HSZ-BW, Cyberangriff

HSZ-BW: Cyberangriff legt Bewerbungsportale und Hochschulverwaltung lahm

Veröffentlicht am: 15.10.2026 um 23:42 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Der Angriff vom 7. Oktober beeinträchtigt Verwaltungsdienste und Bewerbungen an mehreren Hochschulen; Umfang eines möglichen Datenabflusses wird untersucht.
Ein modernes Universitätsgebäude in der Abenddämmerung, das leer und verlassen wirkt. Illustration mit AI erstellt.

Ein IT-Sicherheitsvorfall beim Hochschulservicezentrum Baden-Württemberg (HSZ-BW) führt zu weitreichenden Ausfällen bei Verwaltungssystemen und Bewerbungsverfahren an mehreren Hochschulen im Land.

Betroffen ist unter anderem die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Mannheim, deren Bewerbungsportal sowie zentrale IT-Dienste der Verwaltung derzeit nicht verfügbar sind. Eine Behebung der Störungen wird nach Angaben der Hochschule innerhalb weniger Tage erwartet.

Cyberangriff löst umfassende Sicherheitsmaßnahmen aus

Der Angriff auf das in Reutlingen ansässige HSZ-BW – eine gemeinsame Einrichtung der Hochschule Reutlingen und der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg – ereignete sich am 7. Oktober 2026. Das Eindringen wurde am Mittwochabend durch die IT-Abteilung bemerkt.

Umgehend wurden Systeme offline genommen, die Internetverbindung unterbrochen sowie die Telefonanlage deaktiviert. Als vorsorgliche Sicherheitsmaßnahme trennte das Zentrum zudem die Verbindungen zu den angebundenen Hochschulen.

Noch am selben Abend wurden die zuständigen Ermittlungsbehörden und die Cybersicherheitsagentur Baden-Württemberg verständigt. Seit dem Morgen des 8. Oktober 2026 ist ein Krisenstab im Einsatz. Die Ermittlungen führen das Polizeipräsidium Reutlingen und die Abteilung Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Karlsruhe.

Nach ersten Überprüfungen befinden sich die Angreifer vermutlich im Besitz von Daten; Umfang und Art des Abflusses sind derzeit Gegenstand der laufenden Untersuchungen. Das baden-württembergische Wissenschaftsministerium machte mit Verweis auf die Ermittlungen keine weiteren Angaben.

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Weitreichende Folgen für Campus-Management und Bewerbungen

Durch die Trennung der Systeme sind zentrale Anwendungen blockiert. Ausgefallen sind vor allem Campus-Management-Systeme, über die Notenspiegel, Vorlesungspläne sowie Immatrikulations-, Studien- und BAföG-Bescheinigungen verwaltet werden. Ebenfalls nicht verfügbar sind SAP- und ERP-Systeme für die Finanz- und Personalverwaltung.

An der Hochschule Mannheim wurden für Studieninteressierte behelfsmäßige E-Mail-Kontakte für ausgewählte Studiengänge eingerichtet, zudem stellt eine externe Informationsseite Antworten auf dringende Fragen bereit.

Ebenfalls spürbar betroffen ist die Hochschule für Musik Karlsruhe. Dort sind einzelne Systeme der Studierenden-, Personal- und Finanzverwaltung nicht erreichbar.

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Da das dortige Bewerbungsportal ausfiel, wurde das Verfahren für die Aufnahmeprüfung zum Sommersemester 2027 auf die Einreichung von Unterlagen per E-Mail im PDF-Format umgestellt. Eine Video-Vorauswahl ist derzeit nicht möglich, weshalb alle formal qualifizierten Personen direkt zur Aufnahmeprüfung eingeladen werden.

Da kein Zugriff auf die Daten im Portal besteht, müssen Bewerbungen, die vor dem 7. Oktober eingegangen waren, erneut übermittelt werden. Die Bewerbungsfrist wurde um einen Monat bis zum 15. November verlängert, während der sonstige Hochschulbetrieb regulär weiterläuft.

Weitere Einrichtungen betroffen

Nach Angaben der PR-Agentur Sympra sind darüber hinaus die Pädagogische Hochschule Schwäbisch Gmünd, die Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Gmünd und die Hochschule Aalen von den Ausfällen betroffen.

An der Pädagogischen Hochschule Schwäbisch Gmünd konnte der Lehrbetrieb für das Wintersemester ungeachtet der Störungen planmäßig am 13. Oktober starten. Das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) teilte hingegen mit, von dem Vorfall nicht betroffen zu sein.

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