Hormonelle, Umstellung

Hormonelle Umstellung: Ernährung senkt Krebssterblichkeit um 9%

Veröffentlicht am: 19.08.2026 um 12:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Studien belegen: Angepasste Ernährung mit Proteinen und Ballaststoffen kann hormonelle Beschwerden lindern und das Krebsrisiko senken.

Hormonelle Übergänge: Ernährung als Schlüssel zur Linderung von Wechseljahresbeschwerden
Eine Frau bereitet in einer hellen Küche eine gesunde Mahlzeit mit frischem Gemüse und Proteinen zu. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Die gesundheitlichen Auswirkungen hormoneller Umstellungen betreffen Frauen und Männer gleichermaßen und erfordern oft eine Anpassung der Lebensgewohnheiten.

Experten wie der Ernährungswissenschaftler Dr. Matthias Riedl weisen darauf hin, dass die Wahl der Lebensmittel maßgeblich dazu beitragen kann, den veränderten Hormonhaushalt zu stabilisieren und Begleiterscheinungen abzumildern. Eine Analyse aktueller Empfehlungen und wissenschaftlicher Daten zeigt, welche Strategien für den Erhalt der Vitalität entscheidend sind.

Auswirkungen auf Hautalterung und Stoffwechsel

Hormonelle Veränderungen wirken sich unter anderem auf das äußere Erscheinungsbild aus. Dr. Matthias Riedl identifizierte Genussmittel, Fertigprodukte sowie Zucker als Faktoren, welche die Faltenbildung beschleunigen können.

Diese Einschätzung deckt sich mit den Ergebnissen einer Untersuchung der Erasmus Universität Rotterdam aus dem Jahr 2018. An der Studie nahmen 1613 Frauen und 1150 Männer mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren teil. Dabei zeigte sich bei den weiblichen Probanden ein signifikanter Zusammenhang: Eine um zehn Punkte höhere Bewertung im „Dutch Healthy Diet Index“ (DHDI) korrelierte mit einem um 4,4 Prozent geringeren Faltenanteil.

Neben der Optik ist der gesamte Stoffwechsel betroffen. Der Gynäkologe Konstantin Wagner erläuterte in diesem Zusammenhang das Zusammenspiel von Hormonen mit dem Schlaf, der Stimmung und dem allgemeinen Energielevel.

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Typische Anzeichen für hormonelle Verschiebungen seien Erschöpfungszustände, eine eingeschränkte Konzentrationsfähigkeit (Brain Fog), Stimmungsschwankungen sowie eine Zunahme des Körpergewichts. Auch Haarausfall, Hitzewallungen und Zyklusveränderungen zählen zu den häufig genannten Symptomen.

Proteinbedarf und Präventionsstrategien

Ein zentraler Aspekt der Ernährung im Alter und während hormoneller Übergangsphasen ist die Proteinzufuhr. Laut den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) benötigen Erwachsene zwischen 19 und 64 Jahren täglich 0,8 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht. Ab einem Alter von 65 Jahren steigt dieser Bedarf auf 1,0 Gramm an.

Besondere Anforderungen gelten für Schwangere und Stillende sowie für Personen, die wöchentlich mehr als fünf Stunden Sport treiben; hier werden Werte zwischen 1,2 und 2,0 Gramm veranschlagt. Fachberichte deuten darauf hin, dass eine erhöhte Proteinzufuhr die Chance auf ein gesundes Altern um 38 Prozent steigern kann.

Parallel dazu spielt die Zufuhr von Ballaststoffen eine wichtige Rolle in der Prävention. Ein umfassender Review von 2107 Studien belegt, dass eine hohe Ballaststoffaufnahme das Risiko für zehn verschiedene Krebsarten senken kann. Bei Darmkrebs liege die optimale Zufuhr zwischen 7 und 36 Gramm pro Tag. Statistisch sinke die Gesamtkrebssterblichkeit pro zusätzlich aufgenommenen zehn Gramm Ballaststoffen um neun Prozent.

Praktische Ansätze für die Menopause

Für Frauen ab 35 Jahren empfiehlt die Ernährungsberaterin Sandra Sewing, auf klassische Diäten zu verzichten und stattdessen einen alltagstauglichen Ansatz zu verfolgen, um Gewichtszunahmen in den Wechseljahren entgegenzuwirken.

Ergänzend dazu untersuchte ein Forschungsprojekt in Bad Wörishofen die Anwendung der Kneipp-Lehre bei menopausalen Beschwerden. Dabei stehen die fünf Säulen Wasser, Bewegung, Ernährung, Heilpflanzen und eine geordnete Lebensführung im Fokus der Prävention.

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Besondere Aufmerksamkeit erfordern Schlafstörungen, von denen bis zu 60 Prozent der Frauen in den Wechseljahren aufgrund sinkender Progesteron- und Östrogenspiegel betroffen sind. Experten raten hier zu einer kühlen Schlafumgebung zwischen 16 und 18 Grad Celsius sowie zur gezielten Ergänzung von Magnesium oder Vitamin B6.

Zur Vertiefung des Themas bietet die VHS Wien Ende November 2026 einen Fachvortrag zur Ernährung als Unterstützung für das Wohlbefinden an. Zudem liefert ein Mitte August 2026 veröffentlichter Ratgeber über 50 Rezepte, die speziell auf Themen wie Muskelaufbau, Herzgesundheit und die Reduzierung von Hitzewallungen ausgerichtet sind.

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