Homeoffice-Steuern: Telearbeitspauschale fällt ab Januar 2027 weg
11.06.2026 - 19:20:04 | boerse-global.de
Finanzminister Marterbauer hat die Streichung der Telearbeitspauschale und der Arbeitsplatzpauschale im neuen Doppelbudget 2027/28 angekündigt. Die Maßnahmen sind Teil eines Sparpakets, mit dem die Regierung die Neuverschuldung unter die EU-Maastricht-Grenze von drei Prozent drücken will.
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Schluss mit Steuerfreiheit fürs Homeoffice
Ab Januar 2027 wird die Telearbeitspauschale ersatzlos gestrichen. Bisher konnten Arbeitnehmer bis zu 300 Euro pro Jahr steuerfrei für Kosten wie Strom und Internet im Homeoffice geltend machen. Künftig sind alle Kostenersätze durch den Arbeitgeber voll steuerpflichtig.
Parallel dazu fällt die Arbeitsplatzpauschale weg. Diese nutzten vor allem Einpersonenunternehmen und Selbstständige, um Aufwendungen für den häuslichen Arbeitsplatz abzusetzen. Branchenkenner sehen darin eine versteckte Steuererhöhung für flexible Arbeitsmodelle.
100 Millionen Euro Mehreinnahmen pro Jahr
Der Staat rechnet mit satten Zusatzeinnahmen. Allein der Wegfall der Telearbeitspauschale bringt 2027 rund 58,3 Millionen Euro, ein Jahr später sogar 88,3 Millionen. Zusammen mit der gestrichenen Arbeitsplatzpauschale – ab 2028 rund 15 Millionen Euro jährlich – kommt die Regierung auf knapp 100 Millionen Euro pro Jahr.
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Das Gesamtpaket sieht eine Netto-Konsolidierung von rund 2,5 Milliarden Euro bis 2028 vor. Ab dann plant die Regierung eine Senkung der Lohnnebenkosten um zwei Milliarden Euro – unter anderem durch eine Reduktion des Familienlastenausgleichsfonds (FLAF). Gegengerechnet werden die Homeoffice-Streichungen, eine progressive Körperschaftsteuer und eine höhere Alkoholsteuer.
Kritik von Opposition und Interessenvertretern
Die Pläne stoßen auf harte Gegenwehr. Kritiker bemängeln, dass vor allem die Mittelschicht und Frauen in Teilzeit getroffen werden. Elisabeth Götze von den Grünen spricht von einem „steuerpolitischen Rückschritt“, der die Standortflexibilität gefährde und Kosten einseitig auf Arbeitnehmer abwälze.
Auch die Freiheitliche Wirtschaft und die FPÖ laufen Sturm. Sie werfen der Regierung vor, trotz Rekordeinnahmen bei der Lohnsteuer zusätzliche Abgaben zu verlangen, statt Strukturreformen in Verwaltung oder Pensionssystem anzugehen. Besonders die Kombination aus Homeoffice-Streichungen und Änderungen beim Familienbonus sei eine soziale Härte für Familien.
Finanzminister Marterbauer verteidigt das Budget als notwendigen Stabilisierungsschritt. Das Zahlenwerk enthalte zwar keine großen Puffer, schaffe aber die Grundlage, um das EU-Defizitverfahren bis 2028 zu beenden. Die Streichungen im Homeoffice-Bereich seien ein erforderlicher Beitrag zur Sicherung der staatlichen Handlungsfähigkeit.
