Herzschrittmacher, Forscher

Herzschrittmacher & Co.: Forscher finden Schlüssel gegen Narbenbildung

Veröffentlicht am: 15.09.2026 um 06:12 Uhr | Redaktion boerse-global.de

Eine Mausstudie bringt das Gen RAC2 mit Narbengewebe um Implantate in Verbindung. Ob daraus Therapien für Menschen entstehen, ist noch offen.

RAC2-Gen treibt Implantatreaktion an: Studie zeigt neuen Ansatz
Eine sterile Laborumgebung mit einer biologischen Probe in einer Glasschale, die wissenschaftliche Forschung symbolisiert. Illustration mit AI erstellt.

Herzschrittmacher, Brustimplantate sowie orthopädische Schrauben und Platten gehören zu den am häufigsten eingesetzten medizinischen Hilfsmitteln – doch sie scheitern regelmäßig an einer Reaktion des körpereigenen Immunsystems. Laut einer Studie müssen zwischen 10 und 30 Prozent der Implantate wieder entfernt werden, weil sich Narbengewebe um das Fremdmaterial bildet und dessen Funktion beeinträchtigt.

Das Problem der Fremdkörperreaktion

Wenn der Körper ein Implantat als fremd erkennt, reagiert das Immunsystem mit einer sogenannten Fremdkörperreaktion. Dabei umschließt Narbengewebe das eingesetzte Material, was langfristig dessen Wirkung einschränken oder ganz zunichtemachen kann.

Bei Herzschrittmachern kann dies die Signalübertragung stören, bei Brustimplantaten zu Verhärtungen führen und bei orthopädischen Schrauben und Platten die Stabilität der Versorgung gefährden. Die Folge ist häufig ein erneuter operativer Eingriff, um das betroffene Implantat auszutauschen oder zu entfernen.

Ein Gen als möglicher Ansatzpunkt

Neue Erkenntnisse deuten darauf hin, dass ein bestimmtes Gen namens RAC2 in Immunzellen eine zentrale Rolle bei der Fremdkörperreaktion spielt. RAC2 treibt demnach den Prozess voran, der letztlich zur Bildung von Narbengewebe rund um Implantate führt.

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Zwischen 10 und 30 Prozent der Implantate müssen wieder entfernt werden, weil Narbengewebe ihre Funktion beeinträchtigt. Eine neue Studie zeigt nun, dass das Gen RAC2 diesen Prozess antreibt — und dass seine Blockade die Fremdkörperreaktion im Tierversuch deutlich reduzieren konnte. Was das für Menschen mit Herzschrittmacher, Brustimplantat oder orthopädischer Versorgung bedeutet, fassen wir in einem kostenlosen Ratgeber zusammen. Jetzt kostenlosen Implantat-Ratgeber anfordern

In Versuchen mit Mäusen konnte eine Blockade dieses Gens die Fremdkörperreaktion um bis zu das Dreifache reduzieren. Dieser Befund legt nahe, dass sich durch gezielte Eingriffe in die Genaktivität von Immunzellen die Verträglichkeit von Implantaten künftig verbessern lassen könnte.

Die zugrundeliegende Studie wurde in der Fachzeitschrift Nature Biomedical Engineering veröffentlicht.

Bedeutung für Patienten und Medizintechnik

Die Ergebnisse werfen ein Licht auf einen bislang wenig verstandenen Mechanismus, der einen erheblichen Anteil der Implantat-Komplikationen erklären könnte. Sollte sich der Ansatz, RAC2 gezielt zu blockieren, auch außerhalb von Tierversuchen als wirksam erweisen, könnte dies langfristig die Haltbarkeit von Implantaten erhöhen und die Zahl notwendiger Folgeoperationen senken.

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Für Patienten mit Herzschrittmachern, Brustimplantaten oder orthopädischen Versorgungen wäre dies von erheblicher praktischer Relevanz, da Revisionseingriffe mit zusätzlichen Risiken, Kosten und Belastungen verbunden sind.

Ob und wann aus den beschriebenen Laborergebnissen tatsächlich neue Behandlungsansätze für den klinischen Einsatz hervorgehen, bleibt derzeit offen. Die vorliegenden Daten stammen aus Untersuchungen an Mäusen, weitere Forschung wäre nötig, um zu klären, inwieweit sich die beobachteten Effekte auf den Menschen übertragen lassen.

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de | wissenschaft | 70103009 |