Honig-Kennzeichnung ab Juni: EU verlangt prozentuale Herkunftsangaben
18.06.2026 - 15:02:54 | boerse-global.de
Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren sind jetzt besonders aromatisch. Doch neben dem Genuss stehen diesmal auch neue EU-Kennzeichnungsregeln im Fokus.
Was Beeren so wertvoll macht
Beerenfrüchte gelten als Nährstofflieferanten. Sie enthalten viel Wasser, Ballaststoffe, Vitamine und Polyphenole. Heidelbeeren etwa sind bekannt für ihren hohen Anthocyangehalt – diese sekundären Pflanzenstoffe sollen die Mikrozirkulation fördern.
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Erdbeeren punkten mit Vitamin C. Das stärkt nachweislich das Immunsystem. Europäische Informationskampagnen empfehlen zudem die Kombination mit anderen Lebensmitteln. Porridge mit Zartbitterschokolade und Beeren soll die Nährstoffaufnahme optimieren.
Saisonkalender: Wo läuft die Ernte?
Die Verfügbarkeit regionaler Früchte folgt einem gestaffelten Zeitplan. Im Alten Land, dem größten Obstanbaugebiet Norddeutschlands, startete die Kirschsaison Mitte Juni. Mit steigenden Temperaturen nimmt dort die Fruchtsüße zu.
In Schönebeck begann die Erdbeerernte bereits Mitte Mai. Die Betriebe haben ihr Angebot im Juni erweitert – inklusive Selbstpflück-Optionen und Waffelbeilagen. Traditionelle Konservierungsmethoden wie der Rumtopf erleben eine Renaissance. Dabei werden Früchte mit Zucker und hochprozentigem Rum geschichtet.
Neue EU-Regeln: Das ändert sich für Verbraucher
Seit dem 14. Juni gelten aktualisierte EU-Vorgaben für Honig und Konfitüren. Die wichtigste Änderung: „Marmelade“ ist wieder offiziell für eine breitere Produktpalette zulässig.
Bei Honig müssen Herkunftsländer künftig detailliert mit prozentualen Anteilen angegeben werden. Das ist relevant: Deutschland deckt nur 20 bis 25 Prozent seines Honigbedarfs aus eigener Produktion.
Das EU-Parlament stimmte zudem am 17. Juni für eine Lockerung der Gentechnik-Regeln. Bestimmte modifizierte Pflanzen (NGT1) sollen ab Mitte 2028 ohne spezielle Kennzeichnung zugelassen werden. Ausnahme: der ökologische Landbau.
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Bienen, Bäume und der Johannistrieb
Auch die Imkerei meldet Erfolge. Mitte Juni erfolgte die erste Honigernte auf dem Dach des Brandenburger Landtags. Rund 80.000 Bienen produzierten etwa 20 Kilogramm Honig aus Linden- und Robinienblüten.
Für Gartenbesitzer ist der 24. Juni ein wichtiges Datum. Der sogenannte Johannistrieb ermöglicht kahlgefressenen Bäumen einen genetisch angelegten Neuaustrieb. Das betrifft etwa Buchsbäume nach Zünslerbefall oder von Gespinstmotten befallene Pflanzen. Experten empfehlen eine unterstützende Düngung.
