Hochfunktionale, Depression

Hochfunktionale Depression: 80% leiden unter Arbeitsbelastung

28.05.2026 - 19:48:39 | boerse-global.de

Immer mehr Berufstätige leiden unter hochfunktionaler Depression, während Produktivitätsverluste durch Burnout Milliarden kosten.

Hochfunktionale Depression: 80% leiden unter Arbeitsbelastung - Foto: über boerse-global.de
Hochfunktionale Depression: 80% leiden unter Arbeitsbelastung - Foto: über boerse-global.de

Immer mehr Menschen leiden unter einer hochfunktionalen Depression (HFD). Das Tückische: Nach außen zeigen Betroffene keine Schwäche.

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Die unsichtbare Krise der High Performer

Hochfunktionale Depression ist keine offizielle Diagnose. Fachleute wie Eva-Lotta Brakemeier, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Psychologie (DGP), beschreiben sie als depressive Symptome bei Menschen mit extremem Leistungsanspruch. Typische Merkmale: Perfektionismus, starkes Kontrollbedürnis und tiefe innere Erschöpfung.

Weil Betroffene ihren Alltag scheinbar mühelos bewältigen, erkennen weder das Umfeld noch die Erkrankten selbst das Problem frühzeitig. Die Psychiaterin Judith Joseph entwickelte ein spezielles Analysetool zur Identifikation. Zwei Symptome stechen bei High Performern besonders hervor – und werden oft übersehen.

Dr. Sue Varma betont: Wer allgemeinen Stress nicht von einem High-Functioning Burnout unterscheiden kann, riskiert langfristig schwere gesundheitliche Folgen. Dazu zählen kardiovaskuläre Risiken und chronische Schlafstörungen.

Milliardenverluste durch stumme Erschöpfung

Die wirtschaftlichen Schäden sind enorm. Ein aktueller Wellness-Report von Manulife Canada beziffert den Produktivitätsverlust durch Burnout auf 46 Arbeitstage pro Mitarbeiter und Jahr.

Nur drei Prozent der Arbeitszeit entfallen auf klassische Fehlzeiten. Ganze 19 Prozent gehen durch gesundheitliche Einschränkungen direkt am Arbeitsplatz verloren – Fachleute sprechen von Präsentismus.

Die Studie zeigt: Rund 80 Prozent der Befragten geben an, dass die Arbeit ihre mentale Gesundheit beeinflusst. Mehr als die Hälfte berichtet von Burnout-Symptomen oder schlechter Schlafqualität. Die Gesamtkosten psychischer Erkrankungen belaufen sich in Kanada auf jährlich 180 Milliarden Dollar. Arbeitgeber tragen davon rund 110 Milliarden.

Das Wellness-Paradoxon: Wenn Entspannung stresst

Ein zentraler Treiber für Erschöpfung ist gesellschaftlicher Druck. Die GDI-Studie „Feelgood Revolution“ zeigt ein Paradoxon: Das Streben nach Wohlbefinden wird selbst zum Stressfaktor.

In der DACH-Region empfinden 54 Prozent der über 3.000 Befragten den Druck, gut auszusehen und sich optimal zu präsentieren, als zu hoch. Besonders betroffen: Junge Menschen bis 24 Jahre. Nur zwölf Prozent dieser Altersgruppe geben an, selten gestresst zu sein.

Hinzu kommt die digitale Dauerbelastung. Eine Untersuchung der IU Internationalen Hochschule belegt: 81 Prozent der Deutschen kontrollieren mindestens stündlich ihr Smartphone. Bei den 16- bis 30-Jährigen sind es über 90 Prozent.

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Der Druck, ständig zu funktionieren, raubt vielen Menschen die Lebensfreude und führt zur Erschöpfung. Dieser kostenlose PDF-Ratgeber bietet alltagstaugliche Achtsamkeitsübungen, die Ihnen helfen, Stress zu reduzieren und wieder mehr im Hier und Jetzt anzukommen. Achtsamkeits-Guide kostenlos als PDF sichern

Der Druck, sofort zu antworten, und die Angst, etwas zu verpassen (FOMO), belasten mehr als die Hälfte der Nutzer. Ein Experiment mit 72.000 Jugendlichen zeigte aber: Wer die Smartphone-Nutzung über drei Wochen reduziert, verbessert die Schlafqualität um 20 Prozent und senkt depressive Symptome um 15 Prozent.

Stressimpfung statt Vermeidung

Experten raten: Nicht Stress vermeiden, sondern die Bewältigungskompetenz stärken. Prof. Dr. Volker Busch von der Uniklinik Regensburg plädiert für „Stressimpfung“. Durch Selbstmitgefühl und Autonomie lasse sich die Widerstandskraft erhöhen.

Besonders junge Führungskräfte leiden häufig unter mangelndem Gestaltungsspielraum – das erhöht das Burnout-Risiko. Weitere präventive Ansätze:

Wertearbeit: Burnout entsteht oft dort, wo Menschen dauerhaft gegen ihre Grundwerte arbeiten. Instrumente wie das Reiss Motivation Profile helfen, die emotionale Widerstandskraft zu stärken.

Niksen: Bewusstes Nichtstun aktiviert das Default Mode Network im Gehirn. Das fördert Problemlösung und Kreativität. Laut Gallup-Daten sind weltweit 80 Prozent der Arbeitnehmer nicht voll engagiert – Regenerationsphasen werden damit umso wichtiger.

Professionelle Hilfe: Erste Anlaufstellen bei Verdacht auf eine hochfunktionale Depression sind Hausärzte oder Fachorganisationen. Therapeutische Unterstützung und Stimmungstagebücher können den Weg aus der Spirale des stummen Funktionierens ebnen.

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