Hörveränderungen, Beschäftigten

Hörveränderungen im Alter: 34,6 Prozent der Beschäftigten passen ihre Arbeit an

Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 08:04 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Eine Oticon-Erhebung zeigt berufliche Anpassungen, Missverständnisse und soziale Rückzüge im Zusammenhang mit nachlassendem Hörvermögen.
Ein minimalistischer, heller Büroarbeitsplatz mit leerem Schreibtisch und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Eine nachlassende Hörfähigkeit hat erhebliche Auswirkungen auf die berufliche Tätigkeit und das Privatleben älterer Menschen. Eine Erhebung des Hörgeräteherstellers Oticon (Demat Japan), die Mitte Oktober 2026 unter 611 Personen im Alter von 60 bis 79 Jahren durchgeführt wurde, beleuchtet diesen Zusammenhang.

Demnach gaben 46,5 Prozent der Befragten an, eine Veränderung des eigenen Gehörs selbst bemerkt zu haben oder von Mitmenschen darauf aufmerksam gemacht worden zu sein. Bei den erwerbstätigen Teilnehmern lag dieser Anteil mit 50,9 Prozent noch höher, während es bei den Nichtbeschäftigten 41,0 Prozent waren.

Hohe Erwerbsbereitschaft trifft auf kommunikative Barrieren

Die Ergebnisse verdeutlichen ein Spannungsfeld zwischen dem Wunsch nach längerer Erwerbstätigkeit und den Anforderungen des modernen Arbeitsumfelds. Von den 338 in der Erhebung befragten Beschäftigten äußerten 94,1 Prozent die Absicht, weiterhin erwerbstätig zu bleiben; 63,2 Prozent möchten sogar möglichst lange arbeiten.

Gleichzeitig gehören kommunikative Situationen zum festen Berufsalltag: 61,5 Prozent der Erwerbstätigen – konkret 208 von 338 Personen – müssen mindestens einmal pro Woche Aufgaben bewältigen, die besonders gesprächsintensiv sind.

Einschränkungen beim Hören bleiben dabei selten ohne praktische Folgen. Insgesamt gaben 34,6 Prozent der 338 Erwerbstätigen an, wegen Hörproblemen entweder ihre Arbeitsweise oder den Arbeitsplatz angepasst zu haben. Betrachtet man ausschließlich die 172 Beschäftigten mit einer festgestellten Hörveränderung, stieg dieser Anteil auf 54,1 Prozent.

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Zudem berichteten 25,6 Prozent dieser Gruppe (44 von 172 Erwerbstätigen) von Fehlern oder Missverständnissen bei der Arbeit, die direkt auf Hörfehler zurückzuführen waren. Bei 18 der insgesamt 611 Befragten, was 2,9 Prozent entspricht, führten die Probleme sogar zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses.

Anpassungen der Arbeitsweise und Folgen für das Umfeld

Die vorgenommenen Anpassungen im Beruf sind vielfältig. Nach Angaben der Erhebung entschieden sich 20,9 Prozent der Betroffenen für eine Tätigkeit mit weniger Telefonaten oder Besprechungen. Weitere 20,3 Prozent wichen in eine ruhigere Arbeitsumgebung aus, und 15,7 Prozent reduzierten berufliche Gespräche auf ein Minimum.

Die Auswirkungen beschränken sich jedoch nicht auf das Berufsleben. Von den 284 Personen der Gesamtstichprobe, die eine Veränderung ihres Hörvermögens festgestellt hatten, mieden 54,2 Prozent die gesellschaftliche und soziale Teilhabe.

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Vorbehalte gegenüber technischen Hilfsmitteln

Obwohl Einschränkungen im Alltag und Beruf spürbar sind, greift die Mehrheit der Betroffenen nicht auf Hörsysteme zurück. Unter den 174 Personen, die Hörschwierigkeiten bei sich selbst feststellten, nutzten 81,6 Prozent (142 Personen) kein Hörgerät. Von diesen Nichtnutzern gaben wiederum 51,4 Prozent (73 Personen) an, eher kein Hilfsmittel nutzen zu wollen oder Vorbehalte dagegen zu hegen.

Hinsichtlich der Erwartungen an die akustische Unterstützung zeigten sich klare Präferenzen: 49,1 Prozent wünschten sich eine natürliche Balance zwischen menschlicher Sprache und den Geräuschen der Umgebung. Eine vollständige Unterdrückung von Umgebungsgeräuschen wurde hingegen lediglich von 26,4 Prozent der Befragten bevorzugt.

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