Herzschutz, Hülsenfrüchte

Herzschutz: Hülsenfrüchte senken Bluthochdruck um 30%

30.05.2026 - 05:20:35 | boerse-global.de

Hülsenfrüchte senken Bluthochdruckrisiko um 30 Prozent, während industrielle Zusätze wie Nitrite das Herz-Kreislauf-Risiko erhöhen.

Herzschutz: Hülsenfrüchte senken Bluthochdruck um 30% - Foto: über boerse-global.de
Herzschutz: Hülsenfrüchte senken Bluthochdruck um 30% - Foto: über boerse-global.de

Täglich pumpt das Herz rund 7.000 Liter Blut durch den Körper. Kein Wunder also, dass die richtige Ernährung entscheidend ist – vor allem zur Vermeidung von Bluthochdruck und Arteriosklerose.

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Hülsenfrüchte: Die unterschätzte Waffe gegen Bluthochdruck

Eine Analyse von zwölf Kohortenstudien mit bis zu 88.000 Teilnehmern zeigt: Wer regelmäßig Hülsenfrüchte und Soja isst, senkt sein Bluthochdruck-Risiko um bis zu 30 Prozent. Die Studie erschien Ende Mai im BMJ Nutrition Prevention & Health.

Die stärkste Wirkung erzielen Mengen von rund 170 Gramm Hülsenfrüchten und 60 bis 80 Gramm Sojaprodukten pro Tag. Forscher des Imperial College London und des norwegischen Instituts für öffentliche Gesundheit führen den Effekt auf die Kombination aus Ballaststoffen, Kalium und Magnesium zurück.

Doch die Realität sieht anders aus: Experten empfehlen 65 bis 100 Gramm Hülsenfrüchte täglich. In Europa liegt der tatsächliche Konsum bei gerade einmal 8 bis 15 Gramm.

Gefährliche Zusätze in Fertigprodukten

Nicht alles, was industriell verarbeitet ist, tut dem Herzen gut. Das zeigt eine Langzeitstudie des französischen Instituts INSERM mit über 112.000 Probanden über sieben Jahre. Die Ergebnisse wurden im Mai im European Heart Journal veröffentlicht.

Bestimmte Zusatzstoffe wie Nitrite und Sorbate erhöhen das Bluthochdruck-Risiko um 29 Prozent, das allgemeine Herz-Kreislauf-Risiko um 16 Prozent.

Überraschend: Auch vermeintlich harmlose Zusätze wie Zitronensäure (E330) oder Ascorbinsäure (E300) können das Blutdruck-Risiko um 22 Prozent steigern – allerdings nur als industrielle Zusätze in Fertiggerichten, Softdrinks oder Backwaren. Natürliches Vitamin C in Obst und Gemüse bleibt unbedenklich.

Cholesterin: Haferflocken schlagen Medikamente?

Beim Kampf gegen LDL-Cholesterin setzen Mediziner auf alte Hausmittel. Der Kardiologe Dr. Jens von Beckerath warnte Ende Mai vor Plaques durch LDL-Cholesterin, die das Risiko für Schlaganfälle und Herzinfarkte massiv erhöhen. Haupttreiber: gesättigte Fettsäuren aus Wurst und Butter sowie einfache Kohlenhydrate.

Die Lösung? Drei Gramm Beta-Glucan pro Tag – etwa aus Haferflocken, Flohsamenschalen oder Nüssen – können das LDL-Cholesterin um bis zu 10 Prozent senken.

Parallel dazu sorgt eine neue Gen-Infusion aus den USA für Aufsehen. Die einmalige Behandlung soll das LDL-Cholesterin dauerhaft um bis zu 62 Prozent senken. Fachgesellschaften müssen die Ergebnisse noch einordnen.

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Magnesium: Nicht für jeden geeignet

Der Nephrologe Ulrich Wenzel vom UKE Hamburg zeigte sich am 28. Mai zurückhaltend bei der Supplementierung von Magnesium. Eine Meta-Analyse aus dem Jahr 2021 belegt: Ein blutdrucksenkender Effekt tritt erst bei sehr hohen Dosen auf – und vor allem bei bereits unkontrolliertem Bluthochdruck. Für Menschen mit Normalwerten gibt es keine entsprechende Leitlinienempfehlung.

Lebensstil bleibt entscheidend

Daten des Robert Koch-Instituts aus den Jahren 2019 und 2020 zeigen: Über 53 Prozent der Erwachsenen in Deutschland sind übergewichtig. Ein gesundes Herz-Kreislauf-System braucht deshalb mehr als die richtige Ernährung: ballaststoffreiche Kost, ausreichend Schlaf und Stressmanagement sind essenziell, um die Ausschüttung von Cortisol und die Bildung von viszeralem Bauchfett zu begrenzen.

Eine Untersuchung der Southern Medical University auf Basis von UK-Biobank-Daten aus dem Jahr 2024 warnt zudem vor übermäßigem Salzkonsum. Häufiges Nachsalzen kann das Risiko für vaskuläre Demenz um bis zu 85 Prozent steigern. Als Grenzwert für niedrigen Salzgehalt gelten weniger als 0,3 Gramm pro 100 Gramm Lebensmittel.

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