Hospiz Mon Soleil: Bern eröffnet erste spezialisierte Einrichtung für jüngere Sterbende
Veröffentlicht am: 14.08.2026 um 23:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Die Versorgung schwerkranker Menschen in der letzten Lebensphase erfährt im Kanton Bern eine wesentliche strukturelle Ergänzung. Mit der Inbetriebnahme des Hospizes Mon Soleil entsteht erstmals ein spezialisiertes stationäres Angebot für Erwachsene, das explizit als Alternative zur herkömmlichen Unterbringung in Pflegeheimen konzipiert wurde.
Das Projekt an der Schänzlistrasse 15 nimmt Mitte August 2026 den Betrieb auf und zielt darauf ab, eine bestehende Lücke in der regionalen Gesundheitsversorgung zu schließen.
Ein neues Konzept für die letzte Lebensphase
Das Angebot der Stiftung Hospiz Mon Soleil Bern richtet sich primär an Erwachsene im erwerbsfähigen Alter. In der Vergangenheit wurden jüngere Patienten am Lebensende oft in klassischen Pflegeheimen untergebracht, da spezialisierte Einrichtungen fehlten. Diese Institutionen sind jedoch meist auf die Bedürfnisse hochbetagter Menschen ausgerichtet, was für jüngere Schwerstkranke und deren soziales Umfeld oft keine adäquate Lösung darstellt.
Die neue Einrichtung verfügt über insgesamt neun Zimmer. Ein wesentlicher Bestandteil des Konzepts ist die Einbindung der Angehörigen, für die Übernachtungsmöglichkeiten direkt im Hospiz bereitgestellt werden. Damit soll ein Umfeld geschaffen werden, das über die rein medizinische Versorgung hinausgeht und den individuellen Bedürfnissen der Betroffenen in ihrer finalen Lebensphase gerecht wird.
Die Verantwortlichen betonen dabei die Offenheit des Hauses: Das Sterben dürfe dort stattfinden, unabhängig davon, wie viel Zeit dieser Prozess in Anspruch nehme.
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Langfristige Finanzierung und Pilotcharakter des Vorhabens
Das Hospiz Mon Soleil ist als Pilotprojekt angelegt, dessen Bedeutung über die unmittelbare Patientenversorgung hinausgeht. Die kantonalen Behörden unterstützen das Vorhaben aktiv und haben eine Mitfinanzierung zugesichert, die vorerst bis Ende des Jahres 2030 befristet ist. In diesem Zeitraum soll evaluiert werden, inwiefern das spezialisierte Angebot den Bedarf deckt und wie es sich bewährt.
Die Trägerschaft liegt vollständig bei der Stiftung Hospiz Mon Soleil Bern. Die finanzielle Beteiligung des Kantons unterstreicht die gesundheitspolitische Relevanz, die der Schaffung spezifischer Strukturen für jüngere Sterbende beigemessen wird. Es geht dabei nicht nur um die Bereitstellung von Betten, sondern um die Etablierung eines spezialisierten Betreuungsmodells, das als Ergänzung zu den bestehenden Strukturen der Langzeitpflege fungiert.
Zugangswege und strukturelle Integration in das Gesundheitswesen
Die Integration in das bestehende Gesundheitssystem wird durch klare Anmeldewege sichergestellt. Patienten gelangen nicht direkt, sondern über professionelle Zuweiser in die Einrichtung an der Schänzlistrasse.
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Eine Anmeldung kann demnach über den behandelnden Hausarzt, aus einem Spital heraus oder durch die Spitex erfolgen. Diese Kooperation stellt sicher, dass die medizinische Notwendigkeit und der Bedarf an spezialisierter Palliative Care im Vorfeld geprüft werden.
Durch die zentrale Lage in Bern und die Anbindung an die bestehenden Netzwerke von Ärzten und Pflegediensten soll eine nahtlose Überführung aus der Akutpflege oder der häuslichen Umgebung in das Hospiz ermöglicht werden.
Fachleute sehen in dieser spezialisierten Form der Unterbringung einen wichtigen Schritt, um die Lebensqualität von Patienten im erwerbsfähigen Alter bis zuletzt zu wahren und gleichzeitig die Angehörigen in einer psychisch belastenden Situation umfassend zu unterstützen.
