Hiddad auf Android: Malware führt EU-Bedrohungsliste vier Monate in Folge an
Veröffentlicht am: 30.10.2026 um 22:54 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Schadsoftware Hiddad führt weiterhin die Liste der digitalen Bedrohungen für Android-Geräte in der Europäischen Union an. Wie aus einer aktuellen Statistik des IT-Sicherheitsunternehmens ESET für den Monat September 2026 hervorgeht, behauptet die Malware damit bereits im vierten Monat in Folge den ersten Platz der Bedrohungslage. Dies geht aus einem Branchenbericht vom 30. Oktober 2026 hervor.
Die Auswertungen verdeutlichen, dass Angreifer unverändert auf bewährte Schadprogramme setzen, um Mobilgeräte zu kompromittieren und Werbeeinblendungen oder unerwünschte Aktionen auszuführen.
Dominanz zweier Varianten an der Spitze
Nach den Erhebungen von ESET machten zwei Varianten der Hiddad-Familie gemeinsam einen erheblichen Teil der erfassten Angriffe im September 2026 aus. Den Spitzenplatz belegte dabei die Variante Hiddad.BDM mit einem Anteil von 16,86 % aller gemeldeten Android-Bedrohungen in der Europäischen Union. Direkt dahinter folgte eine weitere Ausprägung der Schadsoftware: Hiddad.BDJ sicherte sich mit 5,90 % den zweiten Rang der EU-weiten Statistik.
Auf dem dritten Platz der am häufigsten detektierten Bedrohungen für das Google-Betriebssystem lag die Spionagesoftware Spy.Agent.FYA, die einen Anteil von 5,42 % erreichte. Bei diesem Schadprogramm handelt es sich um eine trojanisierte Variante des weit verbreiteten Messengerdienstes Telegram, die zur heimlichen Ausspähung persönlicher Daten dient.
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Getarnte Schadcodes in Alltagsanwendungen und Raubkopien
Die anhaltende Verbreitung von Hiddad gelingt den Hintermännern vor allem durch gezielte Tarnmechanismen. Nach Angaben von ESET versteckt sich die führende Variante Hiddad.BDM bevorzugt in vermeintlich harmlosen Anwendungen des täglichen Bedarfs.
Dazu zählen einfache Mobilspiele sowie Dienstprogramme wie QR-Code-Scanner und PDF-Scanner, die von Anwendern häufig ohne nähere Prüfung auf Smartphones installiert werden. Einmal auf dem Gerät platziert, agiert die Schadsoftware im Hintergrund und generiert unerwünschte Werbeeinblendungen.
Die zweitplatzierte Variante Hiddad.BDJ setzt hingegen auf die Verlockung kostenintensiver oder beliebter Softwaretitel. Sicherheitsforscher lokalisierten diese Schadsoftware vor allem in manipulierten Raubkopien bekannter Programme und Plattformen.
Betroffen waren unter anderem modifizierte Installationsdateien des Streamingdienstes Spotify, des Videospiels Minecraft sowie der KI-Anwendung ChatGPT. Nutzer, die nach inoffiziellen, scheinbar kostenlosen Wegen suchen, um diese Dienste zu nutzen, laden sich damit unbemerkt die Schadroutine auf ihre Endgeräte.
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Polen, Deutschland und Tschechien im Fokus
Geografisch betrachtet waren die Erkennungen der Hiddad-Malware innerhalb der Europäischen Union ungleich verteilt. Wie ESET für den Erhebungszeitraum September 2026 mitteilte, entfielen die meisten Detektionen der Schadsoftware auf Polen. Direkt dahinter folgten Deutschland auf dem zweiten Platz sowie Tschechien an dritter Stelle.
Die fortgesetzte Spitzenposition der Schadsoftware sehen Sicherheitsexperten als Beleg für die Wirksamkeit der Angriffsmethoden. ESET-Analyst Martin Jirkal hob hervor, dass die anhaltende Nutzung derselben Programmcodes durch die Angreifer auf weiterhin erfolgreiche Infektionsketten hindeute.
Solange Nutzer manipulierte Installationspakete aus unsicheren Quellen herunterladen oder unachtsam Hilfsprogramme beziehen, bieten sie Cyberkriminellen eine verlässliche Angriffsfläche.
