Herzschwäche, BRING-UP-Programme

Herzschwäche: BRING-UP-Programme steigern Vierfachtherapie auf 67,6 Prozent

Veröffentlicht am: 02.11.2026 um 13:48 Uhr | Redaktion boerse-global.de
Gezielte Schulungen und Datenprüfungen erhöhten den Anteil vollständig behandelter HFrEF-Patienten von 40,5 auf 67,6 Prozent.
Ein minimalistisch gestalteter, heller Klinikflur mit ruhiger Atmosphäre und natürlichem Lichteinfall. Illustration mit AI erstellt.

Ein strukturiertes Vorgehen in der kardiologischen Weiterbildung kann die medikamentöse Versorgung von Patienten mit Herzschwäche substanziell verbessern. Wie Berichte Anfang November zeigten, führten gezielte Initiativen im Rahmen der sogenannten BRING-UP-Programme zu einer spürbaren Zunahme leitliniengerechter Verordnungen.

Die gemeinsame Initiative der italienischen kardiologischen Fachgesellschaft ANMCO und der Stiftung Fondazione per il Tuo cuore erreichte bei Betroffenen mit reduzierter Auswurffraktion eine deutliche Ausweitung der empfohlenen Kombinationstherapie.

Deutlicher Anstieg der leitliniengerechten Medikation

Im Mittelpunkt der Auswertungen stand die Behandlung der Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF), bei der die Pumpleistung des Herzens unter 40 Prozent liegt. Durch die Implementierung der BRING-UP-Programme stieg der Anteil der Patienten, die eine vollständige Vierfachtherapie erhielten, von zuvor 40,5 Prozent auf 67,6 Prozent an. Dies entspricht einem Zuwachs um 27 Prozentpunkte.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass organisierte Fortbildungsmaßnahmen dazu beitragen können, bestehende Versorgungslücken in der klinischen Praxis zügig zu schließen. Zuvor erhielten viele Erkrankte nicht alle empfohlenen Wirkstoffklassen, obwohl die klinische Evidenz den Nutzen eines raschen Behandlungsbeginns belegt.

Vier Säulen senken Sterblichkeit und Hospitalisierungen

Die moderne medikamentöse Standardbehandlung bei HFrEF basiert auf vier komplementären Wirkstoffgruppen. Dazu zählen Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren (ARNI) beziehungsweise ACE-Hemmer oder Angiotensin-Rezeptor-Blocker (ARB), Betablocker, Mineralokortikoid-Rezeptorantagonisten (MRA) sowie SGLT2-Inhibitoren.

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Den Berichten zufolge bietet die zeitnahe Verabreichung aller vier Komponenten erhebliche klinische Vorteile. Im Vergleich zu früheren Therapiestrategien verringert die kombinierte Gabe dieser vier Säulen sowohl die Mortalität als auch die Rate an erneuten Krankenhauseinweisungen um über 50 bis 60 Prozent.

Das Erreichen einer hohen Abdeckung mit dieser Kombination gilt daher als zentraler Hebel, um das Fortschreiten der chronischen Erkrankung zu verlangsamen.

Schulung und Daten-Audits im Praxisalltag

Um die Verschreibungsraten nachhaltig zu steigern, setzten die Fondazione per il Tuo cuore und die ANMCO auf ein mehrstufiges Konzept. Neben periodischen Fortbildungen bildeten systematische Daten-Audits das Fundament des Programms. Diese Maßnahmen zielten darauf ab, behandelnde Kardiologen bei der frühen Dosisfindung und Titration der Medikamente zu unterstützen.

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Ein wesentlicher Schwerpunkt lag dabei auf dem gezielten Management möglicher Nebenwirkungen. Insbesondere Veränderungen der Nierenfunktionswerte wie des Kreatinins sowie Schwankungen des Blutdrucks führen in der Praxis häufig zu vorsichtigen Dosisanpassungen oder Therapieabbrüchen.

Durch die strukturierte Begleitung und klare Handlungspfade gelang es den beteiligten Zentren, diese Herausforderungen zu bewältigen und die Vierfachtherapie bei einem signifikant höheren Patientenanteil sicher im Behandlungsalltag zu verankern.

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