Hoher, HbA1c

Hoher HbA1c trotz Medikamenten: Experten raten zu umfassender Therapieprüfung

Veröffentlicht am: 28.10.2026 um 12:39 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Bei dauerhaft hohen HbA1c-Werten empfiehlt Kelvin Candiago neben Medikamenten Ernährungsanpassung, Bewegung, Schlaf und regelmäßige Selbstkontrolle.
Eine Schale mit frischem Gemüse und Vollkornprodukten in einer hellen, minimalistischen Küche bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Wenn der Langzeitblutzucker trotz regelmäßiger Einnahme verordneter Medikamente auf einem erhöhten Niveau verharrt, stehen Betroffene und Behandelnde vor einer therapeutischen Herausforderung.

Der Diabetologe dr. Kelvin Candiago von der Organisation mGanik wies im Rahmen der Bildungssendung „Topik Diabetes Hari Ini“ darauf hin, dass eine rein medikamentöse Routine in solchen Fällen oft nicht ausreicht.

Bleibt der sogenannte HbA1c-Wert dauerhaft hoch, sei eine systematische und ganzheitliche Überprüfung mehrerer Kernbereiche der Behandlung erforderlich. Dazu zählen neben der Effektivität der Medikation selbst auch die Ernährungsweise, das Ausmaß körperlicher Aktivität sowie die Kontinuität der täglichen Blutzuckerselbstkontrolle.

Diagnostische Einordnung und das Risiko von Folgeschäden

Der HbA1c-Wert ist ein zentraler Indikator in der Diabetologie, da er den durchschnittlichen Blutzuckerspiegel der vergangenen zwei bis drei Monate widerspiegelt. Aus medizinischer Sicht gilt ein Wert von unter 5,7 % als Normalbefund. Ein Wert von 6,5 % oder mehr markiert hingegen die diagnostische Schwelle für das Vorliegen eines Diabetes.

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Als generelles Behandlungsziel gilt ein HbA1c-Wert von unter 6,5 %, da bei dauerhafter Überschreitung dieser Grenze Gefäßkomplikationen drohen. Allerdings betont Candiago, dass der konkrete Zielwert stets individuell in Absprache mit dem behandelnden Arzt festgelegt werden muss.

Dass das Erreichen stabiler Werte im Versorgungsalltag eine erhebliche Hürde darstellt, belegen Untersuchungen aus der Praxis: Studien an indonesischen Krankenhäusern weisen darauf hin, dass bis zu 76 % der dort erfassten Typ-2-Diabetes-Patienten unkontrollierte HbA1c-Werte aufweisen.

Drei Säulen für Lebensstil und Therapiesteuerung

Um anhaltend erhöhte Werte nachhaltig zu senken, reicht die alleinige Anpassung von Wirkstoffdosen häufig nicht aus. Candiago rät bei unzureichendem Therapieerfolg zu drei konkreten Maßnahmen im Alltag, die Verhaltens- und Lebensstilfaktoren gezielt adressieren.

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Im Mittelpunkt steht dabei eine strukturierte Anpassung der Ernährung, beispielsweise nach Konzepten wie der „Metode 4J“ oder dem Tellermodell „Piring T“. Dieses sieht eine feste Aufteilung der Mahlzeiten vor: Ein halber Teller sollte aus Ballaststoffen bestehen, während jeweils ein Viertel für Proteine und ein Viertel für Kohlenhydrate reserviert ist.

Neben dieser Nahrungsumstellung empfiehlt der Experte eine tägliche körperliche Betätigung von mindestens 30 Minuten Dauer sowie eine ausreichende Nachtruhe von sieben bis acht Stunden Schlaf. Ergänzend dazu bleibe die engmaschige Selbstüberwachung der Blutzuckerwerte unverzichtbar, um den Behandlungserfolg zeitnah beurteilen und therapeutische Anpassungen präzise vornehmen zu können.

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