Hüftbruch, Hochbetagten

Hüftbruch bei Hochbetagten: Minimalinvasive OP verkürzt Genesungszeit

Veröffentlicht am: 21.09.2026 um 14:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Am Zollernalb-Klinikum Balingen wurde ein über 90-jähriger Patient mit 3D-Unterstützung und minimalinvasiver Technik erfolgreich operiert.

Zollernalb-Klinikum: Schonende Hüftpfannen-OP bei über 90-Jährigem
Ein steriler, modern ausgestatteter Operationssaal mit einem chirurgischen Bildwandler über einem leeren Operationstisch. Illustration mit AI erstellt.

Die Behandlung komplexer Knochenbrüche bei hochbetagten Patienten stellt die moderne Chirurgie vor besondere Herausforderungen. Ein aktuelles Fallbeispiel aus dem Zollernalb-Klinikum Balingen verdeutlicht, wie technologische Innovationen und spezialisierte Zugangstechniken dazu beitragen können, die Belastung für den Organismus zu minimieren und die Genesung zu beschleunigen.

Laut einem Bericht vom 21. September 2026 gelang es dort, einen über 90-jährigen Patienten nach einem komplexen Hüftpfannenbruch erfolgreich minimalinvasiv zu operieren.

Innovationen in der Beckenchirurgie am Zollernalb-Klinikum Balingen

Im Zentrum des angewandten Verfahrens steht die Verwendung der sogenannten NEXOS Pelvis P-Platte. Dieses spezielle Implantat wurde ursprünglich an der Berliner Charité mitentwickelt und dient der Stabilisierung des Beckenrings sowie der Hüftpfanne. Der entscheidende Vorteil am Standort Balingen war die Kombination dieses Implantats mit einem gewebeschonenden Operationsverfahren.

Die Chirurgen wählten hierfür den sogenannten Pararectus-Zugang. Bei dieser Technik erfolgt der Eingriff entlang der Bauchdecke, was im Vergleich zu herkömmlichen, großflächigen Eröffnungen des Beckenraums als deutlich weniger belastend gilt. Ziel dieses minimalinvasiven Vorgehens ist es, die Integrität der umliegenden Muskulatur und des Gewebes weitestgehend zu erhalten, um die postoperative Erholungsphase zu verkürzen.

Technologische Unterstützung durch 3D-Bildgebung

Ein wesentlicher Faktor für die Präzision während des Eingriffs am Zollernalb-Klinikum Balingen war der Einsatz moderner Bildgebungsverfahren. Ein 3D-Bildwandler ermöglichte es dem Operationsteam, die Gelenkform sowie die exakte Lage des Implantats noch während der laufenden Operation zu überprüfen.

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Diese intraoperative Erfolgskontrolle ist insbesondere bei komplexen Frakturen der Hüftpfanne von Bedeutung, da bereits geringfügige Fehlstellungen des Implantats die spätere Beweglichkeit einschränken oder Schmerzen verursachen können.

Durch die dreidimensionale Darstellung in Echtzeit kann die Positionierung der NEXOS-Platte unmittelbar korrigiert werden, was die Sicherheit für den Patienten erhöht und die Notwendigkeit von Folgeeingriffen reduziert.

Bedeutung der schnellen Mobilisation für geriatrische Patienten

Die Wahl des Operationsverfahrens hat bei Patienten in fortgeschrittenem Alter eine strategische Bedeutung, die über die reine Frakturheilung hinausgeht. Chefarzt Dr. Benjamin König verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass das primäre Ziel gerade bei älteren Patienten darin bestehe, eine möglichst schnelle und sichere Mobilisation zu ermöglichen.

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Lange Liegezeiten nach einer Operation bergen für Hochbetagte erhebliche Risiken, darunter den Abbau von Muskelmasse oder pulmonale Komplikationen. Wie das Fallbeispiel aus dem September 2026 zeigt, verlief die Operation erfolgreich: Der über 90-jährige Patient konnte zügig mobilisiert werden und wies nach dem Eingriff eine deutlich reduzierte Schmerzsymptomatik auf. Dies unterstreicht die Relevanz minimalinvasiver Ansätze in der Alterstraumatologie, um die Lebensqualität und Selbstständigkeit der Patienten auch nach schweren Verletzungen zu erhalten.

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