Humanoide, Roboter

Humanoide Roboter: China plant 10.000 kommerzielle Einheiten bis Ende 2026

10.06.2026 - 23:25:54 | boerse-global.de

Xpeng-CEO übernimmt Robotik-Sparte, BYD plant 20.000 Einheiten. Peking startet nationales Programm für 10.000 Roboter bis Ende 2026.

Chinas E-Auto-Pioniere Xpeng und BYD forcieren humanoide Roboter
Humanoide - A humanoid robot with a metallic finish stands in a modern, automated factory, symbolizing China's push into robotics. 10.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Xpeng-CEO He Xiaopeng übernahm heute persönlich die Leitung der Robotik-Sparte, während die Regierung ehrgeizige Ziele für die kommerzielle Nutzung vorgibt.

Der Chef steuert jetzt selbst

He Xiaopeng, Chairman und CEO von Xpeng, greift direkt ins Tagesgeschäft ein: Er übernimmt die Führung der Robotik-Abteilung, um den Einstieg in die „physische KI" zu beschleunigen. Der Schritt folgt auf den Rücktritt von Shi Xiaoxin, dem bisherigen Senior Director für Robotik-Produktplanung, Anfang Juni.

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Xpeng baut derzeit in Guangzhou ein 110.000 Quadratmeter großes Produktionszentrum – Baubeginn war im ersten Quartal 2026. Hier soll der humanoide Roboter „Iron" vom Band laufen. Die Serienproduktion ist für das vierte Quartal 2026 geplant, die ersten kommerziellen Auslieferungen folgen 2027.

Die technischen Daten des Iron können sich sehen lassen: 1,73 Meter groß, 70 Kilogramm schwer, angetrieben von drei Turing-KI-Chips mit einer Rechenleistung von 2.250 TOPS. Ab dem ersten Quartal 2027 sollen die Roboter als Shopping-Guides in Xpeng-Filialen arbeiten, gefolgt von einem Auslandsstart im zweiten Quartal. Der Markteintritt für Privathaushalte ist für 2028 vorgesehen. Das langfristige Ziel: eine Million Einheiten pro Jahr bis 2030.

BYD setzt auf die Fabrik der Zukunft

Auch BYD mischt kräftig mit. Der Konzern bestätigte Anfang Juni seine Robotik-Pläne. Executive Vice President Stella Li stellte klar: Der Fokus liegt zunächst auf industriellen Anwendungen. Seit Gründung der Robotik-Abteilung im Juni 2025 testet BYD bereits 150 Prototypen. Bis Ende 2026 sollen 20.000 Einheiten in den eigenen Fertigungsanlagen arbeiten.

Dafür entsteht in Xi'an ein neuer Industriepark mit einer geplanten Kapazität von 50.000 Robotern pro Jahr. Die eigenen Fabriken dienen als Testlabor. Doch die Vision reicht weiter: BYD will langfristig in den Haushalts- und Seniorenpflegemarkt einsteigen. Das Ziel: Drei Roboter pro Haushalt – für Putzen, Kochen und mehr.

Peking gibt das Tempo vor

Die Aktivitäten der Unternehmen sind kein Zufall. Heute startete ein nationales Programm des Ministeriums für Industrie und Informationstechnologie sowie der Kommission für Staatsvermögensaufsicht. Die Vorgabe: 10.000 kommerziell eingesetzte Roboter bis Ende 2026 und die Identifizierung von über 100 hochwertigen Anwendungsszenarien.

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Lokale Regierungen und Staatsunternehmen müssen bis Ende Juni Umsetzungspläne vorlegen, Ende November folgen Fortschrittsberichte. Das Modell „Humanoid Robot-as-a-Service" soll die Einstiegshürden senken. Aktuell produzieren chinesische Hersteller rund 85 Prozent aller humanoiden Roboter weltweit.

Geldregen und Vorbestellungen

Die Kapitalmärkte reagieren begeistert:

  • Unitree Robotics erhielt am 1. Juni die Zulassung für einen Börsengang am STAR Market. Das Unternehmen will 4,20 Milliarden Yuan (rund 540 Millionen Euro) einsammeln, die Bewertung liegt bei etwa 42 Milliarden Yuan. Unitree kooperiert mit NVIDIA für seine H2+ Plattform.
  • UBTech meldete für 2025 einen 22-fachen Umsatzanstieg bei Robotik auf 821 Millionen Yuan. Die Tochter UWORLD startete am 2. Juni den Vorverkauf eines humanoiden Begleitroboters auf JD.com – über 3.000 Vorbestellungen in acht Tagen.
  • Chery verkauft seit April einen humanoiden Roboter online zum Preis von 280.000 Yuan (rund 36.000 Euro) .
  • Startups sammeln kräftig ein: Spirit AI schloss eine A+-Runde über 1,50 Milliarden Yuan ab, Astribot eine Serie B über 1 Milliarde Yuan.

Während Xpeng, BYD und Chery mit Tesla und Hyundai konkurrieren, bleibt ein prominenter Hersteller vorsichtig: Nio hat sich vorerst gegen den Einstieg in den Robotik-Markt entschieden.

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