HTTP/ 2 Bomb: Apache schließt kritische DoS-Lücke in 2.4.68
09.06.2026 - 10:07:32 | boerse-global.de
Eine schwerwiegende Denial-of-Service-Lücke bedroht Hunderttausende Webserver weltweit. Die Apache Software Foundation hat am Montag ein dringendes Sicherheitsupdate veröffentlicht.
Der Exploit mit dem Namen „HTTP/2 Bomb" nutzt eine Schwachstelle im mod_http2-Modul aus. Betroffen sind alle Apache-Versionen von 2.4.17 bis 2.4.67. Die neue Version 2.4.68 schließt das Loch – und das ist höchste Eisenbahn.
Angreifer brauchen nur Sekunden
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Die Sicherheitslücke CVE-2026-49975 kombiniert zwei bekannte Angriffstechniken: HPACK-Kompression und eine Slowloris-ähnliche Flusskontrolle. Das Ergebnis ist verheerend. Ein einzelner Angreifer mit einer 100-MBit/s-Leitung kann innerhalb von 20 Sekunden 32 Gigabyte Serverspeicher lahmlegen.
Rund 880.000 Websites waren zum Zeitpunkt der Veröffentlichung potenziell gefährdet. Die gute Nachricht: Apache hat den Fehler mit dem Update auf mod_http2 Version 2.0.41 behoben.
Branche reagiert unterschiedlich
Nicht nur Apache ist betroffen. Auch NGINX, IIS, Envoy und Cloudflares Pingora kämpfen mit ähnlichen Problemen. NGINX hat mit Version 1.29.8 bereits reagiert. Bei IIS und Envoy fehlen dagegen noch offizielle Patches. Cloudflare schützt seine Kunden durch Edge-Sicherheitsmaßnahmen.
Verschont bleiben Anwender von LiteSpeed Web Server, OpenLiteSpeed und LiteSpeed Web ADC – ihre unabhängige Codebasis macht immun gegen den Exploit. Sicherheitsexperten betonen: Es gibt keine Workarounds. Einzige Lösung ist das Update.
Weitere Schwachstellen geschlossen
Das Apache-Update vom 8. Juni behebt insgesamt 12 bis 13 Sicherheitslücken. Darunter mehrere kritische Speicher- und Injection-Probleme:
- Use-After-Free-Fehler in mod_ldap (CVE-2026-29167) und mod_http2 (CVE-2026-48913) – beide könnten zur Dienstinstabilität führen
- Pufferüberläufe in mod_proxy_html (CVE-2026-34355)
- Cross-Site-Scripting in mod_proxy_ftp (CVE-2026-29170)
- Rechteausweitung über .htaccess-Dateien (CVE-2026-44119)
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Angriffswelle auf Infrastruktur
Die HTTP/2-Bomb ist kein Einzelfall. Erst am 5. Juni hatte die US-Cybersicherheitsbehörde CISA eine DoS-Lücke in SolarWinds Serv-U (CVE-2026-28318) in ihren Katalog bekannter Exploits aufgenommen. Auch dort reichen manipulierte Anfragen, um Dienste zum Absturz zu bringen.
Am 7. Juni veröffentlichte das Gogs-Projekt Version 0.14.3 – als Notfall-Patch für eine kritische Zero-Day-Lücke. Die Entwicklung zeigt einen alarmierenden Trend: Die Zeitspanne zwischen Entdeckung und aktivem Exploit schrumpfte von hunderten Tagen im Jahr 2020 auf rund 40 Tage bis 2025.
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