolitische Relevanz der Entwicklungen. Er kündigte an, dass die serbischen Streitkräfte innerhalb der nächsten 15 Tage den ersten Einsatz chinesischer Roboter demonstrieren werden. Dabei soll es sich unter anderem um eine Vorführung bewaffneter Roboterhunde handeln.
Ergänzend dazu plant die Regierung, innerhalb von sechs Monaten eine der größten Drohnenfabriken Europas in Serbien zu errichten, um die technologische Autonomie in diesem Sektor weiter zu stärken.
