Hintergrundmusik, Ruhige

Hintergrundmusik: Ruhige Klänge steigern den Anteil gesunder Gerichte auf 18,94 Prozent

Veröffentlicht am: 25.09.2026 um 06:52 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Ein Kantinenexperiment verbindet langsame Musik mit mehr gesunden Menüwahlen; langfristige Ernährungsänderungen belegt die Studie nicht.
Ein minimalistisch gestalteter Speisesaal in einer Kantine mit leeren Tischen und Stühlen bei natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Untersuchungen zum Konsumverhalten in der Gastronomie rücken zunehmend die Bedeutung der Umgebungsvariablen in den Fokus. Ein besonderes Augenmerk gilt dabei der akustischen Untermalung und deren Auswirkung auf die Entscheidungsprozesse von Verbrauchern.

Forscher der Macau University of Science and Technology haben in einer in der Fachzeitschrift „Science of Food“ veröffentlichten Untersuchung analysiert, inwieweit unterschiedliche Musikstile und Tempi die Auswahl gesunder Speisen beeinflussen können.

Zusammenhang zwischen Musikrhythmus und dem Griff zu gesunden Menüs

Die Grundlage der Untersuchung bildete ein Feldexperiment in einer Kantine in Macau. Wie aus einem Bericht vom 25. September 2026 hervorgeht, wurde dabei der Verkauf von insgesamt 911 Gerichten unter variierenden akustischen Bedingungen dokumentiert.

Die Ergebnisse legen nahe, dass die Art der Hintergrundmusik einen messbaren Einfluss darauf hat, ob sich Gäste für nährstoffreiche, gesunde Optionen oder für weniger gesundheitsförderliche Alternativen entscheiden.

An Tagen, an denen in der Kantine ruhige Musik gespielt wurde, lag der Anteil der verkauften gesunden Gerichte bei 18,94 %. Im direkten Vergleich dazu sank dieser Wert an Tagen mit anregender, schnellerer Musik auf 13,59 %.

Die Daten der Macau University of Science and Technology verdeutlichen somit eine statistische Tendenz: Eine langsamere und ruhigere akustische Atmosphäre scheint die Wahl gesunder Lebensmittel zu begünstigen, während eine energetische Untermalung die Präferenz für andere Speisekategorien steigert.

Experimente mit verschiedenen Musikgenres und deren Wirkung

Über die reine Unterscheidung nach dem Tempo hinaus erweiterten die Wissenschaftler ihre Untersuchungen auf spezifische Musikrichtungen. In weiteren Experimenten wurden unter anderem die Genres Hip-Hop und Jazz eingesetzt. Auch hier bestätigte sich laut dem Bericht vom 25. September 2026 das zuvor beobachtete Muster.

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In den Testreihen zeigte sich, dass ruhige Varianten von Hip-Hop oder Jazz-Stücken ebenfalls mit einer größeren Vorliebe für gesunde Menüs korrelierten. Wurden hingegen schnellere oder aggressivere Versionen derselben Genres abgespielt, veränderte sich das Wahlverhalten der Kantinengäste zulasten der gesunden Optionen.

Diese Beobachtungen stützen die These, dass nicht allein das Genre, sondern vor allem die Dynamik und das Tempo der Musik die psychologischen Mechanismen bei der Speisenauswahl beeinflussen.

Einordnung der Ergebnisse und methodische Grenzen

Trotz der deutlichen Zahlen weisen die Forscher der Macau University of Science and Technology auf die Grenzen der Aussagekraft hin. Die Studie belege zwar statistische Zusammenhänge und unmittelbare Konsumabsichten in der konkreten Experimentalsituation, lasse jedoch keine Rückschlüsse auf langfristige Verhaltensänderungen zu.

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Es könne demnach nicht davon ausgegangen werden, dass die Beschallung mit ruhiger Musik allein ausreicht, um eine dauerhafte Umstellung auf eine gesündere Ernährung zu bewirken. Die Ergebnisse verdeutlichen primär, wie Umweltfaktoren als sogenannte „Nudges“ (Anstupser) fungieren können, um kurzfristige Entscheidungen in eine bestimmte Richtung zu lenken.

Für Betreiber von Kantinen oder gastronomischen Einrichtungen liefern die Daten jedoch wertvolle Anhaltspunkte, wie durch die Gestaltung des akustischen Ambientes die Auswahl gesundheitsbewusster Mahlzeiten unterstützt werden kann.

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