Hornhauttransplantation in Aragón: Femtosekundenlaser halbiert die Zahl der Nähte
Veröffentlicht am: 27.09.2026 um 17:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Um das Risiko von Sehverlusten bei Patienten weltweit zu minimieren, erweitern medizinische Einrichtungen derzeit ihre Kapazitäten für hochtechnologische Augenbehandlungen und den verstärkten Einsatz künstlicher Intelligenz (KI). Neue spezialisierte Kliniken sowie technologische Fortschritte in der Laserchirurgie und Diagnostik kennzeichnen die aktuelle Entwicklung in der Ophthalmologie.
Neue Fachkliniken in Europa und Asien
In Verona wurde die neue Augenklinik Zenit im Diagnostik- und Therapiezentrum in der Via San Marco 121 eröffnet. Die Einrichtung umfasst 18 Ambulanzen, von denen sieben neu geschaffen wurden. Ein Team aus 23 Augenärzten und 19 Orthoptisten deckt dort insgesamt 15 Fachgebiete ab.
Zur Ausstattung gehören unter anderem Netzhautlaser, UBM sowie Angio-OCT. Zudem verfügt die Klinik über eine spezialisierte OP-Einheit für intravitreale Injektionen zur Behandlung der Makuladegeneration sowie für die Lid- und Tränenwegschirurgie. Nach Angaben der Klinik stammen fast 62 % der stationären Patienten aus anderen Regionen.
Parallel dazu wurde in Pontianak, Westkalimantan, das Rumah Sakit Mata Ayani eröffnet. Die erste Bauphase des indonesischen Krankenhauses umfasst rund 2.000 m² auf einem 1.900 m² großen Grundstück; der Baubeginn erfolgte bereits im Jahr 2023. Neben umfassender ophthalmologischer Diagnostik und Behandlung, wie etwa Retina-Operationen, sind dort Abteilungen für Innere Medizin, Radiologie und Anästhesie geplant. Die Klinik dient zudem der Ausbildung von Medizinstudierenden der Universität Tanjungpura.
Präzisionssteigerung durch Lasertechnologie und KI
In der operativen Augenheilkunde setzen sich zunehmend Systeme durch, die eine höhere Genauigkeit versprechen. Am Universitätskrankenhaus Miguel Servet in Zaragoza wurde am 14. Juli 2026 die erste Hornhauttransplantation in der Region Aragón unter Einsatz eines Femtosekundenlasers durchgeführt.
Die bildgeführte Technik ermöglicht laut Klinikberichten präzisere Schnitte an der Spender- und Empfängerhornhaut, wodurch die Anzahl der erforderlichen Nähte von üblicherweise 16 auf etwa die Hälfte reduziert werden kann. Ziel sei eine schnellere visuelle Erholung der Patienten.
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In China meldeten das Wuhan University Affiliated Aier Eye Hospital und das Wuhan Huaxia Eye Hospital die Einführung der SMILE-pro-Erweiterung zur Korrektur von Astigmatismus. Durch die Kopplung des Lasersystems mit einem Biometer und einer Iris-Erkennung könne das System Augenrotationen automatisch kompensieren. Die Präzision der Achsenkorrektur soll dabei einen Wert von 1° erreichen.
In Lublin wurden zudem die ersten Kataraktoperationen Polens mit einem Nanolaser durchgeführt. Professor Robert Rejdak, der den Eingriff leitete, hob die Präzision des Verfahrens hervor, bei dem Energie punktuell an der Gerätespitze gebündelt wird, um das umliegende Gewebe zu schonen. Eine erste Schulung für Fachkollegen ist für November geplant.
Innovationen in der Netzhauttherapie und Chirurgie
Im Rahmen des 124. DOG-Kongresses wurden beim OphthalmoPitch 2026 innovative Projekte ausgezeichnet. Den mit 20.000 Euro dotierten ersten Preis erhielt das Projekt RHOligo, das einen Therapieansatz für verschiedene Mutationen der Retinitis pigmentosa mittels intravitrealer Injektionen verfolgt.
Der zweite Preis (15.000 Euro) ging an die Zhmuryk Folding Loop, eine intraokulare Schlinge für dislozierte Linsen. Den dritten Platz belegte EyeConsent, ein Übersetzungstool für die Kommunikation zwischen Arzt und Patient.
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In der klinischen Diagnostik investierte das Marienhospital Kevelaer insgesamt rund 1,5 Mio. Euro in die Modernisierung. Ein wesentlicher Teil von 900.000 Euro floss in ein neues MRT-System mit 70 cm Öffnung, das über eine KI-gestützte Bildrekonstruktion verfügt und fachübergreifend eingesetzt werden soll.
Telemedizin und Marktentwicklungen
Auch die wohnortnahe Versorgung wird durch neue Konzepte ergänzt. Im Kyffhäuserkreis wurde ein telemedizinisches Projekt beim Optiker gestartet. Patienten können dort nach einem Augencheck direkt eine fachärztliche Einschätzung einholen.
Marktforscher von IndexBox prognostizieren für den Zeitraum von 2026 bis 2035 ein stetiges Wachstum des weltweiten Marktes für ophthalmologische Ultraschallgeräte mit einer jährlichen Rate von 5,8 %.
Treiber dieser Entwicklung seien die alternde Bevölkerung und steigende Operationszahlen bei Katarakten. Für handgehaltene chirurgische Instrumente wird im gleichen Zeitraum ein Marktwachstum von 4,2 % erwartet, wobei Einweginstrumente aufgrund von Hygienevorteilen an Bedeutung gewinnen.
In der Grundlagenforschung gelang einem Team der Universität Jena in Kooperation mit dem TMOS-Forschungszentrum die Steuerung einer Metaoberfläche mittels Laserlicht. Diese Technologie, die Infrarotlicht in sichtbares Licht umwandeln kann, befindet sich noch in einer frühen Phase, könnte jedoch künftig in der Bildgebung Anwendung finden.
