Hitzewelle 40 Grad: Behörden verwarnen 3.063 Unternehmen in Spanien
22.06.2026 - 19:56:58 | boerse-global.de
Temperaturen bis 40 Grad Celsius bedrohen Gesundheit und Infrastruktur – Behörden schlagen Alarm.
Europa ächzt unter einer extremen Hitzewelle. Am heutigen Montag, dem 22. Juni 2026, haben nationale Wetterdienste und Gesundheitsbehörden in mehreren Ländern Notfallwarnungen herausgegeben. Die Temperaturen könnten in Teilen Großbritanniens und Deutschlands die 40-Grad-Marke erreichen. Für Unternehmen wird es zunehmend schwieriger, den Betrieb aufrechtzuerhalten und gleichzeitig die gesetzlichen Sicherheitspflichten zu erfüllen.
Rote Warnung für Südengland und Wales
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Der britische Wetterdienst Met Office hat für Teile Südenglands und Wales eine seltene rote Wetterwarnung ausgesprochen. Sie gilt von Mittwochmorgen, dem 24. Juni, bis zum Abend des 25. Juni. Die Behörden warnen vor einer potenziellen Gefahr für Leib und Leben. Arbeitsabläufe müssten grundlegend angepasst werden.
Keine gesetzliche Höchsttemperatur am Arbeitsplatz
Trotz der zunehmenden Extremwetterlagen gibt es in Großbritannien und Irland keine gesetzlich festgelegte maximale Arbeitstemperatur. Die Arbeitsschutzvorschriften verlangen von Arbeitgebern lediglich, eine „angemessene" Temperatur und eine sichere Arbeitsumgebung zu gewährleisten. Die britische Arbeitsschutzbehörde HSE betont, dass Hitze zwar als anerkannter Gefahrenstoff am Arbeitsplatz gilt, eine formelle Risikobewertung aber ausreicht.
Anders sieht es in Teilen Kontinentaleuropas aus. Die baskische Arbeitsaufsichtsbehörde hat am 22. Juni formelle Verwarnungen an 3.063 Unternehmen wegen der Hitzewelle ausgesprochen. Im Rahmen des regionalen Sommerplans drohen bei Verstößen empfindliche Geldstrafen: Schwere Vergehen kosten zwischen 2.451 und 49.180 Euro, bei besonders schwerwiegenden Verstößen sind bis zu 983.736 Euro möglich.
Rechtsexperten weisen zudem darauf hin, dass Arbeitgeber auch gegenüber ihren Mitarbeitern im Homeoffice eine Fürsorgepflicht haben. Werden gesundheitliche Beeinträchtigungen durch die Hitze ignoriert, könnte dies als Diskriminierung aufgrund einer Behinderung gewertet werden.
Infrastruktur unter Druck: Internet, Bahn und Flughäfen betroffen
Die Hitzewelle setzt auch der digitalen und physischen Infrastruktur massiv zu. In Südhessen warnen die Behörden vor möglichen hitzebedingten Internetausfällen. Die Ozonwerte in der Region haben erstmals in diesem Jahr die gesundheitlichen Grenzwerte überschritten.
Besonders betroffen sind die Verkehrsnetze. Ingenieure warnen: Schienen können sich pro Grad Celsius Temperaturanstieg um elf Millimeter pro Kilometer ausdehnen. Die Folge sind Schienenverwerfungen und Signalstörungen. Einige Bahnbetreiber streichen die Schienen inzwischen weiß an – eine Maßnahme, die die Schienentemperatur um bis zu fünf Grad senken kann.
Auch der Energiesektor leidet unter den sogenannten Hitzekuppeln, die die Kühlsysteme von Kraftwerken beeinträchtigen. Am Frankfurter Flughafen mussten am Montag Rettungskräfte ausrücken, um Passagiere zu versorgen, die unter hitzebedingten Beschwerden litten.
Strategien für den Betrieb: Lüfter, flexible Arbeitszeiten und Homeoffice
Angesichts der Hitze setzen Unternehmen auf Maßnahmen, um Mitarbeiter zu schützen und die Produktivität zu sichern. Eine Studie des IFES aus April und Mai 2026 mit 1.000 Teilnehmern zeigt, dass fast ein Drittel der Beschäftigten hohe Temperaturen bereits als erhebliches Problem am Arbeitsplatz empfindet. 48 Prozent der Arbeitnehmer berichteten zudem von einer steigenden Arbeitsbelastung in den letzten zwei Jahren, was häufige Pausen erschwert.
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Die britische Beratungsstelle Acas und die Arbeitsschutzbehörde HSE empfehlen daher:
- Verschobene Arbeitszeiten: Früh- oder Spätschichten, um die Mittagshitze zu vermeiden.
- Raumklima verbessern: Tischventilatoren, Jalousien und ausreichende Belüftung oder Klimaanlage.
- Flexible Regelungen: Homeoffice, wenn die Wohnung kühler ist oder der Arbeitsweg eine Gesundheitsgefahr darstellt.
- Wohlfühlmaßnahmen: Kostenloses Trinkwasser und Lockerung der Kleiderordnung.
Die Wettervorhersage macht wenig Hoffnung auf schnelle Abkühlung. Das sogenannte „Omega-Hoch" blockiert kühlere Luftmassen aus dem Norden. Die extreme Hitze könnte bis Ende Juni anhalten. Experten des britischen Klimaausschusses fordern die Regierungen auf, angesichts der zunehmenden Häufigkeit solcher Extremereignisse eine gesetzliche Höchsttemperatur für Arbeitsplätze einzuführen.
