Hirnfrost-Studie, Sekunden

Hirnfrost-Studie: 72% leiden unter 30 Sekunden Schmerz

15.06.2026 - 02:01:25 | boerse-global.de

Schnelles Eisessen kann schmerzhaften Hirnfrost auslösen. Die Ursache liegt in der Reizung des Trigeminusnervs durch Kälte.

Hirnfrost beim Eisessen: Ursachen und Schutz vor Kälteschmerz
Hirnfrost-Studie - Hirnfrost-Studie: 72% leiden unter 30 Sekunden Schmerz 15.06.2026 - Bild: über boerse-global.de

Der sogenannte Hirnfrost ist lästig, aber harmlos. Meist klingt er innerhalb von zehn Minuten wieder ab.

Die Ursache liegt in der schlagartigen Kühlung des Gaumens. Dort verengen sich die Blutgefäße zunächst, um sich dann sofort wieder zu erweitern. Dieser schnelle Wechsel reizt den Trigeminusnerv, der für die Schmerzweiterleitung im Gesicht zuständig ist. Das Gehirn interpretiert das Signal oft falsch – und meldet den Schmerz nicht im Gaumen, sondern in der Stirn oder den Schläfen.

Tempo entscheidet über Schmerz

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Je schneller du kaltes Essen oder Trinken zu dir nimmst, desto höher das Risiko. Das belegt eine Studie aus dem Jahr 2002 im British Medical Journal. Von 145 Schülern bekamen jene, die ihr Eis in unter fünf Sekunden aßen, deutlich häufiger Kopfweh: 20 von 73 Probanden waren betroffen. Wer sich mehr als 30 Sekunden Zeit ließ, schnitt besser ab – nur 9 von 72 Teilnehmern klagten über Schmerzen.

Eine groß angelegte Untersuchung aus Taiwan mit 8.359 Jugendlichen zeigt: Bei 72,3 Prozent der Betroffenen hält der Schmerz weniger als 30 Sekunden an. Die Intensität stuften 65,5 Prozent als mild ein, 31,1 Prozent als mittel und nur 3,4 Prozent als stark.

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Migräne-Patienten besonders anfällig

Wer unter Migräne leidet, reagiert empfindlicher auf den Kältereiz. Laut der taiwanischen Studie berichteten 55,2 Prozent der Jugendlichen mit Migräne von Hirnfrost – aber nur 39,6 Prozent derjenigen ohne Migränehintergrund.

Eine türkische Untersuchung in der Fachzeitschrift Cephalalgia bestätigt den Zusammenhang. In einem Kältetest löste der Reiz bei 74 Prozent der Migränepatienten Kopfschmerzen aus. Zum Vergleich: Von den Probanden mit Spannungskopfschmerzen reagierten nur 32 Prozent. Experten sehen darin einen Hinweis, dass das neuronale System von Migränikern thermische Reize im Mundraum stärker verarbeitet.

de | wissenschaft | 69541223 |