HIVE baut 320-MW-KI-Gigafabrik in Kanada
19.05.2026 - 06:31:14 | boerse-global.deDer Krypto-Miner HIVE Digital Technologies investiert 3,5 Milliarden kanadische Dollar in eine KI-Infrastruktur nahe Toronto – und setzt damit ein klares Zeichen gegen die Abhängigkeit von US-Cloud-Anbietern.
Das Unternehmen gab am Montag bekannt, im Großraum Toronto eine 320-Megawatt-Anlage für Künstliche Intelligenz zu errichten. Die Reaktion der Börse ließ nicht lange auf sich warten: Die Aktie schoss im frühen Handel um bis zu 35 Prozent nach oben. Anleger honorieren offenbar den radikalen Wandel vom reinen Bitcoin-Schürfer zum Anbieter von Hochleistungsrechenzentren.
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Standortvorteil mit 25 Hektar und gesichertem Strom
Die „Gigafactory“ entsteht auf einem 25 Hektar großen Grundstück im Toronto-Waterloo-Technologiekorridor. BUZZ High Performance Computing (HPC), eine hundertprozentige Tochter von HIVE, sicherte sich das Areal in zwei Schritten: 21 Hektar für 46 Millionen kanadische Dollar, vier weitere für 12 Millionen. Der entscheidende Trumpf: ein garantiertes Stromkontingent von 320 Megawatt – in Zeiten explodierender KI-Nachfrage ein rares Gut.
Das Unternehmen verspricht mehr als 800 Bauarbeitsplätze und hunderte feste Stellen für hochqualifizierte Fachkräfte. Die Anlage soll Ontarios sauberes Stromnetz nutzen und mit einem wassersparenden Kühlsystem betrieben werden. Geschlossene Kreisläufe und ein Verzicht auf Wasserverbrauch stehen im Zentrum der Nachhaltigkeitsstrategie.
Vom Bitcoin-Miner zum KI-Dienstleister
HIVE verfolgt eine „Zwei-Motoren“-Strategie. Einerseits bleibt der Konzern mit rund zwei Prozent der globalen Rechenleistung ein Top-Bitcoin-Miner. Andererseits fließt immer mehr Kapital in Hochleistungsrechnen. Der Grund liegt auf der Hand: Während die Margen im Krypto-Mining unter Volatilität und steigender Netzwerkschwierigkeit leiden, erzielt das KI-Cloud-Geschäft Margen zwischen 95 und 98 Prozent.
Die Zahlen untermauern den Kurs: Im dritten Geschäftsquartal (Ende Dezember 2025) meldete HIVE einen Rekordumsatz von 93,1 Millionen US-Dollar – ein Plus von 219 Prozent im Jahresvergleich. Ein 30-Millionen-Dollar-Vertrag über den Einsatz von über 500 NVIDIA B200-GPUs soll zusätzlich 15 Millionen Dollar jährliche Wiederholungseinnahmen bringen.
Globale Expansion mit Hindernissen
Die Toronto-Anlage ist der größte Baustein eines weltweiten Ausbaus. In Paraguay nahm HIVE Ende 2025 die letzte Phase seines Valenzuela-Campus mit 300 Megawatt Wasserkraft in Betrieb. Anfang 2026 startete dort der Betrieb von GPU-Clustern für KI-Trainingsaufgaben US-amerikanischer Forscher.
In Europa läuft der Umbau: Im März 2026 kündigte HIVE an, Bitcoin-Mining in Boden (Schweden) herunterzufahren und die Anlage auf KI umzurüsten. Der Trend ist branchenweit sichtbar: Ehemalige Krypto-Miner nutzen ihre Expertise in Energie- und Rechenzentrums-Management für den KI-Boom.
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Milliarden-Investition mit Risiken
Die 3,5 Milliarden kanadischen Dollar (umgerechnet rund 2,55 Milliarden US-Dollar) sind eine gewaltige Wette. Zur Finanzierung nutzte HIVE unter anderem eine Wandelanleihe über 115 Millionen US-Dollar im April 2026. Analysten sehen erhebliche Ausführungsrisiken – vor allem wegen der langen Vorlaufzeit bis zur Inbetriebnahme in der zweiten Jahreshälfte 2027.
Doch der gesicherte Stromzugang in einem erstklassigen Technologie-Hub verschafft HIVE einen Wettbewerbsvorteil. Während reine Bitcoin-Miner nach der Halbierung der Blockbelohnung tiefe Verluste meldeten, konnten integrierte Anbieter ihre KI-Erlöse teils auf über die Hälfte des Gesamtumsatzes steigern.
Das Unternehmen peilt 225 Millionen US-Dollar jährlichen KI-Umsatz an. Die Gigafactory im Toronto-Waterloo-Korridor ist der Schlüssel zu diesem Ziel – und könnte HIVE vom Nischenplayer zum industriellen Rückgrat nordamerikanischer KI-Infrastruktur machen.
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