Humanoide, Roboter

Humanoide Roboter: BYD und PaXini Tech intensivieren Fabrik-Partnerschaft

Veröffentlicht am: 31.08.2026 um 19:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

BYD und PaXini Tech bündeln Produktionsdaten und Robotik-Know-how. Weitere Projekte zeigen Fortschritte bei humanoiden Systemen für Fabriken.

BYD kooperiert mit PaXini Tech bei humanoider Fabrikrobotik
Moderne automatisierte Fertigungshalle in einem Automobilwerk mit präzisen Industrierobotern und technischer Infrastruktur. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Am 25. August 2026 hat der Automobilhersteller BYD an seinem Hauptsitz in Shenzhen eine strategische Kooperationsvereinbarung mit dem Technologieunternehmen PaXini Tech unterzeichnet. Die Partnerschaft zielt darauf ab, die Integration humanoider Roboter in hochkomplexen industriellen Fertigungsumgebungen voranzutreiben.

Im Rahmen der Vereinbarung stellt BYD reale Betriebsdaten sowie komplexe Produktionsumgebungen für die Validierung der Robotersysteme zur Verfügung. PaXini Tech bringt im Gegenzug seine Expertise in den Bereichen taktile Sensorik, geschickte Robotik-Hände sowie seine Tora-Humanoiden in das Projekt ein.

Finanzielle Dynamik und Leistungsnachweise im Robotik-Sektor

PaXini Tech unterstreicht mit dieser Kooperation seine wachsende Bedeutung im Sektor der physischen Künstlichen Intelligenz (KI). Bereits im März konnte das Unternehmen mehr als 1 Milliarde Yuan (147 Mio. US-Dollar) an Kapital einsammeln, was zu einer Bewertung von über 10 Milliarden Yuan führte.

Berichten zufolge erwägt das Unternehmen zudem einen Börsengang in Hongkong. Die technologische Reife der Systeme wurde bereits in Zusammenarbeit mit anderen Herstellern erprobt: So erreichte der Tora-One-Roboter bei Geely eine Erfolgsquote von 99,8 % bei spezifischen Aufgaben und absolvierte einen Dauerbetrieb von acht Stunden.

Parallel dazu verzeichnen auch andere Akteure signifikante Fortschritte in der industriellen Anwendung. Sanctuary AI demonstrierte kürzlich eine Erfolgsquote von 99,5 % bei einer komplexen Kabelsteck-Aufgabe für einen Tier-1-Automobilzulieferer. Dabei wurde eine Zykluszeit von 2,54 Sekunden erreicht.

Bemerkenswert ist die kurze Einlernphase: Der Proof-of-Concept dauerte lediglich 40 Minuten und erforderte 313 Versuche. Sanctuary AI verfolgt mittlerweile einen hardware-agnostischen Ansatz und vertreibt KI-Software für bereits bestehende Industrieroboter.

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Ausbau der humanoiden Flotten in der globalen Produktion

Der Einsatz humanoider Roboter entwickelt sich zunehmend zum Standard in der globalen Automobilindustrie. Figure AI setzte das Modell Figure 02 über einen Zeitraum von elf Monaten im BMW-Werk in Spartanburg ein. Während dieser Phase unterstützte der Roboter die Produktion von 30.000 BMW-X3-Fahrzeugen, wobei er in 1.250 Betriebsstunden rund 90.000 Teile verlud.

Das Nachfolgemodell Figure 03 ist bereits in der Lage, lose Teile mithilfe von Handflächenkameras und taktiler Sensorik autonom zu sortieren. Branchenanalysten prognostizieren, dass der Preis pro Einheit bis Ende 2026 unter 30.000 US-Dollar fallen könnte.

Auch Tesla setzt verstärkt auf Eigenentwicklungen und nutzt den Optimus Gen 3 in seinen Werken in Fremont und Austin für die Materialhandhabung. In China hat sich XPENG mit seiner Robotik-Sparte positioniert, die kürzlich eine Investition von über 900 Mio. US-Dollar bei einer Bewertung von 6,3 Mrd. US-Dollar erhielt.

Der XPENG-Roboter IRON verfügt über 76 Freiheitsgrade und wird von drei Turing-KI-Chips gesteuert. Während die Bruttomarge im Automobilgeschäft von XPENG bei 12,1 % liegt, wird für den Robotik-Bereich eine Marge von über 50 % erwartet. Die Serienproduktion ist für Ende 2026 geplant.

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Infrastruktur und strategische Partnerschaften

Die Transformation der Branche wird durch massive Investitionen in die Zulieferkette und Forschungsinfrastruktur flankiert. BYD hat seine technologische Tiefe bereits mit dem Roboter Xiaodi demonstriert, der zu 80 % auf hauseigener Technologie basiert. Zudem wurde Melexis als Direktlieferant in das globale Beschaffungssystem von BYD aufgenommen, um Sensoren und Treiber-ICs für Anwendungen in der Robotik und Fahrzeugsteuerung zu liefern.

International bilden sich Konsortien, um dem drohenden Arbeitskräftemangel zu begegnen. In Japan haben sich rund 20 Hersteller, darunter Kyocera und Kobe Steel, zusammengeschlossen, um physische KI für Fabrikroboter zu kommerzialisieren. In der Präfektur Chiba wurde die Kanto Data Factory eröffnet, in der 35 humanoide Roboter im Einsatz sind.

Südkorea investiert über das Ministerium für die Jahre 2026 bis 2030 insgesamt 1,41 Billionen Won in autonome Fabrikabläufe. Erste Tests an der Jeonbuk National University zeigten bereits Produktionssteigerungen von bis zu 11,4 % bei spezialisierten Zulieferern.

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