Hörgeräte: MOSAIC nutzt Blick und Gestik für längere Batterielaufzeit
Veröffentlicht am: 22.10.2026 um 06:02 Uhr | Redaktion boerse-global.deIn lauten Umgebungen fällt das Verstehen gesprochener Sprache oft schwer – eine Herausforderung, die herkömmliche Hörhilfen stark beansprucht. Das Forschungsprojekt MOSAIC unter Leitung der Macquarie University untersucht, wie sich menschliche Körpersprache in solchen Momenten verändert und wie diese Signale für die nächste Generation von Hörgeräten nutzbar gemacht werden können.
An dem Vorhaben des NSSN Grand Challenge Fund sind neben der Macquarie University auch die Western Sydney University sowie die Unternehmen Cochlear und Google Research Australia beteiligt.
Laut einem Bericht vom 20. Oktober 2026 wurden in einem Multisensor-Labor fast 1 Terabyte Daten erfasst, um Blickmuster, Kopfbewegungen und Gestik bei schwieriger werdenden Gesprächsbedingungen exakt zu dokumentieren.
Verändertes Blickverhalten und verstärkte Gestik bei Lärm
Die Laboruntersuchungen veranschaulichen, wie Gesprächsteilnehmer unbewusst auf visuelle und körperliche Strategien zurückgreifen, sobald die akustische Verständigung gestört wird.
Bei ansteigender Hintergrundlautstärke veränderte sich das Verhalten der Probanden deutlich: Während englische Muttersprachler ihren Blick zunehmend auf die Augen ihres Gegenübers richteten, fokussierten Personen, die Englisch als Fremdsprache lernten, verstärkt den Mund des Sprechers.
Unbehandelter Hörverlust gilt in der Medizin heute als einer der am meist unterschätzten Risikofaktoren für einen geistigen Abbau. Wie Sie mit einfachen Übungen im Alltag gegensteuern können, erfahren Sie in diesem kostenlosen Ratgeber. Hörtraining zur Demenzvorbeugung jetzt kostenlos sichern
Parallel zu den Blickmustern passte sich auch die Motorik den akustischen Erschwernissen an. Die Armgesten der Probanden wurden im Versuchsverlauf größer und schneller ausgeführt, zudem veränderten sich messbar die Kopfbewegungen der Beteiligten.
Zielgerichtete Algorithmen und Schonung der Batterie
Hinter der Auswertung der Sensordaten steht ein klares technologisches Ziel für die Hörgeräteentwicklung. Künftige Systeme sollen in Echtzeit erkennen können, zu welchem Zeitpunkt eine Kommunikation zusammenzubrechen droht. Ein weiterer Schwerpunkt liegt darin, die Hörintention der Nutzer präzise abzuleiten, also verlässlich zu bestimmen, welcher Person im Raum die Aufmerksamkeit gilt.
Wer sich mit der Erhaltung seiner Sinnesleistungen und geistigen Fitness beschäftigt, sollte den Zusammenhang zwischen Hören und Gehirngesundheit kennen. Dieser kostenlose PDF-Report liefert sieben praktische Übungen für zuhause, um die kognitive Leistung aktiv zu unterstützen. 7 Übungen für die geistige Fitness gratis herunterladen
Auf dieser Basis könnten die Geräte gezielter agieren. Wenn ein System die Absicht der Nutzer über körperliche Signale wie Blickrichtung oder Gestik erfasst, müssen aufwendige Audio-Algorithmen nicht mehr durchgehend laufen. Die gezielte Aktivierung nur bei tatsächlichem Bedarf soll wertvolle Energie sparen und die Batterielaufzeit der Hörgeräte deutlich verlängern.
Fortsetzung im Rahmen einer nationalen Initiative
Die Erkenntnisse aus dem Projekt MOSAIC dienen als Grundlage für weitere Schritte auf dem Weg zu intuitiveren Hörhilfen. Laut dem Bericht vom 20. Oktober 2026 wird das Projekt im Rahmen der Australian Future Hearing Initiative fortgeführt, um die erfassten multisensorischen Daten für künftige Gerätegenerationen weiterzuentwickeln.
