Huawei, Tesla

Huawei fordert Tesla heraus: Vergleichstest für autonomes Fahren in China

Veröffentlicht am: 17.07.2026 um 21:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Huawei-Chef Jin Yuzhi schlägt Tesla einen öffentlichen Test auf chinesischen Straßen vor. Der Konzern unterstreicht damit seine Multi-Sensor-Strategie gegen Teslas reinen Kamerafokus.

Huawei-Manager fordert Tesla zu öffentlichem Fahrassistenz-Vergleich heraus
Ein futuristisches Elektroauto mit beleuchteten Sensoren fährt auf einer mehrspurigen Autobahn in einer modernen chinesischen Stadt in der Dämmerung. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Huawei-Chef Jin Yuzhi bietet Tesla einen öffentlichen Vergleichstest auf chinesischen Straßen an – und unterstreicht damit den technologischen Vorsprung der eigenen Sensor-Fusion-Strategie.

Der Vorstoß kommt ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem Tesla seine Full-Self-Driving-Technologie (FSD) offiziell in China einführen will. Bei der Vorstellung des Geländewagens Dongfeng Mengshi schlug Jin Yuzhi, Senior Vice President von Huawei und CEO der intelligenten Fahrzeugsparte Yinwang, einen direkten Vergleich vor. Getestet werden soll, wie beide Systeme mit den komplexen und oft chaotischen Straßenverhältnissen in China zurechtkommen.

Der grundlegende Technologie-Streit

Huawei setzt weiterhin auf eine Multi-Sensor-Fusion – eine Kombination aus LiDAR, Radar und Kameras. Tesla hingegen vertraut ausschließlich auf Kameras. Dieser fundamentale Unterschied in der technologischen Ausrichtung ist mehr als eine akademische Debatte: Er entscheidet über Sicherheit und Zuverlässigkeit im realen Fahrbetrieb.

Jin Yuzhi betonte, dass Huawei bereits seit über einem Jahr die offizielle Zulassung von Teslas FSD in China befürworte. Doch die Zustimmung zur Marktöffnung bedeutet keine Zustimmung zur Technologie. „Wir begrüßen den Wettbewerb, aber wir setzen auf bewährte Sicherheit“, ließ der Huawei-Manager durchblicken.

Beeindruckende Zahlen aus dem Qiankun-Ökosystem

Huaweis intelligentes Fahrassistenzsystem Qiankun ist inzwischen in mehr als 50 Fahrzeugmodellen von über 20 verschiedenen Herstellern integriert – von Limousinen über SUVs bis zu Geländewagen. Die Zahlen, die das Unternehmen am 16. Juli 2026 vorlegte, können sich sehen lassen:

  • 12,8 Milliarden Kilometer haben die assistierten Fahrsysteme bereits zurückgelegt
  • 1,9 Millionen Fahrzeuge sind mit Huaweis Technologie ausgerüstet
  • Bis Ende August soll die 2-Millionen-Marke geknackt sein

Die interne Sicherheitsbilanz ist eindrucksvoll: Rund 5,8 Millionen mögliche Kollisionen konnte das System vermeiden. Auf einen schweren Unfall kommt statistisch gesehen ein Unfall pro 8,872 Millionen gefahrener Kilometer.

Anzeige

Während Huawei massiv in die Absicherung autonomer Fahrsysteme investiert, stehen auch Unternehmen in Deutschland vor neuen technologischen Herausforderungen. Erfahren Sie in diesem kostenlosen Report, welche rechtlichen Pflichten und Cyberrisiken durch neue KI-Gesetze jetzt auf Sie zukommen. KI-Gesetze und neue Bedrohungen verstehen

Milliarden-Investitionen in die Zukunft

Huawei hat historisch bereits über 100 Milliarden Yuan (rund 13 Milliarden Euro) in intelligente Fahrtechnologie investiert. Für 2026 sind weitere 18 Milliarden Yuan (2,3 Milliarden Euro) für Forschung und Entwicklung eingeplant.

Ein zentraler Pfeiler der Strategie ist die Rechenleistung. Aktuell betreibt Huawei 60 EFLOPS an Rechenkapazität. Die Investitionen in diesem Bereich sollen 2026 zwischen 7 und 8 Milliarden Yuan liegen. Über die nächsten fünf Jahre plant der Konzern sogar mit 700 bis 800 Milliarden Yuan (rund 90 bis 103 Milliarden Euro).

Der Fahrplan zur vollständigen Autonomie

Huawei sieht 2026 als das Jahr der großflächigen Einführung intelligenter Fahrtechnologien weltweit. Die Prognosen für die kommenden Jahre sind ambitioniert:

  • 2025: Über 90 Prozent der Fahrzeuge über 100.000 Yuan (rund 13.000 Euro) sollen mit L2+-Funktionen ausgestattet sein
  • 2026: Start von Pilotprogrammen für L3-Autonomie
  • 2027: Kommerzielle Verfügbarkeit von L3 auf Autobahnen
  • 2028: Kommerzielle Anwendung von L4-Autonomie im Stadtverkehr
Anzeige

Die zunehmende Vernetzung und Automatisierung bietet Angreifern weltweit immer neue Angriffsflächen. Wie Sie Ihr Unternehmen ohne teure Investitionen vor modernen Cyberbedrohungen schützen, zeigt dieses praxisnahe E-Book für Entscheider. Kostenlosen Sicherheits-Ratgeber herunterladen

Für Premium-Modelle über 500.000 Yuan (rund 64.000 Euro) erwartet Huawei bereits 2025 eine 90-prozentige Durchdringungsrate mit City-NCA (Navigation Cruise Assist).

Der nächste große Schritt ist das OTA-Update auf ADS 5.0 (Over-the-Air), das Huawei in Kürze an seine Flotte ausrollen will. Damit vollzieht der Konzern den Übergang vom assistierten zum hochautonomen Fahren – und stellt Tesla vor die Wahl: mitziehen oder abgehängt werden.

Disclaimer zu unseren Artikeln: Keine Anlageberatung, keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Angaben zu Kursen, Unternehmen und Märkten ohne Gewähr; Änderungen jederzeit möglich. Börsengeschäfte können zu hohen Verlusten führen. Unsere Beiträge werden ganz oder teilweise automatisiert mit Unterstützung von AI erstellt und geprüft.

de | wissenschaft | 69790075 |