Hongkong, Krypto-Sicherheit

Hongkong verschärft Krypto-Sicherheit: SMS-Passwörter bald verboten

Veröffentlicht am: 09.07.2026 um 17:10 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Ein raffinierter Permit2-Exploit führt zum Verlust von 999.999 USDT. Phishing bleibt 2026 die Hauptbedrohung für On-Chain-Vermögen.

Krypto-Händler verliert fast 1 Mio. US-Dollar durch Permit2-Phishing
Eine Hand hält ein Smartphone mit einer Krypto-Wallet und Fehlermeldungen, die einen Phishing-Angriff und Diebstahl digitaler Vermögenswerte symbolisieren. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Vorfall zeigt, wie Kriminelle zunehmend digitale Unterschriftenmechanismen ausnutzen.

Präziser Diebstahl durch Permit2-Exploit

Der Angriff ereignete sich, als der Händler eine schädliche Nachricht im Zusammenhang mit der Uniswap Permit2-Funktion signierte. Diese Funktion ermöglicht es Nutzern, Token-Berechtigungen über Signaturen statt einzelner On-Chain-Transaktionen zu verwalten – eine Bequemlichkeit, die Angreifer zunehmend missbrauchen.

Der Täter versuchte zunächst, eine Million US-Dollar abzuheben. Als diese Transaktion aufgrund unzureichender Deckung scheiterte, berechnete der Angreifer sekundengenau den verfügbaren Betrag neu. Nur 36 Sekunden später startete er eine zweite Transaktion – diesmal erfolgreich. Über drei Einzeltransaktionen in den Blöcken 25489460 und 25489463 des Ethereum-Netzwerks verschwanden 999.999 USDT.

Der Fall reiht sich in eine Serie ähnlicher Vorfälle ein. Anfang Juli verlor ein anderes Opfer rund 1,65 Millionen Euro auf identische Weise. Ein weiterer Händler büßte kürzlich 196.000 Euro in $VIRTUAL-Token durch eine kompromittierte Genehmigung ein.

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Wachsende Verluste und Branchenauswirkungen

Branchendaten zeigen, dass Phishing weiterhin die Hauptangriffsvektoren für On-Chain-Diebstähle darstellt. Laut CertiK verursachten Phishing-Vorfälle im Jahr 2025 Verluste von 723 Millionen Euro in 248 dokumentierten Fällen. Analysten berichten von einem Anstieg um 200 Prozent im Vergleich zu Vorperioden. Chainalysis beziffert die Gesamtverluste durch On-Chain-Betrug im Jahr 2025 auf mindestens 14 Milliarden Euro.

Der Trend setzt sich 2026 fort: Allein im Januar betrugen die Phishing-Verluste schätzungsweise 370 Millionen Euro. Im April 2026 wurde mit 629 Millionen Euro ein monatlicher Rekordwert erreicht – verteilt auf über 20 größere Vorfälle. Für das erste Halbjahr 2026 summierten sich die Verluste auf rund 366 Millionen Euro.

Als Reaktion auf die anhaltende Bedrohung haben Strafverfolgungsbehörden und Sicherheitsfirmen ihre Bemühungen verstärkt. Die Initiative Operation Atlantic konnte im April zwölf Millionen Euro an gestohlenen Vermögenswerten einfrieren.

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Regulierungsbehörden reagieren

Die Hongkonger Wertpapier- und Terminhandelskommission (SFC) hat heute neue Richtlinien erlassen. Krypto-Plattformen und Online-Broker müssen innerhalb von zwölf Monaten auf phishing-resistente Authentifizierungsmethoden umstellen. Einmalpasswörter per SMS, E-Mail oder Standard-Apps sind dann nicht mehr zulässig.

Die Verschärfung kommt nicht von ungefähr: Angreifer setzen zunehmend auf hochentwickelte Technologien. Die Sicherheitsfirma Blockaid registrierte im Juni und Juli eine Welle von Wallet-Draining-Operationen, die bekannte Marken wie SpaceX oder die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 imitierten. Diese Kampagnen nutzen häufig Deepfakes und KI-gestützte Sprachsynthese, um gefälschte Investment-Angebote oder Gewinnspiel-Seiten zu erstellen – mit dem Ziel, Wallet-Berechtigungen zu erlangen.

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