Hoymiles-Update, Sicherheitslücke

Hoymiles-Update: Sicherheitslücke im DTU-Protokoll geschlossen

Veröffentlicht am: 01.09.2026 um 16:05 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Hoymiles aktualisiert mehrere Wechselrichter-Serien gegen Funkprotokoll-Schwachstellen, beendet damit aber die Nutzung gängiger lokaler Monitoring-Tools.

Hoymiles schließt Wechselrichter-Lücken – OpenDTU-Zugriff entfällt
Moderne Solarmodule auf einem Hausdach unter klarem blauem Himmel. Illustration mit AI erstellt.

Der Anbieter von Photovoltaik-Lösungen Hoymiles hat ein umfassendes Sicherheitsupdate für seine Wechselrichter veröffentlicht. Damit reagiert das Unternehmen auf gravierende Schwachstellen in der Kommunikationstechnologie seiner Geräte, die bereits im Sommer für Aufsehen in der IT-Sicherheitsbranche gesorgt hatten.

Anfang Juli hatte der Chaos Computer Club (CCC) öffentlich auf Sicherheitsmängel im sogenannten DTU-Protokoll hingewiesen, die einen unbefugten Zugriff auf die Anlagen ermöglichten.

Wie aus Branchenberichten hervorgeht, betraf die Sicherheitslücke primär die Funkprotokolle der Data Transfer Units (DTU). Diese Einheiten dienen dazu, Daten zwischen den Wechselrichtern einer Solaranlage und den Überwachungssystemen zu übertragen.

Die Protokolle waren laut Expertenberichten nicht ausreichend gesichert, was dazu führte, dass Dritte potenziell Zugriff auf die Steuerung und die Daten der Wechselrichter erhalten konnten. Dies stellte ein erhebliches Risiko für die Integrität der Anlagen dar, da externe Akteure theoretisch Betriebsparameter hätten manipulieren können.

Aktualisierungen für mehrere Produktserien

Das nun bereitgestellte Firmware-Update richtet sich an eine breite Palette von Modellen. Hoymiles stellt die Software-Aktualisierungen für die Serien HM, HMS und HMT zur Verfügung. Damit deckt das Unternehmen sowohl ältere als auch aktuelle Generationen seiner Mikro-Wechselrichter ab, die häufig in Balkonkraftwerken und kleineren Aufdachanlagen zum Einsatz kommen.

Die Verteilung des Updates erfolgt auf unterschiedlichen Wegen, je nachdem, wie die Anlagenbetreiber ihre Hardware verwalten. Nutzer, die ihre Wechselrichter über die herstellereigene Cloud-Lösung betreiben, erhalten die Sicherheitsaktualisierungen automatisch. In diesen Fällen wird die neue Firmware ohne manuelles Eingreifen des Nutzers auf die Geräte aufgespielt.

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Anlagenbetreiber, die ihre Geräte nicht mit der Cloud verbunden haben, müssen hingegen selbst aktiv werden. Für diese Nutzergruppe hat Hoymiles ein Formular bereitgestellt, über das die notwendigen Updates angefordert werden können. Dieser Schritt ist notwendig, um sicherzustellen, dass auch autark betriebene Systeme vor den identifizierten Schwachstellen geschützt werden.

Einschränkungen für alternative Monitoring-Tools

Die Schließung der Sicherheitslücken hat jedoch technische Konsequenzen für Anwender, die auf Open-Source-Lösungen zur Überwachung ihrer Solaranlagen setzen. Berichten von Fachmedien zufolge ist nach der Installation des Sicherheitsupdates keine Kommunikation mehr mit gängigen Drittanbieter-Tools wie OpenDTU oder AhoyDTU möglich.

Diese Projekte basieren auf dem Auslesen des nun modifizierten DTU-Funkprotokolls und erlauben es Nutzern, ihre Erzeugungsdaten lokal zu erfassen, ohne auf die Infrastruktur des herstellers angewiesen zu sein.

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Durch die notwendigen Änderungen an der Protokollsicherheit wird dieser Zugriffspfad nun unterbunden. In der Community der Photovoltaik-Enthusiasten führt dies zu Diskussionen, da viele Nutzer die lokale Datenhoheit und die Unabhängigkeit von Cloud-Diensten priorisieren.

Branchenanalysten werten den Schritt von Hoymiles als notwendige Maßnahme, um die Cybersicherheit dezentraler Energieanlagen zu stärken. Die Identifizierung der Lücken durch den Chaos Computer Club Anfang Juli hatte den Druck auf den Hersteller erhöht, zeitnah eine Lösung für die ungesicherte Funkkommunikation zu präsentieren.

Mit der nun erfolgten Bereitstellung der Updates reagiert Hoymiles auf die Sicherheitsbedenken, stellt betroffene Nutzer jedoch vor die Wahl zwischen der gewohnten Flexibilität durch Drittanbieter-Tools und der Absicherung ihrer Hardware.

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