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Hitze ab 39 Grad: Warum Ventilatoren kontraproduktiv wirken

Veröffentlicht am: 05.08.2026 um 12:31 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Der DWD meldet extreme Hitzebelastung in Deutschland. TCM-Ernährungsregeln, Kühl-Tricks und Medikamentenlagerung sollen helfen, die hohen Temperaturen zu überstehen.

Hitze in Deutschland: DWD warnt vor extremer Belastung und gibt Tipps
Eine Schale mit frischen, kühlenden Lebensmitteln wie Gurken und Minze auf einem Tisch bei sanftem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt übermittelt durch boerse-global.de

Der Deutsche Wetterdienst warnt vor extremen Hitzebelastungen in Deutschland. Besonders gefährdet: Herz-Kreislauf-Patienten, Allergiker und ältere Menschen.

Schwüle Luft setzt dem Kreislauf zu

Ab einer gefühlten Temperatur von 32 Grad spricht der DWD von starker Wärmebelastung, ab 38 Grad von extremer Hitze. Solche Bedingungen herrschten zuletzt in weiten Teilen Deutschlands und Österreichs. Schwüle Luft macht die Thermoregulation des Körpers zur Herausforderung: Schweiß verdunstet bei hoher Luftfeuchtigkeit nur langsam, der Körper kühlt schlechter.

Besonders gefährdet sind Menschen mit niedrigem oder hohem Blutdruck sowie Personen mit rheumatischen Erkrankungen oder Migräne. Auch depressive Verstimmungen können bei belastenden Biowetter-Lagen auftreten.

Was die Traditionelle Chinesische Medizin empfiehlt

Die TCM-Ernährungslehre betrachtet Hitze als Übermaß an Yang-Energie. Ihre Experten ordnen Lebensmittel thermischen Kategorien zu: kalt, kühl, neutral, warm und heiß. Bei Hitze empfiehlt die Lehre vor allem kalte oder kühle Lebensmittel, um die innere Hitze zu regulieren.

Interessant: Einige TCM-Empfehlungen decken sich mit westlichen Erkenntnissen – etwa der Fokus auf frische, saisonale Lebensmittel und viel Gemüse. Ein spezifischer TCM-Aspekt: Eiskalte Speisen belasten den Organismus. Besser sind warme, aber thermisch kühlende Mahlzeiten, die die Verdauung schonen.

Ventilator-Falle und Kühlfehler

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Ein weit verbreiteter Reflex bei Hitze: Ventilator an, eiskalt duschen. Doch eine in der Fachzeitschrift JAMA veröffentlichte Studie zeigt: Ab 39 Grad und etwa 49 Prozent Luftfeuchtigkeit kehrt sich der Kühleffekt von Ventilatoren um. Die Luftzirkulation verstärkt den Schweißverlust massiv und erhöht das Dehydrierungsrisiko.

Auch eiskalte Duschen sind kontraproduktiv, erklärt Mediziner Filippo Verri: Sie verengen die Hautgefäße und behindern die Wärmeabgabe. Lauwarm duschen ist die bessere Wahl. Bei Getränken raten Forscher von Energy Drinks und Alkohol ab – sie belasten den Kreislauf oder fördern den Flüssigkeitsverlust. Empfohlen sind Wasser, ungesüßte Kräutertees und stark verdünnte Saftschorlen.

Medikamente richtig lagern

Ein oft unterschätzter Punkt: Hitze setzt Arzneimitteln zu. Apotheker empfehlen, Medikamente im kühlsten Raum der Wohnung zu lagern – meist dem Schlafzimmer. Insulin verliert bei hohen Temperaturen besonders schnell seine Stabilität. Da hitzebedingt veränderte Stoffwechselprozesse die Wirkung von Medikamenten beeinflussen können, ist bei der Dosierung ärztlicher Rat gefragt.

Deutschland fühlt sich nicht vorbereitet

Die Infrastruktur für langanhaltende Hitzewellen ist hierzulande offenbar unzureichend. Eine MDRfragt-Umfrage zeigt: Acht von zehn Befragten sehen Deutschland nicht ausreichend auf extreme Hitzewetterlagen vorbereitet. Österreich reagiert derweil mit konkreten Maßnahmen: Das Sozialministerium analysierte die Hitzeexposition von über 1.200 Krankenanstalten und Pflegeeinrichtungen. Zudem entstehen Projekte zur Beratung klimafreundlicher Gesundheitseinrichtungen und die Ausbildung von Klimamanagern läuft an.

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Weitere Belastungen im August

Neben der Hitze macht Allergikern die Beifuß-Ambrosie zu schaffen. Ihre Pollen fliegen ab Anfang August und können schwere Reaktionen wie Asthma oder Bindehautentzündungen auslösen. Und die extreme Wetterlage zeigt auch ökologische Folgen: Der Rheinpegel in Köln fiel auf 67 Zentimeter – ein historischer Tiefstand, der den bisherigen Rekord aus dem Jahr 2018 unterbietet.

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