Hitzewelle, Rettungseinsätze

Hitzewelle Juni: Rettungseinsätze in Baden-Württemberg um 50% gestiegen

Veröffentlicht am: 07.09.2026 um 15:03 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Nach mehr Rettungseinsätzen im Juni verlangt das DRK Baden-Württemberg klimafeste Pflege und klimatisierte Fahrzeuge; politische Umsetzung bleibt offen.

DRK Baden-Württemberg verlangt Hitzeschutzpakt nach Einsatzplus
Hitzeflimmern über ausgetrocknetem Boden während einer sommerlichen Hitzewelle in einer ländlichen Umgebung Illustration mit AI erstellt.

Nach der Rekordhitze Ende Juni 2026 fordert das Deutsche Rote Kreuz (DRK) Baden-Württemberg einen strukturierten Hitzeschutzpakt. Die Hilfsorganisation dringt auf Investitionen in klimafeste Pflege sowie in klimatisierte Rettungsfahrzeuge, wie der Landesverband mitteilte. Hintergrund der Forderung sind die Erfahrungen aus der Hitzewelle, die den Rettungsdienst im Land spürbar belastete.

Deutlicher Anstieg der Rettungseinsätze

Zwischen dem 21. und 28. Juni 2026 verzeichnete das DRK Baden-Württemberg während der Hitzewelle einen erheblichen Anstieg der Rettungsdiensteinsätze. In Karlsruhe stiegen die Einsätze um 35 Prozent, in Freiburg um 40 Prozent und in Mannheim um 50 Prozent.

An den heißesten Tagen der Hitzewelle verdoppelte sich die Zahl der Einsätze demnach sogar. Diese Zahlen bilden nach Angaben des Landesverbands die zentrale Grundlage für die Forderung nach einem strukturierten Hitzeschutzpakt, da bestehende Kapazitäten in Spitzenzeiten an ihre Grenzen gestoßen seien.

Vor diesem Hintergrund richtet sich die Forderung des DRK vor allem an zwei Punkte: klimafeste Pflegeangebote, die ältere und pflegebedürftige Menschen bei extremer Hitze besser schützen sollen, sowie klimatisierte Rettungsfahrzeuge, die sowohl Patienten als auch Einsatzkräfte während heißer Einsätze entlasten würden. Gerade für ältere Menschen gilt Hitze als besondere gesundheitliche Belastung, weshalb der Verband strukturelle statt punktueller Maßnahmen anmahnt.

Ehrenamt als tragende Säule

Die Handlungsfähigkeit des DRK Baden-Württemberg stützt sich maßgeblich auf sein Ehrenamt: Über 61.000 Freiwillige sind im Landesverband aktiv. Diese breite ehrenamtliche Basis war es, die während der Hitzewelle im Juni die zusätzlichen Einsätze mittragen musste – ein Umstand, der die Forderung nach besserer Ausstattung zusätzlich unterlegt, da ehrenamtliche Kräfte bei extremer Hitze ebenfalls besonderen Belastungen ausgesetzt sind.

Anzeige

Die Hitzewelle im Juni hat gezeigt, wie schnell Senioren in Gefahr geraten – die Rettungseinsätze stiegen in Mannheim um 50 Prozent. Doch Sie können vorbeugen: Mit der richtigen Vorbereitung schützen Sie Ihre Angehörigen auch bei extremen Temperaturen. Jetzt kostenlosen Hitzeschutz-Leitfaden anfordern

Weitere Aktivitäten des Landesverbands

Über die Hitzeschutzdebatte hinaus war der Landesverband in den vergangenen Monaten in mehreren Bereichen aktiv. Im Juli 2026 veranstaltete das DRK Baden-Württemberg vom 9. bis 10. Juli das zweite „Forum Zukunft Retten“ in Baden-Baden, bei dem Fragen der künftigen Ausrichtung des Rettungswesens im Mittelpunkt standen. Im August 2026 führte der Verband am 14. August eine Blutspendeaktion in der MHP-Arena durch, an der sich über 400 Blutspender beteiligten.

Bereits im Juni, kurz vor der Hitzewelle, hatte sich beim Landeswettbewerb des DRK die Ortsgruppe Öhringen durchgesetzt und den Wettbewerb am 22. Juni gewonnen.

Einordnung

Anzeige

Wenn das Thermometer über 35 Grad klettert, wird es für ältere Menschen schnell gefährlich. Doch mit einem durchdachten Notfallplan bleiben Sie handlungsfähig – genau dann, wenn jede Minute zählt. Notfallplan für Hitzewellen jetzt sichern

Die Häufung von Rettungseinsätzen während der Hitzewelle im Juni verdeutlicht nach Einschätzung des DRK Baden-Württemberg, dass extreme Hitzeperioden künftig verstärkt Anpassungen im Rettungswesen erfordern.

Insbesondere ältere Menschen zählen zu den Gruppen, die bei Hitzewellen besonders gefährdet sind – ein Umstand, der die Forderung nach klimafester Pflege und besser ausgestatteten Rettungsfahrzeugen aus Sicht des Verbands zusätzlich untermauert. Ob und in welcher Form ein solcher Hitzeschutzpakt politisch umgesetzt wird, ist derzeit offen.

Disclaimer...

de | wissenschaft | 70063635 |