Hitze-Notfälle, Rettungsdienste

Hitze-Notfälle: Rettungsdienste verzeichnen 20% mehr Einsätze

19.06.2026 - 19:49:47 | boerse-global.de

Effektive Kühlmethoden wie Nackenwickel und Atemtechniken helfen bei hohen Temperaturen. Städte bauen Hitzeschutz aus.

Hitze-Tipps: Nackenkühlung und Yoga-Trick gegen Überhitzung
Hitze-Notfälle - Nahaufnahme eines Handgelenks, das mit einem Eisbeutel oder feuchten Tuch gekühlt wird, um Hitze zu lindern. 19.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Reicht die Schweißproduktion nicht mehr aus, drohen Kopfschmerzen, Erschöpfung und Schwindel. Mediziner haben klare Methoden, um den Organismus gezielt zu entlasten.

Der Nacken ist der Schlüssel

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Nicht alle Körperstellen kühlen gleich gut. Die DLRG empfiehlt, kalte Tücher oder Kühl-Akkus an Handgelenken, Beinen, Füßen, Stirn und vor allem am Nacken zu platzieren. Dort verlaufen die Blutgefäße besonders oberflächennah unter dünner Haut. Das abgekühlte Blut senkt dann die Gesamtkörpertemperatur.

Die Kühlung des Nackens wirkt sogar bis in den Schädelbereich – ein wichtiger Schutz gegen Hitzschlag. Auch feuchte Tücher auf der Haut nutzen ein physikalisches Prinzip: Die Verdunstung entzieht dem Körper Wärme. Die Universität Dresden testet derzeit Wassernebelduschen, die fein zerstäubtes Regenwasser zur lokalen Abkühlung einsetzen.

Yoga-Trick und Merinowolle

Neben Wasser gibt es überraschende Alternativen. Eine Atemtechnik aus dem Yoga – das sogenannte Zungenrollen – soll den Kopf- und Nackenbereich kühlen. Forscher der Universität Teesside empfehlen zudem Merinowolle, die Schweiß effizient von der Haut ableitet.

In der Hausmittelkunde kursieren weitere Tipps:
- Grüner Tee als Gesichtsspray zur Erfrischung
- Pfefferminzöl für einen subjektiven Kühlungseffekt
- Leichte, scharfe Kost fördert die Schweißbildung
- Wasserreiches Gemüse wie Gazpacho hilft

Experten warnen dagegen vor zuckerreichen Früchten wie Mangos sowie vor Alkohol und Koffein. Für die Nacht empfehlen Ratgeber, Vorhänge zu befeuchten oder leicht feuchte Kleidung zu tragen.

Städte rüsten auf

Viele Kommunen haben ihre Hitzevorsorge ausgebaut. Dortmund setzt auf einen digitalen Hitzeaktionsplan mit einer Karte kühler Orte, Trinkbrunnen und Refill-Stationen. Zehn neue Trinkbrunnen wurden installiert, ein Hitzetelefon für Senioren ist bis September geschaltet.

In Österreich betreibt die Caritas sogenannte Klimaoasen. Die Nachfrage ist enorm: Allein in Wien und Niederösterreich zählte man 2025 über 6.380 Besuche. Die Angebote richten sich besonders an ältere Menschen, Kinder und chronisch Kranke.

Gefahr durch Kälteschock und Medikamente

Die gesundheitlichen Risiken zeigen sich in den Rettungsdienst-Zahlen: An extrem heißen Tagen steigen die Einsätze um bis zu 20 Prozent. Der Samariterbund warnt eindringlich vor dem Kälteschock. Ein Sprung in Gewässer unter 20 Grad kann das Herz-Kreislauf-System überfordern – lebensgefährlich bei Vorerkrankungen.

Ein oft unterschätzter Punkt: Medikamente wirken bei Hitze anders. Die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände rät zur Dosisprüfung. Besonders bei arzneimittelhaltigen Pflastern kann die Wirkstoffaufnahme durch die stärkere Durchblutung der Haut gefährlich ansteigen. Auch Blutdrucksenker und Entwässerungsmittel erfordern genaue Beobachtung – tägliches Wiegen wird empfohlen.

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Die Wasserrettung mahnt zudem zur Vorsicht: Zu Pfingsten ertranken bundesweit mindestens 18 Menschen. Körperliche Fähigkeiten werden bei Hitze oft überschätzt, Alkohol belastet den Kreislauf zusätzlich. Bei Gewittern gilt: sofort aus dem Wasser – Blitzschläge sind über weite Distanzen lebensgefährlich.

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