High-Protein-Trend, Skyr-Umsatz

High-Protein-Trend: Skyr-Umsatz steigt um 49,1 Prozent auf 403,8 Millionen

Veröffentlicht am: 29.09.2026 um 09:44 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Skyr legt beim Umsatz zu, während die BMI eine proteinreiche Käselinie plant und der Milchindustrie-Verband höhere Preise erwartet.

High-Protein-Milchprodukte: Skyr wächst, BMI plant Käselinie
Nahaufnahme von frischem Quark und Joghurt in Glasschalen auf einem Holztisch bei natürlichem Tageslicht. Illustration mit AI erstellt.

Der Markt für Molkereiprodukte befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Hersteller und Händler setzen verstärkt auf das sogenannte High-Protein-Label, um der anhaltend hohen Nachfrage der Verbraucher nach eiweißreichen Lebensmitteln gerecht zu werden. Während sich dieser Trend zunächst auf Nischenprodukte konzentrierte, erreicht er nun die breite Masse des Sortiments – von klassischen Joghurtalternativen bis hin zu verschiedenen Käsesorten.

Marktentwicklung bei Skyr und Milchmischgetränken

Besonders deutlich zeigt sich die Dynamik im Segment der Sauermilchprodukte. Laut Daten von NielsenIQ verzeichnete Skyr innerhalb eines Jahres einen massiven Umsatzanstieg um 49,1 % auf ein Volumen von rund 403,8 Mio. Neben Skyr gehören auch körniger Frischkäse und Naturquark zu den Produkten, die bei Konsumenten derzeit besonders gefragt sind.

Parallel dazu findet eine Verschiebung im Bereich der flüssigen Milchprodukte statt. Während der Absatz von reiner Trinkmilch derzeit als weniger attraktiv gilt, entwickeln sich Milchmischgetränke zu einem Lifestyle-Produkt.

Durch den Zusatz von Aromen, Proteinen sowie funktionalen Inhaltsstoffen wie Ballast- oder Mineralstoffen erschließen Hersteller hier neue Marktpotentiale. Ein Beispiel aus dem Handel zeigt die gezielte Vermarktung: So wurde lokal eine laktosefreie High-Protein-Milch mit einem Gehalt von 80 Gramm Protein pro Liter angeboten.

Vorstoß in das Käsesegment

Ein neues Feld für die Protein-Vermarktung stellt der Käsesektor dar. Bisher gab es in diesem Bereich nur vereinzelte Versuche, doch aktuell zeigen Anbieter eine deutlich höhere Bereitschaft, spezifische High-Protein-Linien zu etablieren.

Die Bayerische Milchindustrie (BMI) plant für Oktober 2026 die Einführung einer neuen High-Protein-Käselinie. Damit tritt das Unternehmen in direkten Wettbewerb mit etablierten Anbietern wie Arla oder der Marke Loose, die bereits Produkte wie „Quäse Protein“ führen.

Interessanterweise ist der Fokus auf den Proteingehalt bei Käse teilweise eine Rückkehr zu bekannten Werten, da viele klassische Sorten von Natur aus hohe Eiweißanteile besitzen.

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Der Skyr-Umsatz ist binnen eines Jahres um 49,1 Prozent auf rund 403,8 Millionen gestiegen — und der Milchindustrie-Verband rechnet mit deutlich höheren Preisen für Milch, Joghurt und Quark. Wer jetzt proteinreich einkaufen will, braucht einen klaren Blick auf Gehalt und Preis. Kostenlosen Einkaufsguide für proteinreiche Milchprodukte anfordern

Während Parmesan einen Gehalt von 32 bis 38 Gramm Protein je 100 Gramm aufweist, liegen Emmentaler bei 28 bis 30 Gramm sowie Bergkäse und Cheddar bei bis zu 28 Gramm. Die BMI hatte bereits im Jahr 2022 einen speziellen Käse unter der Marke Paladin mit 32 Gramm Eiweiß angeboten, der jedoch später wieder aus dem Sortiment genommen wurde.

Strategische Investitionen und globale Prognosen

Für Unternehmen wie die BMI ist der Trend strategisch bedeutsam. Vorstandschef Thomas Obersojer erklärte, dass das Unternehmen als Eigenmarkenhersteller verstärkt vom Proteinboom profitieren wolle und dafür weiter in den Bereich Ingredients investiere. Weitere Ausbaustufen seien bereits geplant.

Die globalen Wachstumsaussichten stützen diese Strategie. Marktanalysen von Future Market Insights prognostizieren, dass der weltweite Markt für High-Protein-Joghurt von 45,4 Mrd. US-Dollar im Jahr 2026 auf 96,9 Mrd. US-Dollar bis zum Jahr 2036 ansteigen wird. Dies entspricht einer jährlichen Wachstumsrate (CAGR) von 7,9 %.

Für Deutschland wird in diesem Zeitraum mit einem jährlichen Plus von 6,1 % gerechnet. Den größten Marktanteil halten dabei löffelbare Joghurts (67,5 %) und Produkte auf Milchbasis (89,0 %).

Preisdruck durch Rohstoffknappheit

Trotz der positiven Nachfrage steht die Branche vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Der Milchindustrie-Verband rechnet mit deutlich steigenden Preisen für Milch, Joghurt und Quark. Als Ursachen gelten neben der starken Nachfrage auch regional gesunkene Milchanlieferungen infolge von Dürreperioden in Deutschland und Europa.

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Parmesan liefert 32 bis 38 Gramm Protein je 100 Gramm, Emmentaler 28 bis 30 — viele klassische Käsesorten sind also längst Proteinbomben, ganz ohne High-Protein-Label. Unser Guide zeigt, welche Produkte sich lohnen und welche Sie sich sparen können. Preis-Leistungs-Vergleich jetzt herunterladen

Zudem könnten klimatische Phänomene wie El Niño den Angebotsdruck weiter erhöhen. Insbesondere Molkenproteinkonzentrate sind derzeit am Markt stark nachgefragt, was den Kostendruck auf proteinangereicherte Endprodukte zusätzlich verstärken dürfte.

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