Hitze-Alarm, Grad

Hitze-Alarm: 37 Grad und Ozonwerte gefährden Herzpatienten

23.06.2026 - 10:55:20 | boerse-global.de

Extreme Temperaturen und hohe Ozonwerte belasten den Süden Deutschlands. Herz-Kreislauf-Patienten sind besonders gefährdet.

Hitze und Ozon: Gefährliche Belastung für Herzpatienten in Deutschland
Hitze-Alarm - Ein Thermometer zeigt hohe Temperaturen neben einer unscharfen Darstellung einer älteren Person, die sich an die Brust fasst. 23.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Besonders Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen müssen derzeit aufpassen.

Temperaturen knacken die 37-Grad-Marke

Am heutigen Dienstag erreicht die Hitzebelastung in weiten Teilen Deutschlands kritische Werte. In Bayern sowie West- und Süddeutschland wurden extreme Wärmebelastungen gemessen. Würzburg meldet gefühlte Temperaturen von bis zu 32 Grad, im Rhein-Neckar-Gebiet sogar bis zu 37 Grad.

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Die Deutsche Herzstiftung warnte bereits gestern: Bei Temperaturen über 35 Grad steigt das Risiko für Kreislaufkollapse und Herzrhythmusstörungen. Betroffen sind vor allem Patienten mit Herzschwäche, koronarer Herzkrankheit oder Bluthochdruck. Die Experten raten, den Elektrolythaushalt genau zu überwachen und den Blutdruck regelmäßig zu kontrollieren.

Neben Herzproblemen verschärft die Hitze auch andere Leiden. Biowetter-Analysen zeigen eine hohe Gefährdung bei entzündlichem Rheuma, Migräne und Kopfschmerzen. In Starnberg wurde zudem eine erhöhte Unfallbereitschaft und Reizbarkeit registriert – sowie eine signifikant gesteigerte Gefahr für Embolien und Herzinfarkte.

Ozonwerte überschreiten erstmals die Warnschwelle

Ein weiteres Problem: die steigende Ozonkonzentration in Bodennähe. Die Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg und das Hessische Landesamt für Naturschutz melden seit Tagen steigende Werte.

In Hessen wurde der Informationsschwellenwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter am 19. Juni erstmals in diesem Jahr überschritten – in Riedstadt mit 190 Mikrogramm. Auch Baden-Württemberg warnt für heute vor erhöhten Ozonwerten, Spitzenwerte werden am Spätnachmittag und Abend erwartet.

Ab 180 Mikrogramm sollten empfindliche Personen und Kinder anstrengende Aktivitäten im Freien vermeiden. Ein Ozon-Alarm für die gesamte Bevölkerung wird ab 240 Mikrogramm ausgelöst. Die erste Überschreitung gab es bereits am 29. Mai in Heidelberg mit 182 Mikrogramm.

Für Asthmatiker und andere Atemwegspatienten ist die Kombination aus Ozon und starkem Gräserpollenflug besonders tückisch – sie schwächt die Schleimhäute und Atemwege zusätzlich.

Norden glimpflich, Süden extrem

Die Belastung verteilt sich regional sehr unterschiedlich. Während Norddeutschland unter dem Einfluss des Hochs „Hartmut“ freundliches Wetter mit Temperaturen zwischen 20 und 27 Grad genießt, kämpft der Süden mit extremer Hitze und Tropennächten – in Neu-Ulm sank die Temperatur beispielsweise nicht unter 26 Grad.

Die UV-Belastung ist bundesweit hoch. In Würzburg und Neu-Ulm wurden UV-Indizes von über 8 gemessen. Konsequenter Sonnenschutz ist besonders in den Mittagsstunden Pflicht.

Und die Prognosen versprechen keine Entspannung: Für morgen werden Temperaturen bis zu 38 Grad vorhergesagt. Am 27. Juni könnten in Niedersachsen sogar Werte nahe der 40-Grad-Marke erreicht werden, bevor eine Abkühlung durch Unwetter erwartet wird.

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So schützen Sie sich jetzt richtig

Gesundheits- und Wetterdienste geben klare Empfehlungen:

  • Trinken, aber richtig: Ausreichend Flüssigkeit ist essenziell. Herzpatienten sollten die genaue Menge mit ihrem Arzt abstimmen.
  • Aktivitäten verschieben: Sport und Aufenthalte im Freien in die kühleren Morgen- und Abendstunden verlegen. Die Zeit zwischen 15 und 18 Uhr gilt als besonders kritisch.
  • Blutdruck im Blick: Patienten mit systolischen Werten unter 100 mmHg oder chronischen Leiden sollten bei Hitze verstärkt ärztlichen Rat suchen.
  • Vorsicht im Straßenverkehr: Hitzebedingte Konzentrationsstörungen erhöhen die Unfallgefahr nachweislich.
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