Hitze-Notfall: 1.300 Todesfälle in Europa – Mineralstoffverlust richtig ausgleichen
30.06.2026 - 06:18:32 | boerse-global.de
Am 28. Juni wurden in Neißemünde 41,7 Grad gemessen. Extreme Hitze fordert nicht nur die Kreisläufe, sondern auch den Mineralstoffhaushalt. Neben Flüssigkeit rückt vor allem Magnesium in den Fokus der Gesundheitsvorsorge. Doch welches Präparat ist das richtige?
Magnesium ist nicht gleich Magnesium
In der medizinischen Praxis unterscheiden Ärzte zunehmend zwischen verschiedenen Magnesiumverbindungen. Der Psychiater Dr. Brian Zachariah empfiehlt Magnesiumglycinat wegen seiner guten Verträglichkeit. Anders als Magnesiumcitrat, das abführend wirken kann, schont die Glycinat-Form den Magen-Darm-Trakt. Sie kommt vor allem bei Muskelverspannungen, Schlafstörungen oder Angstzuständen zum Einsatz.
Die wissenschaftliche Beleglage ist laut Medizinern wie Dr. Rehan Aziz für spezifische Effekte noch dünn. Trotzdem setzen viele Kliniker auf Magnesiumglycinat. Dr. Nissa Keyashian warnt jedoch: Supplements sind kein Allheilmittel. Bei psychischen Belastungen sollten sie nur ergänzend zu Therapien, Bewegung und Achtsamkeitsübungen wirken.
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Wenn das Herz bei Hitze pumpt wie im Marathon
Hohe Temperaturen und Luftfeuchtigkeit belasten das Herz-Kreislauf-System enorm. Der Kardiologe Dr. M. Vedat Çald?r erklärt: Das Herz muss dann 30 bis 50 Prozent mehr leisten, der Puls steigt um 10 bis 20 Schläge pro Minute. Der damit verbundene Flüssigkeits- und Mineralverlust muss ausgeglichen werden – Magnesium spielt neben Natrium und Kalium eine Schlüsselrolle.
Muss jeder jetzt Supplemente schlucken? Der Kardiologe Dr. Christopher Schneeweiss sagt: Nein. Eine ausgewogene Ernährung deckt den Bedarf normalerweise. Erst bei langanhaltender, intensiver Belastung oder extremem Schwitzen wird eine gezielte Zufuhr sinnvoll. Ausdauersportler dosieren bei Hitze etwa 40 mg Magnesium plus Natrium und Kalium. Besondere Vorsicht gilt bei älteren Menschen und Patienten, die Diuretika einnehmen – hier kann das Gleichgewicht der Blutsalze schnell kippen.
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Ayran und Mineralwasser: Die natürlichen Helfer
Nahrungsergänzungsmittel sind nicht die einzige Option. Das türkische Joghurtgetränk Ayran liefert durch Wasser, Joghurt und Salz effektiv Magnesium, Kalium und Kalzium.
Auch Mineralwasser variiert stark im Mineraliengehalt. Wässer mit hohem Magnesiumgehalt kommen auf über 50 mg/l, Spitzenmarken erreichen 140 bis über 600 mg/l. Wer unter Bluthochdruck leidet, sollte auf natriumarme Sorten (unter 50 mg/l) achten.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) betonte am 28. Juni die Dramatik der Lage: Seit dem 21. Juni wurden in Europa über 1.300 hitzebedingte Todesfälle gemeldet. Experten raten, die heißesten Stunden zu meiden und zwei bis drei Liter täglich zu trinken – ergänzt durch mineralstoffreiche Kost wie Suppen oder Ayran. Nur so bleibt der Mineralstoffhaushalt stabil.
