Hühnersuppe, Erkältung

Hühnersuppe bei Erkältung: Auswertung sieht weniger starke Symptome

Veröffentlicht am: 07.10.2026 um 14:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine 2025 veröffentlichte Auswertung verbindet Hühnersuppe mit milderen Beschwerden, besserer Flüssigkeitsversorgung und gesteigertem Wohlbefinden.

Hühnersuppe bei Atemwegsinfekten: Studie zeigt mögliche Linderung
Eine dampfende Schale Hühnerbrühe mit frischem Gemüse auf einem rustikalen Holztisch in einer hellen Küche. Illustration mit AI erstellt.

Traditionelle Hausmittel stehen bei saisonalen Infekten regelmäßig im Mittelpunkt des Interesses. Eine Auswertung von Wissenschaftlern aus Schottland und Australien, die 2025 im Fachjournal Nutrients erschien, widmete sich der Wirkung von Hühnersuppe bei akuten Atemwegsinfektionen.

Die Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass der Verzehr die Symptomstärke reduzieren, die Hydration der Betroffenen fördern und das allgemeine Wohlbefinden unterstützen kann. Damit liefert die Arbeit eine wissenschaftliche Basis für eine Methode, die über Generationen hinweg vor allem auf Erfahrungswerten beruhte.

Differenzierte Mechanismen und frühere Befunde

Die Forschung an traditionellen Brühen ist nicht neu. Bereits eine Studie aus dem Jahr 2019 kam zu dem Ergebnis, dass traditionelle Brühen als Anti-Malaria-Mittel vergleichbare oder sogar bessere Resultate erzielten als herkömmliche Pharmazeutika.

Im Jahr 2022 untersuchten Wissenschaftler die Effekte unterschiedlicher Hühnersuppen genauer: Sowohl Varianten aus Freiland-, Haushalts- als auch Industriehaltung wiesen immunmodulierende Wirkungen auf, die jedoch über verschiedene Mechanismen vermittelt wurden. Bei der Immunerholung im Tiermodell an Mäusen erwies sich die Suppe aus Freilandhuhn den anderen Zubereitungen als überlegen.

Gleichzeitig blicken Fachleute kritisch auf manche rein medikamentöse Therapien gegen virale Erreger. Für das antivirale Arzneimittel Oseltamivir (Tamiflu) ergaben systematische Übersichten und Meta-Analysen bei ambulanten Influenza-Patienten keine Reduzierung des Risikos für Krankenhauseinweisungen, während gastrointestinale Nebenwirkungen zunahmen.

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Laut einer im Fachjournal The Lancet veröffentlichten Studie erwies sich das Präparat bei kritisch kranken Influenza-Patienten als unwirksam und erhöhte wahrscheinlich die 90-Tage-Mortalität.

Ergänzende Hausmittel und Nährstoffe

Neben Brühen kommen bei akuten Atemwegsinfekten weitere Hausmittel zum Einsatz, deren Nutzen unterschiedlich gut belegt ist:

  • Honig und Kräuter: Honig kann den Hustenreiz sowie Halsschmerzen lindern, darf jedoch wegen des Risikos von Säuglingsbotulismus nicht an Kinder unter einem Jahr verabreicht werden. Thymian gilt als schleimlösend bei Husten, eignet sich jedoch nicht für Säuglinge, Kleinkinder oder Asthmatiker.
  • Salzlösungen: Das Gurgeln mit einer Mischung aus einem halben Teelöffel Salz in lauwarmem Wasser oder isotone Nasenspülungen helfen bei verstopften Atemwegen.
  • Vitamine: Eine Cochrane-Auswertung zeigt, dass eine regelmäßige Einnahme von Vitamin C die Dauer einer Erkältung bei Erwachsenen im Schnitt um etwa 8 Prozent und bei Kindern um 14 Prozent verkürzt. Das Erkältungsrisiko sinkt dadurch in der Normalbevölkerung jedoch nicht. Für Vitamin D zeigte eine Meta-Analyse über 46 randomisierte kontrollierte Studien mit 64.086 Teilnehmenden keinen signifikanten Schutz vor akuten Atemwegsinfektionen.
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Medizinische Grenzen der Selbstbehandlung

Eine gewöhnliche Erkältung hält in der Regel sieben bis zehn Tage an. Da virale Infektionen die Ursache sind, bieten Antibiotika keinen Nutzen. Fachleute weisen darauf hin, dass Ruhe und Schlaf für die Genesung wesentlich sind.

Grenzen der Selbstbehandlung sind erreicht, wenn Fieber über 39 Grad Celsius steigt oder länger als drei Tage anhält, Atemnot oder Brustschmerzen auftreten oder sich die Beschwerden nach zehn Tagen nicht bessern. In diesen Fällen sowie bei Risikogruppen wie Schwangeren, Älteren oder chronisch Kranken ist eine ärztliche Abklärung erforderlich.

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