Hitzewelle: Experten empfehlen 2,5 bis 6 Liter Wasser täglich
22.06.2026 - 15:48:08 | boerse-global.de
Besonders das Herz-Kreislauf-System leidet unter Flüssigkeits- und Elektrolytmangel. Chronisch Kranke und ältere Menschen sind besonders gefährdet. Wer jetzt sein Trinkverhalten anpasst, schützt seine Gesundheit.
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Wie viel sollten Sie trinken?
Die pauschale Empfehlung von zwei Litern täglich reicht bei Hitze nicht aus. Chefarzt Jörg Latus vom RBK Stuttgart präzisiert: Im Normalzustand sind bei Hitze 2,5 bis 3 Liter nötig. Bei leichter Aktivität steigt der Bedarf auf 3 bis 4 Liter. Wer Sport treibt, braucht sogar 4 bis 6 Liter täglich.
Eine einfache Faustregel: Trinken Sie, wenn Sie Durst verspüren. Aber Vorsicht vor Extremen – eine Wasservergiftung ist möglich. Ein verlässlicher Indikator ist die Urinfarbe. Hell bedeutet ausreichend versorgt, dunkel signalisiert Flüssigkeitsmangel. Bei älteren Menschen droht die Austrocknung bereits ab einem Wasserverlust von ein bis zwei Prozent.
Welche Getränke helfen wirklich?
Wasser bleibt der ideale Durstlöscher. Doch eine Studie aus dem Jahr 2016 zeigt: Vollmilch und Magermilch verlassen den Magen langsamer als Wasser. Das kann bei eingeschränktem Zugang zu Flüssigkeit von Vorteil sein.
Für den Alltag empfehlen Experten:
- Fruchtschorlen im Verhältnis 1:3 (Saft zu Wasser)
- Ungesüßte Kräuter- und Früchtetees
- Selbstgemachter Eistee
- Kokoswasser
Vermeiden Sie eiskalte Getränke – sie belasten den Organismus zusätzlich. Kaffee und Tee können Sie übrigens in die tägliche Flüssigkeitsbilanz einrechnen, anders als früher oft angenommen.
Was sollten Sie meiden?
Zuckerhaltige Softdrinks und Energydrinks belasten den Kreislauf und können bei Flüssigkeitsmangel die Nieren schädigen. Besonders tückisch: Alkohol. Er fördert die Dehydrierung und verschlechtert die Wärmeregulation. Die DLRG warnt zudem vor Badeunfällen, die durch Selbstüberschätzung und Alkoholkonsum begünstigt werden.
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Warnsignale des Körpers ernst nehmen
Neben dem Trinken spielt die allgemeine Lebensweise eine entscheidende Rolle. Reduzieren Sie körperliche Anstrengungen. Lüften Sie nachts, halten Sie Rollläden tagsüber geschlossen. Ein spezifischer medizinischer Hinweis: Bei starker Hitze sollten Sie nach Möglichkeit auf Ibuprofen verzichten.
Symptome wie Bewusstseinsstörungen, Erbrechen oder ausbleibende Urinausscheidung sind Alarmzeichen. Die Universitätsmedizin Mainz rät dann zum sofortigen Gang in die Notaufnahme. Denn lange Hitzewellen fordern den Körper stärker als einzelne heiße Tage – kontinuierliche Achtsamkeit ist gefragt.
