Hitzetraining: Profiklubs verlegen Einheiten bei 43 Grad in Morgenstunden
26.06.2026 - 11:54:42 | boerse-global.de
Nicht sportliche Defizite, sondern extreme Temperaturen und eine neue Professionalisierung der Trainingssteuerung bestimmen die Schlagzeilen.
Hitzerekorde zwingen zu Notfallplänen
Dynamo Dresden startete die Vorbereitung am 25. Juni bei 43,1 Grad Celsius in Weinböhla. Die Verantwortlichen reagieren: Trainingseinheiten werden verstärkt in die frühen Morgenstunden verlegt. Hannover 96 zog nach – der Trainingsstart am 24. Juni wurde kurzfristig auf 9:30 Uhr vorverlegt.
Der Hallesche FC entwickelte einen spezifischen Hitze-Plan. Neben häufigeren Pausen setzt der Verein auf Elektrolyt-Getränke und kalte Handtücher zur Kühlung. Mediziner warnen bei Temperaturen bis zu 41 Grad vor einer deutlich erhöhten Krampfgefahr. Der 1. FC Nürnberg absolvierte seine Leistungstests am 25. und 26. Juni kurzerhand in Innenräumen – bei 38 Grad im Freien keine Überraschung.
Trainingslager als Wirtschaftsmotor
Die Standortwahl für sommerliche Trainingslager hat sich zum bedeutenden Wirtschaftsfaktor entwickelt. Besonders Oberösterreich profitiert: Für 2026 rechnet die Region mit rund 19.000 zusätzlichen Nächtigungen und einem Umsatz von etwa fünf Millionen Euro durch Profifußball-Teams.
Neben deutschen Klubs wie Fortuna Düsseldorf und Dynamo Dresden schlagen internationale Schwergewichte wie Galatasaray, Fenerbahçe Istanbul, Slavia Prag und Roter Stern Belgrad dort ihr Lager auf. Auch das österreichische Nationalteam plant für September einen Aufenthalt in Windischgarsten.
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Andere Bundesligisten weichen in Gebirgsregionen aus: Der 1. FC Köln trainiert vom 24. bis 31. Juli in Kitzbühel, Schalke 04 reist vom 20. bis 26. Juli ins Stubaital.
Boxen statt Ball: Neue Methoden im Training
Die Löwen Frankfurt aus der DEL setzen auf Abwechslung – und integrieren Box-Einheiten in ihr Programm. Der Athletiktrainer betont: Das diene nicht nur der physischen Abwechslung, sondern stelle auch eine mentale Herausforderung für den fast kompletten Kader dar.
Auch international wird spezialisiert: Vom 12. bis 18. Juni fand in Budapest ein Torhüter-Camp des Weltverbandes IIHF statt. Deutsche Nachwuchstalente und Trainer aus rund 15 Nationen absolvierten täglich mehrere Eis- und Athletikeinheiten. Ziel: fachlicher Austausch auf internationalem Niveau.
Kaderplanung: Cottbus setzt auf Offensive
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Parallel zum Trainingsbetrieb forcieren die Vereine ihre Kaderzusammenstellung. Energie Cottbus setzt nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga auf offensive Ausrichtung – und verpflichtete mit Leonardo Bittencourt einen Rückkehrer mit rund 300 Bundesligaspielen. Trotz über 6.000 verkaufter Dauerkarten sucht der Verein weiter nach Verstärkungen in der Defensive und im Sturm.
Hannover 96 sicherte sich unterdessen langfristig die Dienste von Nachwuchstalent Tom Hobrecht – der Profivertrag läuft bis 2029. Bei RB Leipzig steht der Rahmen für den Sommer bereits fest: Trainingsstart am 13. Juli, Trainingslager in Saalfelden, Saisoneröffnung am 16. August. Am 22. August startet dann die erste Runde im DFB-Pokal. Für Borussia Dortmund und Bayer Leverkusen markiert der 22. August mit dem Supercup beziehungsweise der ersten Pokalrunde den Pflichtspielauftakt.
