Hirnhautentzündung, Dreifachtherapie

Hirnhautentzündung: Neue Dreifachtherapie senkt Infektionsrisiko um 72%

02.06.2026 - 06:18:26 | boerse-global.de

Neue Methode bekämpft E. coli K1 bei Neugeborenen ohne Antibiotika. Phagen aus Abwasser und Probiotika senken Übertragungsrate in Studien.

Hirnhautentzündung: Neue Dreifachtherapie senkt Infektionsrisiko um 72% - Bild: über boerse-global.de
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Forschende der ETH Zürich und der Universität Basel haben eine neuartige Methode gegen Hirnhautentzündungen bei Neugeborenen entwickelt. Die Dreifachtherapie kommt ohne klassische Antibiotika aus und kombiniert Bakteriophagen, eine Schluckimpfung und probiotische Bakterien. Das Verfahren richtet sich gezielt gegen den Erreger E. coli K1.

Die verwendeten Phagen stammen aus dem Abwasser von Kläranlagen in Luzern und Basel. Diese Viren zwingen die Bakterien dazu, ihre schützende Kapselhülle abzustreifen. Dadurch können Antikörper den Erreger deutlich effektiver bekämpfen. In Mäuseversuchen sank die Übertragungsrate von 83 auf 23 Prozent. Ziel ist es, den Erreger bereits vor der Geburt im Darm der Mutter zu eliminieren.

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Long COVID bei Kindern: Biologische Subgruppen identifiziert

Auch die Langzeitfolgen viraler Erkrankungen bei Kindern rücken zunehmend in den Fokus. Aktuelle Analysen unter Beteiligung der Universitätsmedizin Magdeburg zeigen spezifische biologische Subgruppen bei pädiatrischem Long COVID. Demnach entwickeln ein bis drei Prozent der Kinder Long-COVID-Symptome. Bei 20 Prozent der Betroffenen halten die Beschwerden länger als ein Jahr an.

Die Untersuchungen deuten darauf hin, dass ein früherer Kontakt mit dem Epstein-Barr-Virus spätere Entzündungsreaktionen beeinflussen kann. Schwere Schäden an Herz oder Lunge wurden nicht festgestellt. Die Ergebnisse könnten helfen, gezieltere Behandlungsansätze zu entwickeln.

Ernährung als Schlüssel zur Kindergesundheit

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfahl zum Weltmilchtag Anfang Juni 2026 für Kinder zwischen einem und 14 Jahren täglich 300 bis 600 Gramm Milch oder Milchprodukte. Alternativen sind Brokkoli, Grünkohl und Nüsse als Calciumquellen. Die Empfehlung zielt auf die Förderung der Knochengesundheit ab.

Fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut enthalten Milchsäurebakterien und Ballaststoffe. Sie unterstützen das Darmmikrobiom und das Immunsystem. Experten raten zu unpasteurisierten Produkten, weisen aber auf Einschränkungen bei Histaminintoleranz oder Reizdarmsyndrom hin.

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Hohe Impfakzeptanz bei Eltern

Das RKI-Projekt IMPRESS zeigt eine grundsätzlich hohe Impfbereitschaft unter Eltern von Kindern unter sieben Jahren. In einer Befragung von 614 Eltern im Juni 2026 gaben diese Vertrauen in die pädiatrische Beratung und die Impfstoffsicherheit als Hauptgründe an. Rund 30 Prozent sprachen sich für eine selektive Auswahl bestimmter Impfungen aus. Bei einigen Teilnehmern bestanden Unsicherheiten bezüglich bekannter Impfmythen.

Warum die Darmflora aus dem Gleichgewicht gerät

Grundlagenforschung zur Stabilität der Darmflora liefert neue Erklärungen für Fehlbesiedlungen (Dysbiose). Eine Untersuchung des Leibniz-Instituts für Alternsforschung und der Universität Jena, veröffentlicht Ende Mai 2026 in PLoS Biology, beschreibt die Instabilität als Folge nachlassender Immunüberwachung. Verliert das Immunsystem die Kontrolle über schnell wachsende Mikroben, gerät das Gleichgewicht unter Druck.

Analysen an extrem langlebigen Personen stützen diese Erkenntnisse. Bei einer 117-jährigen Probandin fanden Forscher im Mai 2026 besonders hohe Bifidobacterium-Werte im Darm sowie spezifische Genvarianten. Diese schienen trotz vorhandener Alterssignale vor schweren Krankheiten zu schützen. Die Ergebnisse unterstreichen die langfristige Bedeutung einer gesunden Darm-Immun-Achse – die bereits im Kindesalter ihren Ursprung nimmt.

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