Hospizversorgung, Caritas

Hospizversorgung: Caritas fordert feste Verankerung im Suizidpräventionsgesetz

Veröffentlicht am: 10.10.2026 um 15:18 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der Verband verlangt, Hospizangebote im geplanten Suizidpräventionsgesetz zu verankern und dauerhaft abzusichern.

Caritas fordert feste Finanzierung für Hospiz- und Palliativversorgung
Symbolbild: Wärmflasche, Handtuch und Kräutertee Illustration mit AI erstellt.

Die Strukturen der Hospiz- und Palliativversorgung stehen vor wachsenden Herausforderungen. Anlässlich des Welthospiztags rückte der Deutsche Caritasverband die Notwendigkeit in den Mittelpunkt, die hospizliche und palliative Begleitung gesetzlich enger mit Maßnahmen zur Suizidprävention zu verknüpfen.

Statistisch versterben in Deutschland täglich mehr als 2.700 Menschen, der Großteil von ihnen nach längerer Erkrankung. Zugleich nehmen sich jährlich über 10.000 Menschen das Leben. Vor diesem Hintergrund setzt sich der Verband dafür ein, die Versorgungsangebote im geplanten Suizidpräventionsgesetz fest zu verankern und auf ein dauerhaft verlässliches Finanzierungsfundament zu stellen.

Gesetzlicher Reformbedarf und personelle Forderungen

Die Caritas verweist auf das Engagement von mehr als 140.000 haupt- und ehrenamtlichen Kräften, die bundesweit in der Hospiz- und Palliativarbeit tätig sind. Um die Qualität der Betreuung flächendeckend zu sichern, fordert der Verband spürbare strukturelle Anpassungen.

Dazu zählen zusätzliches qualifiziertes Personal in der Altenhilfe, der Aufbau weiterer spezialisierter Palliativstationen sowie die rechtliche Verankerung psychosozialer Begleitung als fester Bestandteil der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV).

Auch die Diakonie Bayern drängt auf den Ausbau sowie eine dauerhafte Finanzierung von Hospiz- und Palliativstrukturen in Verbindung mit einem Suizidpräventionsgesetz. Nachdem der Deutsche Bundestag bereits im Juli 2023 einen Gesetzentwurf eingefordert hatte, kam ein erster Anlauf im Jahr 2024 nicht zur parlamentarischen Beratung.

Ein neuer Entwurf aus dem Juli 2026 verbleibt weiterhin im Referentenstadium. Allein unter dem Dach der bayerischen Diakonie bestehen derzeit sechs stationäre Hospize, drei ambulante Hospize und ein Tageshospiz, während sich bayernweit rund 7.500 Ehrenamtliche in mehr als 140 ambulanten Diensten engagieren.

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Der Bundestag fordert seit Juli 2023 einen Gesetzentwurf, ein erster Anlauf scheiterte 2024, der neue Entwurf verharrt im Referentenstadium — für Träger bedeutet das anhaltende Planungsunsicherheit bei Personal und Strukturen. Wer jetzt die eigene Finanzierung und Argumentation gegenüber Kostenträgern ordnet, ist bei der nächsten parlamentarischen Runde vorbereitet. Kostenlosen Leitfaden zur Hospiz-Finanzierung anfordern

Regionale Versorgungsdichte und Finanzierungsmodelle

Wie sich die Versorgungsstrukturen auf Landesebene darstellen, zeigen Vergleiche mit bestehenden Richtwerten. Die Bertelsmann-Stiftung empfiehlt einen Korridor von 45 bis 50 stationären Hospizbetten je eine Million Einwohner pro Bundesland.

Schleswig-Holstein verfügt beispielsweise aktuell über 13 Hospize mit 147 Plätzen sowie ein Tageshospiz mit sechs Plätzen; bis 2030 soll dort durch zwei zusätzliche Hospize ein Anstieg auf 171 Plätze erreicht werden.

Nach Angaben des dortigen Gesundheitsministeriums behandelten elf Palliativstationen mit 128 Betten im Jahr 2025 insgesamt 3.680 Patienten. Zudem versorgten SAPV-Teams laut Landesverband im Vorjahr 8.170 Betroffene, gestützt auf das Engagement von rund 2.500 Ehrenamtlichen.

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Stationäre Hospize müssen einen Teil ihrer laufenden Kosten selbst erwirtschaften — in einzelnen Häusern ein sechsstelliger Betrag pro Jahr. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie Spendenbedarf, Kassenleistungen und Personalplanung belastbar aufstellen, während die gesetzliche Verankerung weiter auf sich warten lässt. Checkliste Finanzierung jetzt sichern

In der Praxis bleibt die Finanzierung der Einrichtungen anspruchsvoll. Neben den Leistungen der Krankenkassen müssen stationäre Hospize wie das Hospiz Schussental in Ravensburg, das acht Gäste betreut, rund fünf Prozent ihrer laufenden Kosten über Spenden decken – was für die Einrichtung einen sechsstelligen Betrag pro Jahr bedeutet.

Auch in Hessen setzt die Landesregierung auf flankierende Maßnahmen: Neben 29 stationären Einrichtungen, 115 ambulanten Diensten und 27 SAPV-Teams wurden dort Informationsangebote für Pflegende mehrsprachig gefördert, unterstützt durch mehr als 3.500 Ehrenamtliche im Land.

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