Hitze-Warnung: 40 Grad bis Montag – Herzinfarkt-Risiko steigt um 15%
18.06.2026 - 11:25:50 | boerse-global.de
Der Deutsche Wetterdienst warnt: Von heute bis Montag steigen die Temperaturen in Teilen Deutschlands auf bis zu 40 Grad, lokal sogar auf 41 Grad. Das ist nicht nur unangenehm – es wird zur Gesundheitsgefahr.
Wenn der Körper überhitzt
Unser Organismus kämpft verbissen gegen die Hitze. Die Charité-Studien zeigen: Bei 37 Grad Kerntemperatur läuft der Körper optimal. Steigt sie auf über 42 Grad oder fällt unter 32 Grad, wird es lebensbedrohlich.
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Die Reaktion des Körpers ist extrem: Die Blutgefäße weiten sich, der Blutdruck sinkt. Das Herz pumpt schneller, um die Organe zu versorgen. Bis zu 80 Prozent des Blutes strömen in die Haut – zur Kühlung. Die inneren Organe werden dabei unterversorgt. Die Folge: Herzinfarkte, Rhythmusstörungen und Herzinsuffizienz nehmen zu.
Ein Liter Flüssigkeitsverlust pro Kilo Gewichtsverlust – das ist die Faustregel der Mediziner. Wer während einer Hitzeperiode zwei Kilo abnimmt, hat bereits zwei Liter Wasser verloren.
Wer besonders gefährdet ist
Die Zahlen des Robert Koch-Instituts sprechen eine klare Sprache: Rund 2.500 hitzebedingte Todesfälle gab es 2025 in Deutschland. Eine Auswertung bis August des Jahres zeigt sogar 2.600 Fälle – über 1.500 davon waren Menschen über 85 Jahre. Langfristig rechnen Experten mit 3.000 bis 3.200 Hitzetoten pro Jahr.
Besonders gefährdet sind Senioren ab 75 Jahren, chronisch Kranke mit Diabetes oder Nierenleiden sowie Säuglinge. Deren Schweißproduktion ist noch nicht ausgereift.
Das DWD hat berechnet: Für Herzkranke steigt das Sterberisiko während Hitzewellen um etwa 15 Prozent. Auch bestimmte Medikamente wie Diuretika oder Betablocker können die Temperaturregelung stören – und das Risiko für Kreislaufkollapse erhöhen.
Die wirtschaftliche Seite der Hitze
Die Hitze kostet nicht nur Leben, sondern auch Geld. Allianz Trade prognostiziert: Bis 2030 könnten Hitzewellen die deutsche Wirtschaft 112 Milliarden Euro kosten. Der Grund: Die Arbeitsproduktivität sinkt um etwa drei Prozent pro Grad über 30 Grad.
Und die Krankenstände steigen. Liegen die Temperaturen an sieben aufeinanderfolgenden Tagen über 30 Grad, nehmen die Krankmeldungen um 10,8 Prozent zu. Experten fordern daher flexible Arbeitszeiten und bauliche Anpassungen – etwa Fassadenbegrünung oder helle Anstriche.
Was in den Städten passiert
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Städte heizen sich besonders auf. Das Hessische Landesamt für Naturschutz warnt: Innenstädte können bis zu zehn Grad wärmer sein als das Umland. Der Wärmeinseleffekt verschärft die Lage. Allein in Hessen gab es 2018 rund 740 hitzebedingte Todesfälle.
Die Empfehlung der Fachleute: Zwei bis drei Liter Flüssigkeit pro Tag – am besten in Portionen von 200 bis 250 Millilitern pro Stunde. Körperliche Anstrengungen in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden verlegen.
Achtung bei Warnsignalen: Schwindel, Verwirrtheit oder Atemnot können auf eine Hitzeerschöpfung hindeuten. Trockene, heiße Haut ist ein Alarmzeichen für einen Hitzschlag – dann sofort den Notarzt rufen.
