HFpEF-Diagnostik: T1- und T2-Mapping zeigen verschiedene Herzstörungen
Veröffentlicht am: 27.10.2026 um 11:09 Uhr | Redaktion boerse-global.deDie Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion (HFpEF) stellt die kardiologische Diagnostik seit Jahren vor erhebliche Herausforderungen. Da die Pumpfunktion der linken Herzkammer weitgehend intakt erscheint, beruht die Funktionsstörung primär auf einer gestörten Füllungsphase.
Aktuelle Ergebnisse der DECIPHER-HFpEF-Studie des Deutschen Zentrums für Herz-Kreislauf-Forschung (DZHK), veröffentlicht in der Fachzeitschrift JACC: Cardiovascular Imaging, beleuchten nun Mechanismen, mit denen spezielle Magnetresonanztomographie-Verfahren (MRT) unterschiedliche Gewebeveränderungen im Herzmuskel erfassen können.
Gewebeparameter spiegeln unterschiedliche Füllungsstörungen wider
Im Zentrum der prospektiven DECIPHER-HFpEF-Studie standen spezielle Bildgebungssequenzen: das T1- und das T2-Mapping. Die Untersuchungen an sieben deutschen Zentren umfassten die Daten von 52 Patienten mit invasiv bestätigter HFpEF, 32 alters- und geschlechtsangepassten Kontrollpersonen sowie 18 gesunden Freiwilligen.
Die Analysen ergaben, dass die gemessenen T1-Werte vor allem mit der passiven Steifigkeit des Herzens korrelierten. Die T2-Werte hingegen spiegelten eine beeinträchtigte aktive Entspannung des Herzmuskelgewebes wider. Diese statistischen Zusammenhänge blieben auch nach Berücksichtigung möglicher Einflussfaktoren wie Füllungsdruck, Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index, Bluthochdruck und Diabetes bestehen. Einen direkten signifikanten Zusammenhang zwischen den ermittelten MRT-Werten und dem Füllungsdruck selbst stellten die Forschenden nicht fest.
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Relevanz bei Füllungsdrücken unter Belastung
Besonderes Augenmerk galt Patientengruppen, deren Füllungsdrücke in Ruhe unauffällig bleiben, bei körperlicher Anstrengung jedoch pathologisch ansteigen.
In einer Subgruppe von 18 symptomatischen Patienten mit normalem Ruhe-Füllungsdruck stieg dieser Wert bei 12 Probanden während eines standardisierten Handgrifftests auf mindestens 16 mmHg an. Dabei ging ein höheres Niveau der T1- und T2-Ruhewerte mit einem ausgeprägteren Druckanstieg unter Belastung einher.
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Trotz dieser differenzierten Einblicke in die myokardialen Gewebeveränderungen betonen die Studienautoren, dass eine direkte klinische Anwendung aus den bisherigen DECIPHER-HFpEF-Befunden noch nicht unmittelbar ableitbar ist. Um den diagnostischen Stellenwert des T1- und T2-Mappings im Versorgungsalltag präzise zu definieren, sind weitere Untersuchungen erforderlich.
