Honig gegen Kinderhusten: Studie mit 576 Kindern zeigt eine Linderung
Veröffentlicht am: 03.11.2026 um 19:23 Uhr | Redaktion boerse-global.deFachleute und wissenschaftliche Berichte warnen davor, gewöhnliche Obst- und Gemüsesorten als natürliche Medikamente zur Heilung von Krankheiten zu betrachten.
Bei Erkältungskrankheiten greifen viele Menschen auf altbekannte Hausmittel oder Nahrungsergänzungen zurück, in der Annahme, Infekte damit rasch bekämpfen zu können. Wissenschaftliche Überprüfungen zeigen jedoch ein differenziertes Bild zur tatsächlichen Wirksamkeit weitverbreiteter Mittel.
Vitamin C zeigt weder vorbeugende noch heilende Wirkung
Zu den bekanntesten Hausmitteln zählt Vitamin C. Wie das Informationsportal Medizin transparent darlegt, schützt die Einnahme von Vitamin C jedoch weder vorbeugend vor einer Erkältung, noch kann sie bestehende Symptome lindern.
Der tägliche Bedarf des menschlichen Körpers liegt bei etwa 100 Milligramm. Diese Menge lässt sich problemlos über eine normale Ernährung abdecken, beispielsweise durch den Verzehr von einem Apfel oder zwei Tomaten.
Selbst in wissenschaftlichen Untersuchungen, bei denen täglich hochdosierte Mengen von 1000 Milligramm verabreicht wurden, ließ sich keine therapeutische Wirkung gegen Erkältungen nachweisen. Die Annahme, hohe Gaben des Vitamins könnten das Auftreten von Infekten verhindern, trifft somit nicht zu.
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Zink: Wirksamkeit nur bei potenziell riskanten Dosierungen
Etwas anders stellt sich die Datenlage bei Zink dar. Laut Medizin transparent kann das Spurenelement die Dauer einer Erkältung im Durchschnitt um zwei Tage verkürzen. Dieser Effekt tritt den Untersuchungen zufolge allerdings erst ab einer Dosierung von mehr als 85 Milligramm pro Tag ein.
Dieser Wert liegt deutlich über der regulär empfohlenen Tagesdosis, die sich zwischen 7 und 16 Milligramm Zink bewegt. Eine therapeutische Anwendung birgt daher erhebliche Risiken: Bereits ab einer Menge von über 150 Milligramm pro Tag können Vergiftungserscheinungen auftreten. Fachleute sehen die hochdosierte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln ohne ärztliche Begleitung daher kritisch.
Honig als linderndes Mittel bei kindlichem Husten
Einen nachweisbaren Nutzen dokumentiert die Auswertung von Hausmitteln hingegen bei der Gabe von Honig gegen Husten bei Kindern. In einer Untersuchung mit 576 teilnehmenden Kindern erzielte Honig in Dosierungen von 2,5 bis 10 Millilitern eine Linderung von Hustensymptomen. Der beobachtete Effekt fiel dabei ähnlich aus wie der Einsatz klassischer Arzneistoffe, darunter Dextromethorphan, Diphenhydramin, Levodropropizin oder Salbutamol.
Gleichzeitig verweist Medizin transparent auf eine zwingende Sicherheitsregel: Für Säuglinge im ersten Lebensjahr ist Honig tabu. Aufgrund des möglichen Vorkommens von Sporen des Bakteriums Clostridium botulinum besteht für Babys unter einem Jahr die Gefahr einer lebensgefährlichen Vergiftung in Form des Säuglingsbotulismus.
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Grenzen zwischen Ernährung und Pharmakotherapie
Die wissenschaftlichen Einordnungen verdeutlichen, dass Lebensmittel und isolierte Nährstoffe therapeutische Medikamente im Akutfall nicht einfach ersetzen können.
Während eine vollwertige Ernährung grundlegende Nährstoffe bereitstellt, reicht der Verzehr bestimmter Lebensmittel nicht aus, um akute Krankheiten zuverlässig abzuwehren oder unmittelbar zu kurieren. Fachleute raten daher dazu, Hausmittel realistisch einzuschätzen und bei schwerwiegenden oder anhaltenden Symptomen medizinischen Rat einzuholen.
